Verzeihen

Anmerkung zu Kurzfrequenzen – V – Fehler

Allen Gedanken zum Thema Fehler – was ist das überhaupt genau, ein Fehler -, ging ein Radiobeitrag voraus, in denen  „nicht getane Fehler“ dazu dienten, den Tod eines bekannten Schauspielers, noch mehr Tiefe und Schwere zu verleihen.

Das ließ mich stutzen. Er war mein Kindheitsheld und mein damaliges Sinnbild für „die Guten“ . Jedoch stellte ich mir nie die Frage, ob er Fehler in seinem Leben, oder ob er immer und zu jeder Tageszeit ein „Guter“ war.

Es interessiert mich nicht, weil ich an diesen angeblich falschen Interaktionen nicht meine Sympathie für diesen Menschen gemessen hätte. Also begleitet mich dieses Thema die letzten Tage sehr intensiv.

Allerdings ist es auch kein neues Thema, denn die grundlegende Einstellung vieler Menschen, andere an ihrem Handeln insgesamt zu messen, beschäftigt mich schon jahrelang. Da kannst du ein Mensch sein der ein hohes Ansehen hat, weil er immer freundlich, hilfsbereit, ehrlich, zuvorkommend, intelligent usw ist. Macht er einen „gesellschaftlichen Fehler“, kann es passieren, das er bis an sein Lebensende geteert und gefedert wird. Menschen haben manchmal echt eine Meise.

Unser Weg ist täglich begleitet von Entscheidungen. Und zwar so viele, das ich sie gar nicht täglich zählen kann. Ob jede davon eine richtige oder eine falsche, das ist und sollte nicht bemessen werden.

Und wem steht es zu, das Leben eines anderen zu beurteilen und darüber zu richten. Denn niemand ist frei von Handlungen, die vielleicht andere oder sich selbst sowohl verletzen können, als auch Folgen haben können, die nicht so ganz große klasse sind.

Dennoch hilft es ganz bestimmt, weniger zu kategorisieren, als auch einfach mal hinnehmen.

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Sein, Lassen und Lieben

mensch

Und das kleine Mädchen links mittig am Fenster, die wird lernen das ihr Bauch das richtige sagt.

Und der Junge die Reihe davor, er wird lernen, dass er auch Fehler machen darf.

Und der Junge hinten in der Ecke wird lernen dass es wichtigeres gibt als einen vergessenen Stift.

Und seine Nachbarin wird lernen, dass jeder gleich wichtig ist – auch sie.

Und der Junge davor, er wird sich eines Tages im Spiegel anschauen und sich sagen, wie sehr er sich liebt.

Und das Mädchen ganz vorne wird lernen, dass sie auch mal nein sagen darf.

Und das Mädchen links neben der Tür wird lernen, dass es wert ist, geliebt zu werden.

Und der Junge quer hinter ihr wird lernen, das er auch schwach sein darf.

Und ihnen allen wünsche ich zu lernen, das niemand verurteilt werden darf, weil er anders denkt als der Rest. Jedem wünsche ich, das er geliebt wird, wie er ist. Das Fehler verziehen werden, weil sie einfach zum Leben dazu gehören. Das man sie liebt und immer den Fokus auf ihre schönen Eigenschaften hat. Diese stärkt und die schwächeren ebenso liebt und an nimmt. Das man sie sein lässt wie sie sind.