Sportmangel

Mein Körper ist mein Haus

6 Monate. 20 Kilo weniger. Fünf Gürtellöcher weiter. Drei Größen schmaler. Das ist der derzeitige Stand. Viel Sport baute Muskeln auf, straffe Gewebe und haben die Haltung um einiges verbessert. Ein Marathon und die Lunges fallen langsam leicht.

Ich schreibe diese Zeilen, denn vor nicht allzu langer Zeit, war viel Sport und Bewegung ein Fremdwort. Zwar immer viel draußen an der frischen Luft, wer einen Vierbeiner hat, weiß wovon ich rede, aber wer Spazierengehen mit Sport auf eine Stufe stellt,… das ist eben nicht das gleiche.

Am Anfang fiel mir das Joggen sehr schwer. Niemals im Leben gelaufen. 300 Meter später und das Herz tanzt Tango unter Speed durch den Körper. Aber es wurde besser. Mit jedem Mal. Und eines Tages war er da. Der Tag an dem der Körper von sich aus Bock auf intensive Bewegung hatte. Das Bedürfnis nach mehr. Laufen. Treppe rauf, Treppe runter. Zwei Stufen auf einmal. Mit jeder Stufe mehr Freude. Das Herz im Einklang mit dem Puls. Ein Körper der lernt, das Sport ihm gut tut.

Bis dato verlangte der Körper bei emotionalen Schieflagen gerne Zucker. Bin ich traurig, ist der Tag beschissen, gönn ich mir doch mal eine leckere Schokolade. Oder ne fette Pasta. Natürlich mit Schokolade noch dazu. Geht die Waage nach oben, egal. Ist ebenso. Alle möglichen Diäten über Jahre, kein Rauchen mehr, packten locker 10 Kilo oben drauf. Drei Kilo runter, vier Kilo hoch. Weight Watchers ist sicher eine gute Alternative, aber wer seine Essgewohnheiten nicht ändert und bei gleichen Essmustern bleibt, schnellt recht bald wieder hoch. Es endete mit einer Hüftfalte im Rückenbereich. Du meine Güte.

Mein Körper ist mein Haus.

Dieses Haus ist jetzt so alt, dass es in diesem Jahr nun grundsaniert wird. Werden musste. Innen und Außen. Allem voran jedoch die Erkenntnis, ich hab nur dieses Haus. Es gilt zu pflegen und zu hegen. Achtsam mit ihm um zu gehen. Und sensibel drauf zu hören, was tut ihm gut. Wer wie ich jahrelang blind mit sich umgeht, hat aus seinem Körper vielleicht auch eine zugemüllte Festplatte gemacht. Hat Sinne mit Glutamaten und unüberlegtem Reinstopfen völlig verklebt und lahmgelegt.

Aber ein Körper ist dankbar. Und kann verzeihen. Mit Willen. Mit Achtsamkeit kann man anfangen ihn aufzuräumen. Und eine Balance finden, das Alk, Kippen und Pizza auch ihren Platz zwischen Kefir, Gemüse und gesundem Zeugs finden.

Automatismen können verändert werden. Und aus jahrelanger antrainierter Unachtsamkeit, kann ein sensibler Umgang um sich selber werden.

Das Gefühl, mit Leichtigkeit doppelte Stufen hochzuhüpfen. Nach zwei Stunden Sport, verschwitztem Körper, anschließender Sauna unter der heißen Dusche zu stehen. Das ist einfach schön. Ein wenig Sonne und täglicher Kefir machen zusätzlich glücklich 🙂

Ich denke jedoch, dass es im Grunde kein Ende gibt. Es funktioniert nicht nach dem Prinzip, ich mach das jetzt mal sechs Monate und dann bin ich fertig. Es muss dabei bleiben achtsam zu bleiben und ein wenig diszipliniert.

Mein größtes Ziel ist und bleibt dabei den roten Faden zu verlieren. Diesen seit Jahren anwesenden roten Faden, der aus Unzufriedenheit mit sich selber, Frust und falscher Belohnung besteht. Eine gesamtheitliche Änderung und Umgang mit meinem „Haus“ , innen und außen umfasst. Schokolade, gern und gut. Aber nicht mehr als Belohnungsprinzip. Oder täglich nach dem Essen. Sondern nur dann, wenn einfach mal große Lust drauf ist…

 

 

 

 

 

 

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