Gefühle

Tag 2

Ich bin dankbar, dass ich so viele wirklich großartige Texte vom Kiezneurotiker lesen durfte. Das sogar sein Sohn mal an einer Mitmachaktion meines kleinen Blogs teilnahm. Ja, er war mir einer meiner liebsten Blogger. Danke dafür…

Ich bin dankbar, dass jeder Tag ein neuer Anfang sein kann. Alleine das Wissen lässt mich manche Nacht irgendwie überstehen.

Ich bin dankbar das ich fühle. Auch wenn es manchmal Traurigkeit ist. Oft mag ich sie nicht. Die Traurigkeit. Aber wenn wir nicht mehr fühlen, was bleibt dann noch….

 

Das 21 Tage Experiment startet hier

 

 

Sommersinne

In diesen Tagen ist alles mehr. Viel mehr. So viel mehr intensiv.

Die Wärme lässt dich spüren wer du bist. Wieviel du bist. Und doch so viel mehr.

Deine warmen Füsse, sie spüren jede Unebenheit auf dem Boden. Ein kleiner Kiesel bohrt sich zwischen die Zehe. Ein Grashalm kitzelt deinen Knöchel.

Deine Unterwäsche sie klebt an dir wie eine weitere Haut. Setzt du dich hin, sammeln sich deine Körperflüssigkeiten zwischen deinen Schenkeln.

Du fühlst einen Tropfen des warmen Körperwassers deinen Rücken runter tanzen. Zielstrebig macht er sich auf, direkt zwischen dein Gesäß. Dabei das leichte Kitzeln auf deiner Haut.

Du brauchst keine Decke, die Luft deckt dich von selber zu. Sie hüllt dich einfach ein.

Menschen die dich passieren, nimmst du so viel intensiver wahr.

Die Kleidung klebt an ihren Körpern. Du siehst jede Hautpartie. Frauen deren Brustwarzen hart gegen ihr Kleid sich wölben. Jeder Schritt lässt dir visuellen Zugang zu ihrem erhitzten, klebrigem Körper.

Männer deren erigierter Schwanz dir gut sichtbar entgegen ragt, weil sie den Anblick all der kurzen Röcke, die ihren Augen begegnen, kaum noch aushalten können.

Und die Luft… Sie ist ist erfüllt von Gerüchen. Ich kann mich ihnen nicht entziehen. Körpergerüche lassen immer wieder meine Sinne völlig entschwinden. Sie sprechen eine ganz eigene Sprache.

Und die ist so anders, als die meiner Augen. Diese Sprache lässt mich fühlen, wie es ist, nicht schauen zu können. Und du überlasst deine Wahrnehmung und all deine Empfindungen nur deiner Nase.

Es ist eine wirklich interessante Zeit derzeit. Wenn auch tief, bedrückend, beängstigend, einsam, fühlend, empfindend… .

Alles meins…

Vieles darf ich meins nennen. Mein Ich zum Beispiel, das gehört mir. Einige materielle Dinge auch. Aber die sind eher nebensächlich. Das waren sie schon immer. Mein Körper und mein Kopf samt Inhalt, die gehören eindeutig mir. Und immer wieder begegne ich Menschen, denen schenke ich Teile von mir. Einigen meine Zeit, anderen meine Gedanken und ab und an teile ich mich ganz und gerne mit anderen.

Doch ich bin und bleibe meins; alles Äußere und Innere. Hege und pflege, führe und bestimme über mich. Mal mehr mal weniger.
Was nicht heißt, dass es immer gelingt, zumindest was meinen Geist angeht. Er ist hin und wieder schwer zu hegen und zu bestimmen. Der, obwohl er meiner ist, mir nicht ständig folgt, obwohl ich mir die größte Mühe gebe, ihn gut zu behandeln und zu achten. Äußerst unfair finde ich das von ihm, aber er hat seinen eigenen Kopf und ist stur wie ein Maulesel.

Es braucht im Regelfall immer sehr viel Geduld und Ruhe, um ihn wieder einzufangen um ihn wieder sicher in mein Ich einzugliedern, wenn er aus dem Ruder läuft. Er möchte gern immer die Führung haben, genau wie mein Bauch und ebenso mein Herz. Sie kämpfen häufig dafür, dass alles nach ihrer eigenen Nase tanzt. Doch jeder von ihnen ist immens stark und eine absolute Führungskraft.

Allerdings sind sie leider nicht immer einer Meinung. Dann entbrennt eine endlose Debatte unter ihnen. Alles diskutiert wild durcheinander und die Nacht wird gern zum Tage gemacht. Sie sitzen an einem runden Tisch in irgend ner Absteige, trinken Wodka und jeder von ihnen ist sich sicher, er habe Recht. Ich spiele dann den Barkeeper, beobachte unaufdringlich, halte mich zurück und höre ihnen zu. Bediene sie wenn sie etwas brauchen und versuche unauffällig diskret zu schlichten und mit ihnen abzuwägen. Ihnen zu helfen eine Balance zu finden mit denen sich jeder von den Dreien arrangieren kann und zufrieden ist.

Aber drei Entscheider sind häufig zwei zu viel und zum Schluß muss ich meistens würfeln, der Höhere gewinnt. Insgeheim wünsche ich mir immer das mein Herz gewinnt, denn das ist so schön freundlich, rosarot und folgt immer dem vermeintlich Guten. Andererseits ist der Bauch weiser als das rosarote Herz und hat eigentlich auch meines Erachtens häufig recht. Der Kopf ebenso. Ach egal, möge der beste gewinnen oder im absolutem Idealfall alle der gleichen Meinung sein und zwar meiner. Schließlich gehören sie ja mir….