Gedanken

Volle Fahrt voraus

Ein Blatt Papier benötigt Grenzen, damit der Kunstschöpfende einen Raum hat, den er bemalen kann.

Gedanken benötigen ebenso diesen Rahmen. Sprengen sie diesen, machen sie sich auf zu einer Reise ins Ungewisse….

In Küstennähe, in seichten Gewässern, kannst du all deine Gedanken noch im Auge behalten. Du möchtest ihnen schließlich Raum geben. Bist du jedoch unachtsam, nutzen sie die nächste Gelegenheit und preschen dir davon. Hinaus auf das offene Meer. Umtriebig sind die Gedanken dort und und lachen sich eins ins Fäustchen, während du verzweifelt am Ufer stehst und versuchst, sie zurück zu winken.

Kurzgedanken III Etwas länger und in Farbe.

Oder eher Splitter und Fetzen…

Die Ambivalenz der Gedanken die seit Monaten den Kopf durchjagen, rasen, Ecken ankratzen, tiefer dringen, Angst machen, in Frage stellen, schießen von Höhepunkt zu Höhepunkt. Eine Achterbahnfahrt wäre sicher ein Witz dagegen. Stell ich mir zumindest so vor. Ich steh nicht so auf Höhe und auch nicht auf den durch solches erreichten Adrenalinspiegel. Bin da eher für die Tiefe zu haben. Sie reizt mich mehr.

Im Moment allerdings ist die emotionale Talfahrt täglich ungeheuerlich.. Verschiedenste Gedanken, sie klatschen ständig am Kopfeingang ab und machen sich in meinem Hirn breit. Und ständig ist die Gefühlwelt durchgeschüttelt.

Heute ist die: LeckmichamarschEmo ganz weit oben, gepaart mit der LeererkopfistmiramliebstenEmo. Doch leider sind diese Gefühle ständig nur kurze Haltepunkte. Verschnaufpausen. Da reicht ein Blick auf Käthe Knoblochs´s wundersamen schönen Blog und schon jage ich wieder los zur nächsten Talfahrt. Runter ins Grauen.

Es ist so als ob derzeit alle Regeln irgendwie außer Kraft scheinen. Oder das sie sich neu finden müssen. Ja. So klingt es besser. Der liebe und so weise Gerhard Mersmann hatte dazu gestern einen Artikel, der aus dem Tieftal wieder hoch half. Vor allem der letzte Absatz.

Ich weiß nicht ob ein Einpendeln funktionieren wird. Ich weiß nicht was kommen wird, aber ich weiß das diese ganze Medienmache Menschen erschreckt, ihnen soviel Angst macht, das sie Gewehr bei Fuß zu stehen scheinen und vorab provisorisch erstmal schießen. Irgend wen richtigen trifft es schon.

Wenn ich bei Facebook lese das dafür geworben wird: „schau bei deinen Freunden, wer die Pegida unterstützt“, dann kann ich kotzen. Wo sind wir hier, bei der Stasi?

Denn ganz ehrlich, ein klares Statement, auch wenn es mir völlig missfällt, Menschen die klar und offensiv ihre Meinung vertreten, sind mir als Gegenüber viel lieber, als die, die ihr vermeintlich gefährliches Gedankengut für sich behalten und dir von hinten in den Rücken schießen. Sie sind noch gefährlicher als die dummbratzigen Mitläufer. Die Gutsmenschen, die ihre dreckige Wäsche nur im Keller aufhängen….

Wie auch in jedem guten Krimi, der Bösewicht ist mir häufig lieber, als der intrigante „Zweitbösewicht“.

Vor Monaten wurde mir mal eine Frage gestellt:

„Stell dir vor, ich gebe dir 1.000.000 Euro und dafür drückst du einen Knopf. Einen kleinen Knopf. Mit dem bringst du 10 Menschen um. Du kennst sie nicht, sie können dir völlig egal sein. Am anderen Ende der Welt, da befinden sie sich. “   Die erste automatische Antwort wird dir sofort ins Hirn schießen. Hab ich recht? Aber überlege weiter. Und tiefer. Ein paar Tage. Ich möchte die Antwort nicht wissen. Es soll nur widerspiegeln, das es eben mehr in uns gibt. In jedem Einzelnen.

Und bevor die Hütchen – Stöckchen Reise weitergeht, hier einen Stop, vielleicht gibt es Morgen eine ganz neue Sicht der Dinge. Oder eine noch bessere Erkenntnis. Oder einen Schöneweltzauberstab 😀

 

Und passend dazu, denn der Kopf fährt schon wieder Achterbahn:

Heute hat ein Bild mal einen Namen…

Der leere Kopf

 

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