Alter

Und was sagst du zu einer Unterbüx?

 

Dein Alter lässt sich nicht nur an den Falten in deinem Gesicht ausmachen.

Auch nicht an dem Lidschatten, der sich nicht mehr so einfach auf dem strammen Oberlid verteilen lässt, weil das Lid mit den Jahren an Straffheit verliert und sich nun kaugummiartig mit dem Lidstrichpinsel jeweils nach rechts oder links über das Auge hinweg schiebt .

Nein. Um zu merken das du älter wirst, reicht manchmal ein einfacher Einkauf in einer Modeboutique. Ne. Bekleidungsfachgeschäft. Auch nicht. Shopping Mall. Klamottenladen heißt das richtig. Sagt die 14 Jährige. Aha. Auch gut.

Jetzt braucht sie noch Unterwäsche. Da stehen wir also. Im Fachbekleidungsgeschäft. Damenabteilung. Mit allem Möglichen auf den Armen. Jetzt in der Fachabteilung für Unterbekleidung. Bereich Mädchen. Also großes Mädchen. Kleine Frau. Mh, also. Ok… mh. Was soll se denn nun tragen, das Kind. Ich frag sie. Was nehmen wir denn nu, Mini? Bikini? Doch Brazilian? Ihre Schultern zucken hoch und runter. Meine Augenbraue schaut weiter ratlos.

Also damals.. da war das ja noch ganz anders 😀 😀

Pimark

 

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Wahrnehmung – Hans guck in die Luft goes on

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Seit meinem „Back to the Hans guck in die Luft Revival“ nehme ich meine Umwelt doch um einiges klarer wahr als sonst. Nicht das ich fast immer Ohrstöpsel dabei habe und mein musikalisches Gusto mich eh täglich begleitet. Zwischendurch war mein Blick dennoch auf das kleine leuchtende Display gesenkt. Ich gestehe. Derzeit lass ich allerdings auch die raus, denn die Wahrnehmung der Umwelt ist so um einiges klarer und gefällt mir. (Meistens)

Morgens um halb acht in der Bank. Drei Personen vor mir. Es dauert. Und dauert. Am Automat ein alter Mann. Seine Augen sind fast komplett im Bildschirm verschwunden. Drei Schritte auf ihn zu und ein freundliches Hilfsangebot meinerseits nimmt er dankend an. Seine Fingernägel uneben und gelb, weitaus länger als die der Supermarktverkäuferin – Gruselkindheitserinnerung, nur nicht aus Plastik und ohne Blingbling. Sein Atem spiegelt eine lange Nacht mit viel Fusel wieder. Gemeinsam mit ihm drücke ich die richtigen Knöpfe, mehr als 20 Euro spuckt ihm der Automat doch nicht aus. Verabschiede mich freundlich und kehre in meine Reihe. Ein ungutes und selbst schon erlebtes Gefühl macht sich breit. Nichts von den Dingen, die ich nochmal erleben möchte. Aber man weiß ja nie.

Ein wenig später treffe ich sie. Wie jeden Morgen im Park am Entenfüttern. Sie kommt täglich. Ihr Tagesrhythmus braucht wohl genauso die Stille am See wie meiner. Sie wird an die 80 Jahre alt sein. Sehr zierlich und ihre Kleidung ist um einiges zu groß. Vertraut sammeln sich die Enten um sie. Heute jedoch sammelt sich mehr noch als sonst, eine Riesenschar Möwen zusätzlich um die alte Frau. Seit die Möwen unsere Vorstadt als Massenbrutstation erkoren haben, ist die Möwenmigrationsrate immens gestiegen und sie fühlen sich hier augenscheinlich sehr wohl. Sollen sie. Ich mag sie. Und sie geben mir immer das sichere Gefühl nicht weit weg vom geliebten Meer zu sein.

Die alte Dame versucht immer wieder die aufdringlichen weißen Vögel zu vertreiben. Diese scheinen ihr weniger ans Herz gewachsen zu sein als die Enten.

Ihre Hände zittern und ihr Kiefer ebenso. Sie kann ihn nicht kontrollieren und er geht auf und zu. Auf und zu. Auf und zu. Ich denk an den alten Mann vor wenigen Minuten. Beobachte noch eine Weile die alte Dame. Hole doch die Ohrstöpsel raus und dreh für das letzte Stück in mein Office Metallica noch ein wenig lauter als sonst…