Akzeptanz

Ahnungslos II.

Nun las ich unter dem gestrigen Post mehrfach:

“ Man muss sich selber lieben, um andere lieben zu können“.

 

Mir geht es nicht gut mit diesem Satz. Er ist zu einfach und zu kategorisch. Was ist mit all den Menschen, die sich ihrer selbst nicht nahe sind? An sich zweifeln? Sich vielleicht nicht lieben – so wie er oder ein anderer meint, lieben zu müssen? Da kommt umgehend der gestrige Gedanke ebenso ins Spiel.

Wie kann man all diesen Menschen sagen, sie können aus diesem Umstand heraus, niemanden anderes lieben? Und vielleicht denkt eine solche Person auch nur, sie liebe sich nicht und geht, dem Ursprungssatz glaubend, ab jetzt den Menschen aus dem Wege. Aus Angst zu verletzen.

Mein Bauch schüttelt seinen Kopf. Wenn er einen hätte 😉

 

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Ich wünsche mir ein wenig mehr Freundlichkeit. Respekt. Mut. Nächstenliebe.

Der braune Mob gehört auf den Mond geschossen, für mich ebenso ganz klar und unabänderlich.

Aber das ist nicht der Weg für ein friedliches Miteinander.

Es glaubt doch nicht wirklich irgendjemand, dass Menschen ihre Meinung ändern, wenn man sie beleidigt und beschimpft. Das ist das Auge um Auge und Zahn um Zahn Prinzip. Es fangen sich Nachbarn hier an zu streiten.

Sich zu hassen.

Das ist für gar nichts effektiv und dient niemals einer guten Sache.

Wie kann ich herzliche und offene Arme propagieren, wenn ich gleichzeitig meinen Nächsten beleidige.

Es sollte sich mal jeder überlegen, was er seinem Kind im Kindergartenalter beibringt, oder beibringen würde, wenn er eins hätte.
Jeder versucht doch seinem Kind zu vermitteln lösungsorientiert zu handeln. Gewaltfrei. Ohne Beleidigungen und Verletzungen. Es wird von Vierjährigen verlangt nicht zu hauen, wenn der doofe Benny der Claudia die Schippe klaut. Und wenn der böse Klaus den Tino beleidigt, dann gibt es ein Gespräch und er muss sich entschuldigen. Wir erziehen die Kinder dahin, dass sie alles probieren sollen. Rücksicht zu nehmen. Andere Meinungen respektieren.

So aber kann es nicht funktionieren…. und der Tag kann kommen. Der Tag an dem sich jeder spinnefeind ist, weil jeder sein Recht auf seine Meinung mit Leib, Seele und Waffe verteidigt und durchsetzt …

Anmerkung zu Kurzfrequenzen – V – Fehler

Allen Gedanken zum Thema Fehler – was ist das überhaupt genau, ein Fehler -, ging ein Radiobeitrag voraus, in denen  „nicht getane Fehler“ dazu dienten, den Tod eines bekannten Schauspielers, noch mehr Tiefe und Schwere zu verleihen.

Das ließ mich stutzen. Er war mein Kindheitsheld und mein damaliges Sinnbild für „die Guten“ . Jedoch stellte ich mir nie die Frage, ob er Fehler in seinem Leben, oder ob er immer und zu jeder Tageszeit ein „Guter“ war.

Es interessiert mich nicht, weil ich an diesen angeblich falschen Interaktionen nicht meine Sympathie für diesen Menschen gemessen hätte. Also begleitet mich dieses Thema die letzten Tage sehr intensiv.

Allerdings ist es auch kein neues Thema, denn die grundlegende Einstellung vieler Menschen, andere an ihrem Handeln insgesamt zu messen, beschäftigt mich schon jahrelang. Da kannst du ein Mensch sein der ein hohes Ansehen hat, weil er immer freundlich, hilfsbereit, ehrlich, zuvorkommend, intelligent usw ist. Macht er einen „gesellschaftlichen Fehler“, kann es passieren, das er bis an sein Lebensende geteert und gefedert wird. Menschen haben manchmal echt eine Meise.

Unser Weg ist täglich begleitet von Entscheidungen. Und zwar so viele, das ich sie gar nicht täglich zählen kann. Ob jede davon eine richtige oder eine falsche, das ist und sollte nicht bemessen werden.

Und wem steht es zu, das Leben eines anderen zu beurteilen und darüber zu richten. Denn niemand ist frei von Handlungen, die vielleicht andere oder sich selbst sowohl verletzen können, als auch Folgen haben können, die nicht so ganz große klasse sind.

Dennoch hilft es ganz bestimmt, weniger zu kategorisieren, als auch einfach mal hinnehmen.