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Familien kann man sich nicht aussuchen. Das ist bisweilen wirklich tragisch. Vor allem dann, wenn man sich in der eigenen Familie immer fremd fühlt. Das führt zu vielen unschönen Nebenwirkungen, aber in erster Linie dazu, das die Verletzungsgefahr stets bleibt. Es ist absurd, aber man kann nicht alt genug werden, dass man gegen Verletzungen aus den ersten Reihen immun ist. Abgestumpft, what ever. Fatal ist es dann wenn man seine gut aufgebaute Mauer ein wenig fallen lässt, weil sich ein trügliches Zeichen von „mehr Nähe“ „Annahme“ „Herzlichkeit“ anzubahnen scheint. Oh, schön, fühlt sich gut an. Ok, ich lass ein wenig Schutzraum auf und Peng. Volle Breitseite. Ein unbedachter Moment und schon gibt es wieder einen Knieschuss.
Dann sagst du dir wieder mit deiner immer noch blutenden Schusswunde „: hey, war nicht böse gemeint. Kann ja nicht anders.“, während die eh nie ganz verheilte Verletzung wieder frisch und rosig anschaut. Es bleibt stets nur: akzeptiere und ändere deine Haltung. Die andere Seite kann nicht mehr geändert werden. Sie ist wie sie ist. Es bleibt an dir damit umzugehen… Und das geht mal besser und mal schlechter. Und manchmal auch ganz schlecht.

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4 Kommentare

  1. So etwas habe ich zwar bisher nicht als Betroffener erlebt – vielleicht habe ich an der Stelle einfach Glück gehabt – doch Du hast das so gut beschrieben, dass ich den Eindruck habe das mitfühlen zu können.

    Wenn ich eine Idee hätte, würde ich hier jetzt einen Tipp hinterlassen. Doch ich vermute, dieser Konflikt in der Familie einerseits Nähe zu suchen und sich dadurch anderererseits besonders verletzlich zu machen, lässt sich nicht wirklich auflösen.
    „Blut ist dicker als Wasser“ hat die Mutter meiner Ex immer gesagt. Nach dem Motto haben sich Mutter und Tochter sowie der Rest der Familie teils liebevoll umsorgt, teils leidenschaftlich gestritten und teils über lange Zeit ignoriert. Als Partner gehörte ich zum Wasser und konnte nur staunend zusehen. Für mich glich das einer emotionalen Achterbahnfahrt.

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