Die Sache mit den schlechten Erfahrungen

Da sagte mal einer zu mir „Ich kann keine Türken ab. Die sind einfach scheiße.“ Eine Debatte entbrannte, ich empört und entrüstet über solche Aussagen. Er erzählt mir, er wurde in seiner Jugendzeit von zwei Türken verkloppt. Seit dem findet er sie allesamt scheiße. Gott wie einfältig und blöd er doch sei, sag ich. Nur weil ein Vorfall mit einem oder in dem Fall zwei Menschen passierte, kann man jawohl nicht pauschalisieren. Herrgott.

Nun verhält es sich so. Mein Hund wurde ja im August beinahe Tot gebissen. Von einer Old english bulldog Dame, mit wedelndem Schwanz. Zwar mein ich immer noch da war noch was anderes in dem Hund, aber das ist eigentlich auch egal.

Seit diesem Vorfall, der übrigens heute auf den Tag genau fünf Monate her ist, hab ich Schiss. Ich kann da gar nix gegen tun. Mein Herzschlag verändert sich. Temperatur schießt von ganz kalt bis ganz warm durch den Körper, sobald ein artverwandtes Kraftpaket uns entgegen kommt. Egal ob Stafford, Pitpull, Bulldoggen ect. Ich will das gar nicht. Hab nichts gegen diese Hunde. Mein Körper sieht das allerdings so ganz anders und rebelliert.

Nun übe ich, das eines Tages  wieder eine innerlich entspannte Begegnung möglich ist. Und ich habe gemerkt, das Menschen, die, was auch immer erlebt haben, nicht einfach davon ablassen können, Angst davor zu haben. Auch wenn ihnen ihr klarer Kopf die ganze Zeit ins Ohr flüstert, das diese Angst völlig unbegründet ist.

Es ist eben ein Lernprozess. Und an dem muss man dran bleiben. Sonst frisst sie einen auf……

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5 Kommentare

    1. Ja..das denke ich ebenfalls..Und wenn kein Verständnis, dann wenigstens das Selbstverständnis, zu respektieren.
      Ich frage mich oft, was wird bald.passieren, wenn dem Schwarz und Weiß noch mehr Futter gegeben wird. Was passiert wenn jeder sich das Recht raus nimmt, die einzig richtige Meinung zu haben?

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  1. Das ist wahr, was man aber bedenken muss ist, dass vielleicht nicht alle aus Angst heraus Vorurteile oder gefestigte Meinungen haben, sondern weil sie Meinungen übernommen haben, ohne sich selber dazu Gedanken gemacht zu haben. So wie du das schilderst passiert das aber leider auch oft. Man kann mit dem Kopf lernen und der Körper kann aber was ganz anderes lernen und ich glaube sowas kriegt man nur schwer wieder weg.

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    1. Ja, da hast du vollkommen recht. Es gibt verschiedene Möglichkeiten auf eine emotionale Schieflage zu gelangen. Erstere ist derzeit sicher medial sehr gewichtig und dreifach gefährlich, hast gerade so eine Buschfeuermentalität.
      Und auch der lange Weg, dem Körper die Sicherheit zu vermitteln, die dem Kopf doch schon längst klar sein müsste. Ist vielleicht auch ein wenig wie mit der Höhenangst. Wer von einer Leiter fiel, sollte tägliche ein wenig Stufen steigen um auch diesen Sturz zu verarbeiten.

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