Der Spiegel

Vor drei Tagen verschwand nach einer Party ein 19 jähriger Skinhead.

Nach einem Konzert der rechtspopulistischen Band KagegorieC, bekannt für ihre fremdenfeindlichen, antisemitischen und schwulenfeindlichen Texte, verschwand der junge Rechtsradikale Paul T. aus Chemnitz. Er verließ stark angetrunken gegen zwei die Lokation und ist seit dem verschwunden. Seine Nazifreunde, Familie und andere suchen seit dem nach ihm.

Wie liest sich das so? Erwecken diese Zeilen sofort das Gefühl, „scheiße, was ist dem Jungen wohl passiert?„

Vor ein paar Tagen ist die Leiche eines Jungen aus Afghanistan hier in der Stadt gefunden worden. Er wurde seit, ich glaube, November vermisst. In den sozialen Netzwerken standen so unglaublich miese Kommentare unter der Suchanzeige. Und ich hab mich aufgeregt. Über diesen hirnlosen Mist, den manch einer schrieb. „Dreckspack, hat sich bestimmt abgesetzt um woanders Sozialkohle abzukassieren„. Um nur einen Kommentar zu nennen. Es waren viele Kommentare. Sehr viele Menschenverachtende Kommentare. Unüberlegt. Dumm. Von Menschen, mit denen ich mich nicht unterhalten möchte. Menschen die ich in meinem Leben nicht haben möchte. Null. Nada. Weg mit dem Gesindel.

Nun ist es eben so. Ich sehe natürlich die Welt mit richtigen Augen. Die anderen, das sind die, die eine scheiß falsche Meinung haben.

Und da geht es eben los oder sagen wir, da endet es. Richtig, falsch. Mitleid, Verachtung. Wichtig, egal.

Ich habe keine Lösung, aber ich weiß, dass die Probleme die wie eine riesige Welle alles überrollen zu scheinen, nicht geringer werden, wenn Akzeptanz in welcher Form auch immer, gen Null ist.
Und ich mach mir Gedanken, warum ich beim Lesen der obigen Zeilen eben kein Mitleid habe. Es mich schlichtweg nicht interessiert.

Obige Anzeige hat sich nicht so ereignet. Sie sollte nur ein Beispiel darstellen. Das Verschwinden und das Versterben des afghanischen Jungen jedoch leider schon….

Advertisements

Ein Kommentar

  1. Für mich gibt es da durchaus einen Unterschied und dieser betrifft die freie Entscheidung eines Menschen. Hat der Afghane entschieden, dass er flüchten musste (vermutlich) und dass er Afghane ist (wohl nicht)? Wie frei ist seine Entscheidung zur Flucht im Vergleich zu der, sich politisch extrem zu werden? Ich möchte auch gern vorurteilsfrei empfinden, aber manch ein Mensch macht mir das nicht leicht, weil er sich ein Etikett aufklebt, welches ich nicht übersehen kann und auch nicht übersehen möchte.

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s