Es war einmal ein kleines Huhn

Neulich war ich im Bürgerpark. Bremens größter Stadtpark, unter anderem mit einigen Tieren, die dort ihr Zuhause haben. Da wollte ich hin. Tiere beobachten und weiter am „schnellen Stich“ üben.

Die Bentheimer Schweine haben irgendwie ihren eigenen Charme. Und wenn man sie etwas länger beobachtet, sieht man eine Sanftheit in diesen doch sehr robusten Tieren und wie sie so nah beieinander lagen, ja das war schon irgendwie niedlich. Dabei ein immer mal wieder kreisendes Ringelschwänzchen. 😀

Die meiste Zeit blieb ich jedoch bei den dort freilaufenden Hühnchen. Verschiedene Rassen leben zusammen. Große Hühnchen, kleine Hühnchen. Dicke und dünne. Mittig im Bild sieht man ein weißes überdimensional dickes Huhn. Ich glaub das ist ein Laufhuhn. Das hatte so dicke Beine, die waren schon wunderlich ^^. Ja und dann war da dieses kleine Kücken. Mit einem braunen flaumigen Federkleid. Wie sanft doch Mama Huhn mit ihrem Kücken war. Und das Kleine flog mehrfach auf einen Ast, 7 Zentimeter hoch, neben Mamas Antlitz. . Manch einer wird denken, Herrgott, es ist nur ein Huhn. Aber das ist es eben nicht. Es ist ein Huhn, wie ein Hund ein Hund ist, und ein Mensch ein Mensch. Ein Lebewesen mit all seinen Fähigkeiten, seinem Sein, welches irgendwie das Herz so doll erwärmt, wenn man einfach mal hinschaut. Mama Huhn schüttelt ihr Federkleid, das Kleine macht sofort mit. Mama bleibt stehen, das Kleine gleich mit. Und ständig krabbelt das Kleine unter Mamas Federn. Dann siehst du nur noch ein Huhn mit vier Beinen 😀

Solche Momente tun so gut. Sie erden. Und sie machen wieder ganz besonders klar, was der Mensch heutzutage so achtlos mit Tieren tut. Die Abermillionen männlichen Kücken die ihr Leben lassen müssen. An die musste ich besonders traurig denken, als ich dieses kleine glückliche Kücken mit seiner Mama beobachtete. Aber auch die, die diesem grausamen Schicksal entkommen, haben eben einfach keine bessere Zukunft…

 

 

 

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25 Kommentare

      1. du meinst … so eine art OBERSTERheldenHELD …!?

        cooler gedanke … ich sollte wohl meine visitenkarten upgraden …

        André C.

        ÜBERHELD

        chef von Cark,Bruce und all den anderen kerlen in strumpfhosen

        FREUND von den ganz ,ganz coolen mädels

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  1. Tolle Bilder, ich mag ja besonders die Schweinchen 🐷, sie haben etwas so uns ähnliches… Aber leider oft kein gutes Leben… Wie die meisten unserer Nutztiere 😦
    Mich macht das sehr traurig, aber wie ich sehe, machst auch du dir Gedanken um solche Sachen.

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    1. Ich denke immer wieder darauf hinzuweisen, ohne als Messias durch die Welt zu gehen, kann vielleicht den einen oder andren ein wenig sensibilisieren. Und dem nächsten vielleicht die Möglichkeit geben, selber ein wenig klarer Wahrzunehmen und nicht alles als „richtig“ anzusehen, was in diesem Lande passiert….
      Danke übrigens, freut mich sehr das sie dir gefallen.<3

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      1. Hmmm schwierig, ich glaube wem das Wichtig ist, wer Tiere mag und sich für sie einsetzt, der weiß es ohnehin wie schlecht es ihnen geht und die anderen… Denen ist das eh egal, selbst, wenn sie es vor Augen haben.

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  2. Dieser Moment, wo dir die tiefe Verwandtschaft bewusst wird – beasts if burden, die geteilte Erfahrung von Verletzlichkeit der Leiber, aber auch Glück des Augenblicks. Es ist schön zu lesen, wie sich diese Erfahrung, die Kindern so leicht fällt, bis wir sie ihnen austreiben, sich einfach so wieder einstellt, wenn man nur mal genau hinsieht und innehält.
    Wirst du endlich doch vegan?

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    1. Genau dieser Moment. Du hast so recht mit dem was du sagt.. wir treiben es ihnen so oft aus. Wobei ich mich fast ausschließen möchte. Sagen wir, es wird ihnen ausgetrieben. Wie so viel anderes, herziges. emotionales. natürliches… und später muss man wieder so viel dran arbeiten sich alles zurück zu holen. Und manchmal gelingt es vielleicht nie.
      Was das Vegan angeht, sagen wir so, der Weg wird sicher eines Tages dort enden. Wobei ich noch denke, wenn man bewusst Fleisch ist. Aus „artgerechter“ Haltung. Demeter zum Beispiel. Achtsam mit dem Konsum umgeht, kann ich es noch vertreten. Und ganz schlimm, hin und wieder schmeiße ich all das weg und esse irgendwas, das mag ich hier noch nicht mal verfassen^^. Wie ein Junkie auf Droge, so fühlt es sie dann an. Da sind alle Gründe dagegen für ein paar Momente wie weggewischt….

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      1. Du hast „artgerecht“ selbst schon in Anführungszeichen gesetzt – ich glaube, du weißt es, ebenso wie viele andere, eigentlich besser 🙂 Auch, was den „bewussten Konsum“ angeht, von dem die Opfer nunmal wenig haben – die werden ebenso wenig totgestreichelt. Dass unter den heutigen gesellschaftlichen (Produktions-)Verhältnissen die 50 Millionen geshredderten Küken (nur Dtld) ebenso zum Eierkonsum gehören, wie die dauerschwangeren sog. „Milchkühe“, deren entrissene Kinder, das Kalbsschnitzel, die Häute, aus denen man so schöne Schuhe macht… die Schweine, deren Intelligenz, Neugier und Lebhaftigkeit die meisten Hunde in den Schatten stellt… die Abermillionen von Hühnervögeln, deren Familienspiel du beobachtet hast…
        Ich behaupte nicht, dass man diese institutionalisierte Gewalt durch vegane Ernährung abschaffen kann. Kapitalismus ist weitaus komplexer als diese Vereinfachung auf Angebot und Nachfragr. Es ist lediglich eine Form gelebter Solidarität. Eine Selbstverständlichkeit eigentlich, wenn man erst einmal erkannt hat, dass der Konsum von Körpern anderer oder ihrer Ausscheidungen in einer industrialisierten Gesellschaft des 21. Jahrhunderts schon längst historisch überholt ist (wie einige andere Dinge auch, Hunger etwa oder der globale Ökozid). Individuelles Handeln ist vor diesem Hintergrund nur ein Anfang auf dem Weg zu neuen gesellschaftlichen Verhältnissen. Nur: Einmal erkannt, einmal nur in die Augen deines tierlichen Gegenübers gesehen und bemerkt, dass da *jemand* ist – so wie du das oben schön geschildert hast – von da ist es nur die Frage, ob man die Currywurst oder den TetraPak Kuhmilch einzuordnen weiß in den Zusammenhang, und sich erinnert, *wer* dafür im unnötigen Elend steckt.
        Liebe Mia, versteh mich nicht falsch: Das sind lediglich meine Gedanken zu dem Thema. Ich habe mich über deine bebilderten Parkbegegnungen gefreut und möchte nur ein wenig mehr Licht ins Dunkel der Kehrseite unseres Verhältnisses zu anderen Tieren bringen 🙂

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      2. „Kapitalismus ist weitaus komplexer als diese Vereinfachung auf Angebot und Nachfragr. Es ist lediglich eine Form gelebter Solidarität.“
        Toll zusammengefasst in einem Satz, das sind ganz genau meine Gedanken dazu.:)

        Gefällt 1 Person

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