Immer diese Floskeln

Stell dir mal vor du fragst den Nächsten – und ich meine den nächsten dir fremden, wie es ihm geht und er antwortet wirklich drauf.

Normalerweise geht es so:

„Hey, wie geht´s dir?“

In ausgereifter Höflichkeitsform : „Hey, schön Sie zu sehen, wie geht es Ihnen?“

Danke, mir geht es gut. Und Ihnen?“

Ne… es nervt.

Es könnte ja auch so gehen:

„Hey, wie geht´s?“

„Uh, danke.. ja nicht so gut. Neulich stand ich beim Proktologen und der gab mir ne Spritze in den Allerwertesten weil sich in der linken Seite innenliegend, ein Furunkel gebildet hat. Und die Tochter meiner Lebensgefährtin, die ist seit drei Wochen in Andalusien zum Schafe melken. Nebenher trage ich Zeitungen aus um die teuren Monatskarten für die Kinder zu bezahlen“…und so weiter und so fort…

Wie war das eigentlich, bevor dieses mistige „wie geht´s „, Einzug in die Begrüßung hielt?

 

 

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16 Kommentare

  1. @Topic: Nun weiß man aber nicht, ob derjenige die Frage aus aufrichtigem Interesse heraus stellt oder sie als Floskel benutzt.

    Zur Not bleibt dem Befragten immer eine kurze Zusammenfassung à la ‚Och, nicht so gut‘, ‚Danke der Nachfrage, Spitze!‘ oder ‚Die letzte Woche war der blanke Horror‘.

    Damit ist die Begrüßungszeremonie abgeschlossen und der Ball ist wieder zum Frager gespielt.

    BTW heißt es ja nicht umsonst Floskel … ob z.B. englischsprechende Menschen ein ‚Nice to meet you‘ immer so ernst meinen … 😉

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  2. Ich finde das eine nette Höflichkeitsfloskel…..und bei Menschen, mit denen man in engerer Beziehung steht, werden auch ehrlich antworten. Wo ist das Problem?

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    1. Es geht nicht um Probleme. Es geht um eine Artikulation die eine Begrüßung mit wie schon unten im Grunde angegeben, mit einer „Fragenfloskel“ verbindet.
      Und natürlich sind keine Menschen im engeren Kreise gemeint. Es geht einzig und alleine um die Verbindung dieser Frage mit „nur Höflichkeit“ und keinem direkten Interesse…

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  3. Ich persönlich empfinde es in den meisten Fällen als inhaltlose Phrase – aber das hängt natürlich vom Sender-Empfänger-Verhältnis ab. Etwas jugendlicher und noch bedeutungsloser wäre die Variante „Was geht?“, …
    Ich fand mich tatsächlich einmal in der Situation wieder, dass ich einen „alten Kumpel“ traf, er auf mich zu kam, mich freudig begrüßte und fragte: „Moin, wie geht’s Dir denn so?“
    … auf meine knappe Antwort: „Ehrlich gesagt gerade nicht so pralle …“, flüchtete er wie ein Jojo, das am Ende seines Fadens angekommen ist und wieder aufgerollt wird und ich bekam von ihm im Rückwärtsgang mit abwehrender Handbewegung und leicht entsetztem Gesichtsausdruck noch kurz zu hören: „Oh Gott, so genau wollte ich es gar nicht wissen …“ und weg war er wieder …

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      1. Ja, aber erst im zweiten Teil. Am Anfang stand die Frage: „Wie geht’s Dir“ – und die war nicht ehrlich!
        Ich bin natürlich nicht weltfremd (zumindest nicht völlig) und mir sind diese Art Floskeln durchaus bekannt, aber das impliziert nicht automatisch, dass ich sie auch begrüße …

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      2. Interessante Betrachtung … ich empfinde die Frage nicht zwingend als unehrlich, eher als schwammig. Ihn mochte schon interessieren, wie es so geht – aber nicht zwingend, wie es dir geht …

        Ui, das ist jetzt aber ein wenig philosophisch.

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  4. Vor diesen gab es andere Floskeln. Sie dienen dem friedfertigen Umgang der Menschen miteinander.
    Und ich finde es nicht so schwer, darauf zu reagieren: habe ich Zeit, signalisiere ich, darüber reden zu können. Habe ich keine, wünsche ich Gutes. Das mag zwar auch formelhaft sein, gibt aber das Signal „Ich habe verstanden.“

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    1. Es ist einfach situationsabhängig. Und eine Frage ist wie du schon sagst an eine Floskel gebunden. Das missfällt mir halt. Ich versuche es mir abzugewöhnen. Wenn diese Frage fällt, dann möchte ich die Zeit und das Interesse dafür haben und meinem Gegenüber signalisieren, das diese Frage eben ernst gemeint ist 🙂

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