Ahnungslos II.

Nun las ich unter dem gestrigen Post mehrfach:

“ Man muss sich selber lieben, um andere lieben zu können“.

 

Mir geht es nicht gut mit diesem Satz. Er ist zu einfach und zu kategorisch. Was ist mit all den Menschen, die sich ihrer selbst nicht nahe sind? An sich zweifeln? Sich vielleicht nicht lieben – so wie er oder ein anderer meint, lieben zu müssen? Da kommt umgehend der gestrige Gedanke ebenso ins Spiel.

Wie kann man all diesen Menschen sagen, sie können aus diesem Umstand heraus, niemanden anderes lieben? Und vielleicht denkt eine solche Person auch nur, sie liebe sich nicht und geht, dem Ursprungssatz glaubend, ab jetzt den Menschen aus dem Wege. Aus Angst zu verletzen.

Mein Bauch schüttelt seinen Kopf. Wenn er einen hätte 😉

 

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22 Kommentare

  1. Vielleicht wird er so besser, der Satz:

    Du kannst nur erfolgreich lieben und geliebt werden, wenn Du Dich selbst liebst.

    Und selbst das ist noch viel zu oberflächlich und verallgemeinernd… Über welche Liebe reden wir denn hier? 🙂

    Koooooomplexes Thema 😉 ist

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  2. Weil die Gefahr besteht, dass man, wenn man sich selbst nicht liebt, abhängig werden kann von der Liebe und der Anerkennung eines anderen.
    Wer sich selbst liebt und weiß was er braucht um wiederzulieben, hat viel zu geben.
    Jemand der sich nicht gut leiden kann oder sogar hasst, braucht hingegen viel vom anderen. Dann kann ein Ungleichgewicht entstehen.
    Wie stellt sich Eigenliebe dar?
    Jemand, der sich selbst überhaupt nicht liebt, erkennt sich nicht so gut in seinen Bedürfnissen. Achtet oder respektiert man das, was man nicht leiden kann oder sogar hasst? Insofern liebt jeder Mensch, der einen Überlebenswillen zeigt und hier für sich selbst sorgt, sich doch zumindest an dieser Stelle. Der Sinn des Spruches: wer sich selbst nicht liebt, Kann auch andere nicht lieben bedingt sich in einem schwarz-weißen Absolutismus. So empfinde ich es.
    Liebe Grüße✨

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  3. Ich mochte mich eigentlich immer. Aber über einen recht langen Zeitraum habe ich meinen Wert selbst nicht geschätzt. Und weil ich das nicht tat, habe ich mich und das Herz vor allem an Personen gehangen, die mir nicht wahnsinnig gut taten, die ich aber wahnsinnig zu lieben schien. Erst als ich mich wirklich so schätzte, wie ich bin (und auch Fehler annahm), habe ich jemanden gefunden, mit dem es passt. Darum denke ich schon, dass die allgemeine Aussage viel Wahrheit enthält. Wenn man sich selbst nicht wertschätzt, wird man nach jedem positiven Etwas, das andere Menschen einem geben, lechzen. Und liebt man dann den anderen oder die positive Aufwertung, die derjenige einem – wie auch immer – gibt?!

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  4. Ich habe mehr ein Problem mit dem Wort „selber“, das einfach nur schreckliches Deutsch ist. 😉 Die Aussage selbst ist zu pauschal und wird gern aus dem Zusammenhang gerissen. Aber wer sich selbst hasst und als minderwertig ansieht, wird Probleme mit der Liebe zu anderen haben. Der Narzisst aber auch.

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  5. Ja, so ist das mit Vereinfachungen.
    Oft helfen sie komplizierte Zusammenhänge auf den Punkt zu bringen. Sie sind gleichzeitig nur selten allgemeingültig, weil das Leben bunt ist und sich nicht auf schwarz und weiss reduzieren läßt.

    Draus jetzt abzuleiten, dass Menschen „aus diesem Umstand haraus, niemand anderes lieben“ können, geht mir allerdings zu weit.
    Also laß‘ uns den Ausgangssatz einfach anpassen:

    „Menschen die sich selbst lieben können, fällt es leichter andere zu lieben.“ 😉

    Das schließt den von Dir beschriebenen Fall dann nicht mehr aus.
    Und niemand will gerne „müssen“ müssen.

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  6. Ich stimme der Grundaussage durchaus zu, aber natürlich hast Du mit Deinen bedenken Recht. Ich habe die Aussage nicht konkret nachgelesen, gehe aber davon aus, dass es „nur“ ein kurzes Statement unter einem kurzen Text/Gedanken war. Es kann also nicht den vollumfänglichen Wert einer wissenschaftlichen Analyse erfüllen. Natürlich geht es differenzierter, aber wieviele Zeichen erlaubt so ein Blog? Wieviel wollen oder würden die Leser noch lesen? Ist der Anspruch an eine Reaktion/Interaktion eher ein wissenschaftlicher oder eher ein emotionaler?
    Es ist eine kurze, nicht alles sagende Zusammenfassung, nichtsdestotrotz aber mit einem großen Anteil Wahrheit.
    Es heißt ja auch nicht, sich selbst zu vergöttern, sondern zu lieben/mögen. Aber wie kann ich die Liebe eine Partners zu mir zulassen, wenn ich mich selber so gar nicht mag? Ich kann dem Partner seine Liebe dann ja gar nicht glauben (und glaube mir, diese Situation kenne ich nur zu gut). Ich muss davon ausgehen, dass er aus einem anderen Grund mit mir zusammen ist als Liebe (Angst vor dem Alleinsein, Egoismus, finanzielle Vorteile, Sicherheit, Kinderwunsch, …). Das säht Misstrauen …

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