Der interessante Umkehrschluss

Menschen mit wirklich wenig Gewicht, empfinden sich optisch sehr häufig als Mittel- bis Schwergewicht.

Menschen mit, sagen wir ein bisschen bis enorm viel mehr Gewicht, sehen gern im Spiegel eine Gazelle oder ein gut proportioniertes Reh. Klarheit bringt dann die Waage. Die, die langsam vor sich hinstaubt, in der letzten Ecke des Bades. Oder die slimfit in einer Boutique, die just vor dem Hintern zum Stoppen gerät, in der Größe wie immer. Frau ist empört. Beschwerde!

Ist das eigentlich nur so ein Frauending? 😀

 

 

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31 Kommentare

  1. Manchmal möchte ich ganz dünn sein, weil ich dann das Gefühl habe, dass die Mauer, die die Seele zur Welt trennt dann nur eine dünne ist. Das ist natürlich Unsinn, aber der Gedanke ist präsent, obgleich (oder sogar deswegen) ich mich als „nur“ normal schlank empfinde. Vor drei Jahren war ich ganz dürr, ich konnte meine Rippen sehen und die Adern auf meinen Armen stachen bläulich heraus, mir war, als könnte ich meine Blutbahn beobachten und zusehen, wie mein Herz dabei schlug – das gefiel mir sehr. Auch mochte ich den Zustand des nicht ewig gesättigt seins. Diese Fülle im Magen, diese Schwere missfiel mir irgendwie, obgleich ich gerne aß (und esse) und auch von Fast-Food nicht abgeneigt war. Kurz: ich kann es verstehen und nachempfinden, wenn Menschen dünn sein wollen – nicht um einem Idealbild gerecht zu werden, sondern einfach nur für sich selbst.

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    1. Verstehe sehr was du meinst. Auch wenn mir dieses Gefühl recht neu ist, so geht es mir derzeit ganz oft so.
      Es ist halt immer wichtig den „gesunden“ Blick nicht zu verlieren. Aber ich weiß auch um das Fühlen, das Sehen, wie du es gut beschriebst. Das Mögen des Sehens. Philosophisch gesehen ist es wunderbar.

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  2. Ich kenne das etwas anders. Ich hatte vor Jahren eine Infografik erstellt, und wenn ich mich richtig erinnere, hatte ich das Folgende dargestellt:

    Frauen fanden sich und die Männer vorwiegend zu dick.
    Männer fanden sich und die Frauen vorwiegend zu dünn.

    😀

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  3. Es kommt vielleicht drauf an, woher man kommt. 😉

    Vor 2 Jahren war ich mit meinem heutigen Gewicht mehr als unzufrieden und verstand nicht, wo es herkommt. Mittlerweile weiß ich das nur zu gut. Streß, Streß, Streß und eine große Portien Unglücklichsein. Im letzten Jahr ging es gewichtsmäßig steil bergauf mit mir. Gut, ich hatte auch weißgott andere Sorgen und neige nunmal zum (Fr)essen, wenn ich Kummer habe. Seitdem ich für mich „klar“ bin – und den Ollen los, habe ich in drei Monaten nunmehr 16 Kilo abgenommen. Von allein. Ohne Diät aber auch Dank einer neuen Arbeitsstelle, die körperlich sehr beansprucht.
    Plötzlich spannten die Hosen nicht mehr sondern rutschen ohne Aufmachen vom Hintern.

    Nun stehe ich vor dem Spiegel und bin irgendwie stolz auf mich. Natürlich gäbe es noch einiges zu verbessern, abzunehmen und in Form zu bringen. Aber, ich komme von oben, ich finde, ich seh grade verdammt gut aus. 😀

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  4. Also jedes mal wenn ich im Sommer zum ersten mal an den (im idealfall FKK-) Strand komme, sind alle Selbstzweifel die ich habe innerhalb kürzester Zeit ausgeräumt. Ich brauche mich nur eine halbe Stunde umzusehen um zu wissen: Ich bin normal. Ein Mensch eben….und die gibt’s in allen Formen, Farben und Grössen… 😉

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  5. Die Mutter zu einer Freundin von mir: Du hast auch etwas zugelegt am Bauch. Sie: Und im Moment brauche ich jedes Gramm davon!
    Das darf man sich auch mal überlegen, finde ich. Und froh sein, wenn wir uns – ob bewusst oder unbewusst – die Hülle gestalten, die wir gerade brauchen. Kann natürlich sein, dass die ständigen Selbstangriffe erst recht einen Panzer der einen oder anderen Art verlangen, ja geradezu notwendig machen.

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    1. Weniger übertrieben und meist wohlwollender. Als Mann hat man eher nur dann ein Problem mit seinem Körper, wenn das gesamte Selbstwertgefühl schon gelitten hat. Also nicht so sehr „aus dem gesunden Selbst“ heraus.
      Zudem ist es wohl so, dass Männer eher in der Lage sind hinschauen und wenigstens zu sagen “ passt.

      Anders natürlich mit Muskeln und so. Da dieser Kotperkult in ähnlicher Manie betrieben wird wie die Sexualisierung des Frauenkörpers, ist hier „Mann“ mehr Erwartungen ausgesetzt. Rollenbild und Körperform vernetzen sich hierbei und sind direkt mit Umwelt und Gesellschaft verbunden.

      In Vergleich zur Frau jedoch viel weniger, entsprechend siehe Beginn des Textes.

      Mir sonst war mein Körper lange Zeit egal. Nicht weil er mich nicht interessiert hat, sondern weil ich ihn nicht mochte. Unzulänglich Konstrukt, welches mir nur immerzu meine Unzulänglichkeit spiegelt. Aus dieser Haltung habe ich ihn reduziert (in der Aufmerksamkeit die ich ihm gab) und mich in anderen Dingen gesehen. Geistig präsent, da der Körper keine Präsenz haben soll.

      Mittlerweile bin ich diesen Kinderereien entwachsen. Ich hab nen Körper. Daran kann ich mäkeln. Muskulös „männlich“werde ich nie sein. Also nene ich es hin und lege mir einen anderen Stil zu. Im mir gegebenen Rahmen optimieren.
      Heute gefällt mir mein Körper auch besser, wenn ich im Training bin und die Muskeln spüren als nach Luft zu hecheln. Aber großflächig was verändern? Nah. Akzeptieren ist weniger Arbeit als verändern. 😉

      Ich mag ein paar Dinge an mir, die verbessere ich. Was ich nicht mag schau ich nur grob an. 😛

      So in etwa?

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      1. Menschen lassen sich viel zu sehr von anderen Menschen leiten. Und von einer Werbebranche, die Jugend und Schönheit als Ideal suggeriert. Bei meinen Mädels, ist das Körperbild weniger stark ausgeprägt. Durchaus vorhanden, aber dem Ideal entsprechen wenige. Du hast dich angenommen, das ist gut. 🙂

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  6. Ich benutze die Waage fast täglich und auch, wenn sie deutlich unterdurchschnittliche Zahlen anzeigt, finde ich garantiert noch mindestens 3 Körperstellen, an denen gerne noch weniger sein dürfte…
    Also, auch wirklich rationale, nicht-wegdiskutierbare Argumente helfen bei mir nicht…
    Ich bin da nicht nur typisch Frau, sondern wirklich ein Extremfall, fürchte ich.

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      1. Nein, das nicht 😉
        Ich esse auch furchtbar gerne, dank guter Gene und eines fleißigen Stoffwechsels geht es auch ohne ernsthafte Gewichtszunahme (Schwein gehabt!)
        Ich werde allerdings schon manchmal von ÄrztINNEN auf mein Gewicht angesprochen, da mein BMI aber noch am unteren akzeptablen Rand kratzt bleibt es meistens bei der erhobenen Augenbraue.

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  7. Störungen der Körperwahrnehmung treten bei Frauen viel häufiger auf, als bei Männern, wobei die Männer aufholen.
    Wenn erst der Gedanke eines Soll-Wertes in der Welt ist, ist nach meiner Erfahrung das Körpergefühl bereits gestört. Wie man sich fühlt bzw. fühlen darf sollte nicht von einer Waage abhängen.
    Ich verweigere mich dem seit Jahren. Solange die Klamotten halbwegs gleichbleibend passen, scheint alles in Ordnung zu sein mit mir.
    Ich glaube ich bin schlank.

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    1. Klingt richtig und gesund.
      Schlimm ist es dennoch mit Stretch. Stretch gaukelt gern mal vier Kilo weniger vor 😉 Im Ernst , hast du absolut recht. Das Gewicht sollte nie den Lebensinhalt bestimmen und das Wohlfühlen an erster Stelle stehen…

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