Mach doch mal Halblang…

weihnachtsvogel

Christlich gläubig bin ich nicht…. Weihnachtszeitliebend jedoch schon. Erdtöne und Tannengrün. Apfelscheiben und Orangen liegen zum Trocken auf der Heizung und duften wunderbar. Kerzen sind an. Häufig flackert das Teelicht einer großen Kanne Tee genügsam vor sich hin.

Der November der nun vorbei ist, war für viele getrübt von dunkel geschwängerten und traurig begleiteten Gedanken.

Dieses Jahr jedoch habe ich  all diese dunklen und betrübten Momente angenommen, ja fast eingeladen.

Timelines unterbrochen. Geschäftige Momente stillgelegt. Entschleunigt. Es fühlt sich richtig an. Es fühlt sich richtig an, erlaubt traurig zu sein. Die Decke über den Kopf ziehen zu dürfen. In dem Moment, wenn Geist und Seele danach rufen. Termine absagen. Verabredungen canceln.  In die Küche schlurfen, einen Tee kochend, zurück schlurfen, unter die Decke schlüpfen. Eine Kerze an. Telefon aus. Klingel überhören. Unansprechbar sein. Mit jedem Jahr scheint die Zeit schneller zu laufen. Ein beliebter Satz

Ich glaube die Tage, die Wochen, die Monate werden mit jedem Jahr einfach nur zu voll gepackt. Es ist erschreckend.

Kein Tag ohne Termin.

Ohne Vorhaben.

Ohne Plan.

„Ich muss noch“.

„Ich wollte noch“

„Dringend“

„Unbedingt“

„Sofort“

„Auf jeden Fall“

„Jetzt “

„Umgehend“

Und was ist wenn nicht? Was ist wenn der Plan ein völlig anderer ist.? Egal wie verlockend die Wundertüte Leben ruft. Der Alltag schreit. Der eigene Anspruch zwingt all jenes zu erledigen, was der Plan zu sein scheint. Stop doch einfach mal. Dann ist Stille. Betroffene Gesichter.

Es gibt Tage, da schaue ich mir abends rückwirkend den Tag genau an  und frage mich, ob ich völlig bekloppt bin.

Es braucht eine Unterbrechung

Der Winter lädt zum Stoppen ein. Zum Innehalten. Manchmal schreit irgendwas in dir dich förmlich an, du sollst vom Gaspedal. Doch du bist Meister im Verdrängen. Oder schluckst die Schreie runter. Ignorierst sie. Man hat ja schließlich seinen Anspruch an sich.

Nun kommt der Dezember. Die Weihnachtszeit. Geliebt. Gehasst. Verachtet. Ignoriert. Oder einfach dem Glauben entsprechend unterschiedlich angenommen.

Ich werde diesen Monat ein paar Dinge erledigen die schon lange anstehen. Päckchen und Karten verschicken. Werde Tagen keine Termine verpassen. Werde jeden Tag, wie immer dafür Danken wo und wie ich lebe. Meine kleine Familie da ist.  Das wir jeden Tag, 24 Stunden zum Arzt können. Meine Kinder jeden Tag zur Schule dürfen. Die Heizung funktioniert. Warme Kleidung da ist. Ein Auto vorhanden ist, alt aber mein. Freunde da sind. Immer wieder wunderbare Menschen meinen Weg kreuzen. Dankbar für all das was das Leben mir schenkte. Es wird Raum und Zeit geben für Situationen im Leben und in den vergangenen Jahren. Für´s Traurig sein. Für´s Glücklich sein. Blicke auf die kleinen Dinge werfen, die den Weg kreuzen.

 

Einfach mal den Fuß vom Gaspedal nehmen….

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10 Kommentare

  1. Liebe Mia, es beginnt mit dem Hinterfragen, was uns so hetzt und antreibt. Ist es der eigene Willen oder die Unrast, die uns von außen angetragen? Eigenhastigkeit ist etwas wunderbares, ich beispielsweise liebe den Streß vor Advent. Aber dann schalte ich auf Schongang, sage Nein und halte meinen Tanzbereich nur für mich frei. Und wenn da einer kommt und sagt: „Sie müssen aber…“; dann vulgärisiere ich deutlich mein Nein: „Nö, scheußen muß ich, sonst nix!“
    Kerzenlichtteeduftgrüße, Deine Käthe, schongangwerkelnd.

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    1. Du meinst das sie zur Schule dürfen? Das sehen sie natürlich anders… mit dem Rest laufen sie konform. Wenn auch noch nicht ganz verständlich. Aber in letzter Zeit doch immer mehr. Also das sie merken, das all das keine Selbstverständlichkeit mehr ist….

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  2. JA….Ich teile deine Gedanken und oftmals dachte ich selbst daran den Fuß vom Gas zu nehmen/ und schnell hatte ich es wieder vergessen/ zack/ ab ins Hamsterrad/ und von jetzt auf nachher stop/ kein Hamsterrad mehr und das besinnen auf die Belange die deine Sätze umreißen/ dem eigenen Rythmus folgen und womöglich einfach der Kerze beim flackern Gesellschaft leisten/ ja. Feine tiefe Worte die du da gefasst hast.

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