Monat: November 2015

Mach doch mal Halblang…

weihnachtsvogel

Christlich gläubig bin ich nicht…. Weihnachtszeitliebend jedoch schon. Erdtöne und Tannengrün. Apfelscheiben und Orangen liegen zum Trocken auf der Heizung und duften wunderbar. Kerzen sind an. Häufig flackert das Teelicht einer großen Kanne Tee genügsam vor sich hin.

Der November der nun vorbei ist, war für viele getrübt von dunkel geschwängerten und traurig begleiteten Gedanken.

Dieses Jahr jedoch habe ich  all diese dunklen und betrübten Momente angenommen, ja fast eingeladen.

Timelines unterbrochen. Geschäftige Momente stillgelegt. Entschleunigt. Es fühlt sich richtig an. Es fühlt sich richtig an, erlaubt traurig zu sein. Die Decke über den Kopf ziehen zu dürfen. In dem Moment, wenn Geist und Seele danach rufen. Termine absagen. Verabredungen canceln.  In die Küche schlurfen, einen Tee kochend, zurück schlurfen, unter die Decke schlüpfen. Eine Kerze an. Telefon aus. Klingel überhören. Unansprechbar sein. Mit jedem Jahr scheint die Zeit schneller zu laufen. Ein beliebter Satz

Ich glaube die Tage, die Wochen, die Monate werden mit jedem Jahr einfach nur zu voll gepackt. Es ist erschreckend.

Kein Tag ohne Termin.

Ohne Vorhaben.

Ohne Plan.

„Ich muss noch“.

„Ich wollte noch“

„Dringend“

„Unbedingt“

„Sofort“

„Auf jeden Fall“

„Jetzt “

„Umgehend“

Und was ist wenn nicht? Was ist wenn der Plan ein völlig anderer ist.? Egal wie verlockend die Wundertüte Leben ruft. Der Alltag schreit. Der eigene Anspruch zwingt all jenes zu erledigen, was der Plan zu sein scheint. Stop doch einfach mal. Dann ist Stille. Betroffene Gesichter.

Es gibt Tage, da schaue ich mir abends rückwirkend den Tag genau an  und frage mich, ob ich völlig bekloppt bin.

Es braucht eine Unterbrechung

Der Winter lädt zum Stoppen ein. Zum Innehalten. Manchmal schreit irgendwas in dir dich förmlich an, du sollst vom Gaspedal. Doch du bist Meister im Verdrängen. Oder schluckst die Schreie runter. Ignorierst sie. Man hat ja schließlich seinen Anspruch an sich.

Nun kommt der Dezember. Die Weihnachtszeit. Geliebt. Gehasst. Verachtet. Ignoriert. Oder einfach dem Glauben entsprechend unterschiedlich angenommen.

Ich werde diesen Monat ein paar Dinge erledigen die schon lange anstehen. Päckchen und Karten verschicken. Werde Tagen keine Termine verpassen. Werde jeden Tag, wie immer dafür Danken wo und wie ich lebe. Meine kleine Familie da ist.  Das wir jeden Tag, 24 Stunden zum Arzt können. Meine Kinder jeden Tag zur Schule dürfen. Die Heizung funktioniert. Warme Kleidung da ist. Ein Auto vorhanden ist, alt aber mein. Freunde da sind. Immer wieder wunderbare Menschen meinen Weg kreuzen. Dankbar für all das was das Leben mir schenkte. Es wird Raum und Zeit geben für Situationen im Leben und in den vergangenen Jahren. Für´s Traurig sein. Für´s Glücklich sein. Blicke auf die kleinen Dinge werfen, die den Weg kreuzen.

 

Einfach mal den Fuß vom Gaspedal nehmen….

Wir sind wie wir sind – thenuprojekt

Als ich diese Bilder sah, dachte ich sofort an meine Tochter… und an ein paar jungen Bloggerinnen. Junge Frauen, deren Leben von ihrem vermeintlich unperfektem Körper bestimmt ist. Und ich dachte an mich, wenn ich mich erwische, dies und das an meinem Körper nicht zu mögen.

In Zeiten von kaum mehr ungephotoshopten, weichgemachten und verlogenen Bildern, verlieren wir schnell den Bezug zu einem ganz normalen Körper. Wir sehen keine Makel mehr. Wegradiert. Wir sehen all überall glatte, ebene und ebene Körper. Oder an den Pranger gestellte massive Fettleibigkeit.

Menschen, die es sich zur Aufgabe machen, Frauen zu zeigen, so wie wir sind. Mit allem was da ist. Oder auch nicht.

Mittlerweile auch auf Papier. Sollte eigentlich in keinem Regal eines jungen Menschen fehlen….

Und da eine Verlinkung mal wieder nicht funktioniert: klickst du hier: thenuprojekt

 

 

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