Monat: Oktober 2015

Ein Plädoyer für Schwäche. Die Schwäche, die vielleicht gar keine ist.

Ein Plädoyer für die Schwäche.
Ein Statement für die Traurigkeit.
Akzeptanz für die dunklen Tage.
Für das Annehmen der Dunkelheit.
Auch Schatten können schöne Bilder zaubern.
Jedes Sein sollte akzeptiert, geliebt und gelebt werden dürfen...

.Traurig

FSK 18. „Wo ist nur das Skalpell?“

Gestern lief eine wirklich schicke brünette Frau an mir vorbei. Gott hatte sie schönes Haar. Stolz trug sie ihre dicke, glänzende Matte auf erhobenem Kopfe. Die will ich. Unbedingt.

Morgen nehme ich erstmal den noch eingepackten Skalpell aus der linken Küchenschublade. Werde auf die nächste Begegnung warten und dann trenn ihr die behaarte Schädeldecke einfach ab. Mir steht ihr wallendes Haar garantiert viel besser als ihr. Ob dabei das Hirn aus dem Schädel quillt, interessiert mich nicht. Schließlich möchte ich gut aussehen. Punkt.

In dem Zuge fällt mir auch noch die dralle Schwarzhaarige auf der Bank vor dem kleinen Café ein. Drall war allerdings nur ihr gut positionierter Busen. Sehr hübsch anzusehen. Sehr kleidsam. Ein gutes D-Körbchen würde ich schätzen. Dazu in leicht glänzendem Bronzeton. Genau mein Typ. Dieser Busen wird mich auch viel schöner kleiden als den seelenlosen wandelnden Körper der Schwarzhaarigen. Da such ich mir jetzt einen erfahrenen Chirurgen, der soll mir dann gefälligst ihre schicken Titten annähen. Vielleicht kann ich noch das eine oder andere Organ an einen herz- oder  nierenlosen Menschen verhökern. Gibt ja genug davon auf der Welt. Gerade Herzen werden dringend gesucht. Ihren restlichen Kadaver bekommen die gierigen Hunde zum Fraß.

Der Mensch tötet, weil er seine Schönheit liebt… was ist für ein Widerspruch in sich. Eine Dezimierung der Population von 600.000 auf 50.000 Leoparden. Klingt eigentlich wie ein Krimi. So unwirklich. So sehr ich auch in meinem Hinterstübchen kram, nicht einen Funken Verständnis finde ich für dieses dekadente Scheißverhalten, Tiere zu töten, um sich mit ihnen kleidsam zu brüsken… Da überlebt eh nur ein von sechs Leopardenbabies. Und dann kommt der Mensch um sich dieses stolze wunderbare Tier anzuziehen.

Ein Fass ohne Boden, Missstände so weit das Auge reicht. Sofern man hinschaut. Das geht jedoch immer nur in kleinen Häppchen. Sonst schafft das eine empfindliche Seele nicht. Hinschauen, sein eigenes Handeln überlegen, in Frage stellen. Das ist jedoch jedem Einzelnen möglich. Den Respekt den Mensch sich wünscht, den hat er ebenfalls zu geben. Jedem Lebewesen auf dieser Welt.