Autobenutzung gegen Fahrdienst

Neulich hatte ich eine prima Idee.

Fand zumindest ich.

Derzeit bin ich das erste Mal nur mit zwei Rädern unterwegs. Was großartig ist, keine Frage. Meine Waden und mein Hintern freuen sich ganz besonders. Jedoch geht es mir hin und wieder doch auf den Nerv, keinen Wagen startklar vor meiner Tür stehen zu haben. Das bin ich weder gewohnt, noch will ich mich grundsätzlich dran gewöhnen. Ich muss ihn auch gar nicht fahren, aber da stehen, dass soll er. Aber manchmal sind andere Anschaffungen eben wichtiger. Zurück also zu meiner (ich find immer noch tollen) Idee. Es sprachen so viele Punkte für diesen glorreichen Einfall daß ich dachte, die Menschen in meinem Viertel rennen mir die Bude ein. Ja ehrlich. Da ging ich von aus.

Ich schrieb also eine Anzeige und bot ein Tauschgeschäft an. Autobenutzung gegen Fahrdienst. Für alte Herrschaften, die ihren Wagen selbstverständlich immer noch in der Garage haben, aber nicht mehr fahren dürfen. So wäre es doch ein wunderbarer Deal, sie stellen ihren Wagen zur freien Nutzung zur Verfügung und im Gegenzug spiele ich den Chauffeur. Die Chauffeurin natürlich. Ob zu Gerda zum Bridge, Herrmann zu Saturn, auf einen neuen Fernseher, Einkaufen, Ärzte, what ever. Oder jemand der mal kurz die 30er Zone mit seinem Schlitten mit 105 passieren musste und den Lappen erstmal für einige Zeit los ist. Hat ja nicht jeder Lust auf benutzte Taxis und Straßenbahnen. Ich mein, wer ne fette Karre fährt, der führt abends seine Holde doch nicht mit der Bahn aus 😀

Die Ideen sind unendlich. Spart also die Umwelt, auf Dauer ein PKW weniger im Viertel, spart Kosten. Und die Älteren können ihren Wagen noch ein wenig behalten und bekommen sogar noch nette Unterhaltung kostenlos ab und an dazu.

Soweit so gut. Am kommenden Tag waren tatsächlich zwei Antworten in meinem Postfach.:

„Hallo junge Frau, das ist wirklich eine gute Idee von Ihnen, aber gäbe es nicht auch die Möglichkeit, das wir uns anders näher kommen könnten?

Aha. Auch spannend. Vollidiot. Hätte ich anders gewollt, hätte ich schließlich auch anders geschrieben.

Der zweite Herr frage nicht nach anders. Zumindest nicht so direkt. Er schrieb:

„Guten Tag, ich wäre an Ihrem Angebot interessiert. Aber, das kommt Ihnen jetzt vielleicht komisch vor, ich hätte gern ein Bild von Ihnen, ich möchte gern wissen, wer mich fährt.

Aha. Noch spannender. Dem Herrn schrieb ich allerdings zurück und hinterfragte höflich sein Begehren. Er antwortete nicht. Da seine Mail mir um halb drei nachts geschickt wurde, kann also auch dort von ausgegangen werden, dass es sich auch bei ihm eher um die Suche nach „anders“ dreht.

Schade.

Ich werde also doch wieder ein wenig selber die Umwelt belasten müssen, oder , werde einen letzten Versuch starten und ein paar Zettel aushängen.

Denn eigentlich finde ich den Weg vom gemeinsamen Nutzen immer noch am besten….

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3 Kommentare

  1. Vielleicht hättest du nach weiblichen Tauschpartnern fragen sollen?! Ich drücke dir die Daumen das du doch noch zu deinem Tauschgeschäft kommst ohne irgendwelchen Hintertürchen ;0)

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