Neulich auf dem Weg zur Arbeit – Oder Überlebenstraining Widerwillen

Es ist Abends und ich bin froh heil, ganz und lebendig auf meinem sicheren Sofa zu sein. Und die Tücken des Tages sind galant umschifft.

Das geht schon früh am Morgen los. Gefahrenzone eins ist der zweite Parkabschnitt, ostwärts, Richtung Büro. Derzeit ist ein großer Teil des Parks, zwecks Bauarbeiten dort gesperrt. Das bedeutet, dass sich Fußgänger, Jogger und Radfahrer einen Weg teilen. Kann ja nicht so schwer sein. Sollte man meinen.

Ein Sonderfall wie ich, hat dazu nicht nur ein Fahrrad dabei, sondern auch noch einen Hund mit am Start. So radel ich in Tempo 3-4 artig immer rechts auf dem Fuß-Fahrrad-Joggerweg. Parallel dazu den Hund im Visier, der  – etwas weniger- aufmerksam, meist auf dem Rasen läuft und nur hier und da ein wenig zum Schnüffeln verharrt. Dann kommen die Schnellraser. Ich also immer bereit vom Fahrrad zu springen, um den niedlichsten Vierbeiner der Welt, vor gefährlichen Zweiradfahrern mit versuchtem Tempo 100, zu retten. Volle Konzentration.

Ich kann einen Schnelltempofahrer ja schon verstehen. Zeit ist schließlich Geld. Oder Zeit ist Zeit für andere Dinge. Sehr wichtige Dinge. Vielleicht der Erste auf der Büro-Etagen-Toilette zu sein, bevor weitere 25 Ärsche aus den umliegenden Büros sie benutzten. Oder es wartet ein Téte-a-Téte. Man weiß es nicht.

Weiter geht´s zur nächsten Kreuzung.

Hier haben die Stadtplaner ganz clever gearbeitet, und eine Dreifach-Ampelschaltung gebaut. Für die, die mit diesem Begriff nichts anfangen können, gern erläutere ich dieses Wunderwerk der Technik, ganz im Sinne der Zeitersparnis. Ampel ist eins für die Autofahrer von Links. Du gehst los. Achtung. Handys sollten an solchen Ampeln in den Taschen bleiben. Außer du planst ganz nach dem  Russisch Roulette Prinzip, deinen Suizid. Dann kannst´e auch auf dein Telefon weiter starren und los laufen. Direkt, also wirklich ganz direkt, folgt die zweite Ampel, für die Straßenbahn von rechts oder links. Diese Ampel kann, muss aber nicht, grün für dich sein. Nähert sich von irgendwo entfernt ein Fahrzeug des Bremischen öffentlichen Nahverkehrs, hast du stehen zu bleiben und die – meist sehr kleine Ampel – ist rot. Direkt weiter geht es, sofern du achtsam warst und nicht vor der nächsten Bahn klebst, mit Ampel drei. Diese ist dem  Autoverkehr von rechts gewidmet. Auch heute wieder erfolgreich geschafft.

Am Nachmittag noch schnell ein wenig motorisiert einkaufen. Fazit von dieser Strecke: Zwei Fahrräder die von links achtlos die Fahrbahn kreuzten. Das sofortige Durchdrücken der Bremse rettete ihnen mindestens einen gebrochenen Arm und mir eine Delle auf der Kühlerhaube. Ein Handgemenge auf meiner Rückbank, welches nur durch sofortige Entsagung eines Eises am Nachmittag, Einhalt geboten werden konnte. Keine Verletzten.

Überlebt.

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