Kurz Gedanken – Warum denn gerade den Flüchtlingen?

Lieber Mensch,

manchmal begegne ich dir mit erstaunten Blicken, während du mir erzählst, das es dir schon gefällt, wenn andere Menschen etwas Gutes tun wollen. Jedoch würden in diesem Land schon genug Menschen Hilfe benötigen. Ob es Obdachlose sind, denen Kleidung fehlt, Kindern, denen ein Mittagessen fehlt… die Liste wäre unendlich. Richtig lieber Mensch, recht hast du. Die Missstände sind lang.

Und sicher ist dieser Zustand in unserem kleinen noch sicheren Garten Deutschland nicht mehr so wunderbar, wie du und ich es gerne hätten. Doch kann jeder Einzelne ein wenig dafür tun, dass es einem weiteren Menschen ein Stück weit besser geht.

Es steht jedem von uns auf dieser Welt frei, wie und womit er seine freie Zeit verbringt, auch dir.

Und ich frage mich, warum erhebst du mir gegenüber den Zeigefinger, während du selber lieber kopfschüttelnd vor der Glotze sitzt, nett mit einem Haake und einer Fernbedienung in der Hand.

Du wirst dir immer ein wenig Zeit nehmen können, wenn du es möchtest, für ein Gespräch mit der demenzkranken Nachbarin und ihr somit ein paar glückliche Momente schenken.

Du kannst jederzeit ein paar Kekse backen und sie in eine karitative Nachmittagsbetreuung für Kinder bringen.

Du kannst jederzeit für ein paar Obdachlose ein wenig Kleidung sammeln… und so weiter und so fort.

Jeder einzelne von uns hat eine Gabe oder ein Können, mit dem er dem Nächsten eine Freude machen kann.

Muss er nicht, kann er aber 🙂

Ich wünsche mir für dieses Land, ein bisschen weniger den Hochmut, dass die eigene Denke die einzig richtige ist und das andere Probleme nicht unsere sind. Und ich wünsche mir, das Menschen ein wenig mehr aktiv werden, für das, was ihr Herz berührt…

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31 Kommentare

  1. Danke für deine Gedanken und schönen Worte!! Sie treffen mich mitten ins Herz, weil ich Familie in Syrien habe… Was sie erleben müssen ist wirklich nur ein Bruchteil von dem, was die Menschen hinter sich haben, die fliehen durften. Und ich wünsche mir jeden Tag, dass sie mit einer echten Chance und offenen Armen empfangen werden!!

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    1. Liebe Lila, das freut mich, wenn auch mit Sorgen dazu. Wie geht es ihnen derzeit?
      Also mein Eindruck ist, das die Syrer, die es bis hier her schaffen recht gut aufgenommen werden, oder sagen wir, es gibt unglaublich viele Menschen die dabei unterstützen. Neben der leider sicher auch vorhandenen Gegenseite. Die es wohl immer leider geben wird… Wirtschaftsflüchtlinge und Co haben es da etwas schwerer.
      Aber weißt du was mich wundert, ich hab so viele Artikel von dir gar nicht in meiner Chronik. War völlig verwundert was ich alles schönes bei dir verpasst habe… so wunderbare Eindrücke mit denen ich mir heute morgen meine Schlaflosigkeit vertrieb 🙂

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      1. Vielen Dank für deine liebe Antwort- und fürs nach meiner Familie fragen! Ihnen geht es zum Glück den Umständen entsprechend gut. Sie haben ein Dach überm Kopf und können sich ihr Essen noch leisten- und das ist wirklich so viel mehr als andere Syrer gerade haben..!
        Ich habe die selben gemischten Erfahrungen gemacht wie du… In meinem Heimatörtchen gab es leider viel Ablehnung und Verunsicherung Flüchtlingen gegenüber. In Berlin wird da eher schon an Lösungen gearbeitet.. 😊
        Schön, dass ich dir ein bisschen die Schlaflosigkeit vertreiben konnte – und dass wir uns trotz technischer Probleme (ich versteh das nicht!) ‚gefunden‘ haben.. ☺️

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  2. Du hast Recht. Mit allem.
    Mit den demenzkranken Nachbarn, den Kindern ohne Betreuung, ohne Mittagessen, mit wenig Perspektive. Ich sehe es jeden Tag und ab und zu gelingt es mir auch, etwas zum Positiven beizutragen.

    Und genau deshalb bin ich nicht für mehr Flüchtlinge. Genau deshalb.
    Ich wohne in einem sozial benachteiligtem Stadtteil Hamburgs, mir >50 verschiedenen Nationen. Ich sehe Mißstände und ich sehe Probleme in unserem Land, in unserer reichen Stadt. Ich sehe Probleme zwischen den Kulturen, nicht den Menschen an sich, aber in ihrem Verständnis zueinander.

    Deutschland kann die Welt nicht heilen. Nicht mit allem Geld und Gütern, die wir haben. Aber so lange wir so tun, ist Deutschland das gelobte Land.

    Ich für mich, bleibe bei der Nachbarschaftshilfe, bei meinem Nächsten und bei der Förderung der Arche, denn ich kann und will es mir leisten.

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    1. Und da teilen sich unsere Meinungen. Es würde zu weit gehen, bis ins letzte auszuführen. Aber ganz kurz kann ich nur sagen, ich bin täglich dankbar, das ich nicht von Panzergeräuschen geweckt werde und ich bin noch dankbarer, das niemandem von mir nahen Menschen so schlimmes angetan wurde, wie es derzeit in so vielen Ländern passiert. In meinem ganzen Leben hat es noch niemals so ein Abschlachten gegeben, wie es derzeit passiert. Und wie kann ich kleines Licht, einem Menschen ein ruhiges und sicheres Leben verwehren wollen? Wie kann ich dem den Rücken kehren, wo so viel Leid ist? Nein. Das kann und werde ich nicht. Ich denke ich weiß was du meinst, aber auch wenn es ganz sicher Zeit ist, die Welt nicht mehr nur von Geld regieren zu lassen, by the way, ist Deutschland einer der größten Waffenexporteure, so ist es eben immer noch genau der Fall. Und dieses ach so gute Land, welches ja ach so viel gutes tut für Menschen auch außerhalb seiner, dieses Land ist ebenso mit verantwortlich, für das was zum Beispiel in Syrien passiert. Was in Palästina passiert, in der Ukraine und so weiter. Es geht nicht mehr um Nationalitäten , es geht um ein gemeinsames sehen und verstehen….

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      1. Es gab immer so viele Kriege wie heute auf der Welt, du hast es nur nicht überall gesehen oder gelesen. Südamerika hat gebrannt, Afrika hat gebrannt. Der Nahe Osten brennt, seit dem es Israel dort gibt. ich glaube eher, die Welt hat es nicht so deutlich wahrgenommen.

        ich bin froh, dass es die deutsche Rüstungsindustrie gibt, denn die Waffen werden so oder so gekauft. Ob nun von uns oder von den Amerikanern oder Russen. WIR würden keinen Krieg ohne Rüstungsindustrie verhindern, das wäre sehr blauäugig. Die scheint es um Moral und Schuld zu gehen, aber im Krieg gibt es keine Moral. Auch das ist sehr realitätsfern.

        Der Kampf um Palästina ist ein selbstgemachtes Problem der UN. Dieses Fass brennt seit 60 Jahren und wird weiterbrennen, solange alle Menschen so fanatisch sind.

        Du musst niemandem ein ruhiges und sicheres Leben verwehren. Tu, was du tun musst.

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      1. Sogar sehr direkt in der Nachbarschaft. Demenz ist schwer. Manchmal ist es nur geistige Verwirrtheit aufgrund zu wenig Flüssigkeit am Tag. Man glaubt gar nicht, was das bewirken kann.

        Und die Kinder der Arche sind eine Geschichte für sich.

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  3. „Du kannst jederzeit für ein paar Obdachlose ein wenig Kleidung sammeln… und so weiter und so fort.“

    Lukas 18:22 … verkaufe alles, was du hast, und verteile es an die Armen, so wirst du einen Schatz im Himmel haben, und komm, folge mir nach!

    Es ist also nicht von „wenig“ die Rede, sondern von „alles, was man hat“.

    Aber vorsicht, reiche einem den kleinen Finger und er will die ganze Hand haben.
    Was meint wohl Jesus mit dem „Schatz“ im Himmel? In besagtem Himmel gibt es weder Geld, noch gibt es ein Leben ähnlich wie dem hier auf der Erde: „Denn wenn sie von den Toten auferstehen, so werden sie weder freien, noch sich freien lassen, sondern sie sind wie die Engel im Himmel.“ (Mk 12:25). Es interessiert mich wirklich, was für einen Engel ein Schatz bedeuten könnte. Mag sein, deren Flügel sind damit gemeint und die Fähigkeit damit auch fliegen zu können?
    Nun bringe ich hier gleich auch mal einen von mir ungeliebten Sonnensmilie an.

    Denn bildlich gesehen, alles an die Armen zu verteilen, besser ist es natürlich an beide Arme zugleich, läßt an ihnen womöglich viele Federn wachsen, weiße oder schwarze oder auch bunte, je nachdem. Damit läßt sich dann gut abheben vom Boden. 🙂

    Meine Erstvorstellung hier war, wie man so schön sagt, unter aller Sau. Da war ich wohl vom Teufel geritten. Ich versuche mich zu bessern. Ob es auch klappt, weiß ich aber nicht. Liebe Bloggerin des flinken Pinsels und der sozialarbeiterischen Worte, mögest du dir im Himmel einen Schatz erwerben.

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    1. Also :
      Aber vorsicht, reiche einem den kleinen Finger und er will die ganze Hand haben.
      Das kannst du auf jede menschliche Beziehung beziehen. Mir ist das zumindest nicht fremd. Und der Mensch im Allgemeinen neigt dazu, Taten, welche es auch sein mögen, alsbald als selbstverständlich zu sehen. Da hat jeder seinen eigenen Umgang mit. Mir geht es bei diesem Beitrag in erster Stelle darum, das Mensch selber lieber aktiv wird, bevor er schlaue Ratschläge gibt und selber seinen Hintern im warmen und trockenem behält.
      Die Vorstellung vom Vogel find ich prima. Du hast ja noch mehr Fantasie als ich dir zutraute. Ich werde mal drüber nachdenken. Aber vielleicht, aus dem Bauch heraus, wäre ein Schatz für einen Engel eher individuell und jeder Engel hat seine eigene Definition von Schatz. Aber ich bin nicht bibelfest . Vielleicht gibt es nach vier Bier eine plausiblere Erklärung.

      Und ja, sie war wirklich unter aller Sau. drum wünsch ich dir ganz besonders einen Schatz, wo auch immer er zu finden sein wird. Übrigens ist mir Persönlich die Vorstellung von der Welt als Ganzes näher als von Himmel und Höhle… und gute Wünsche erfreuen dennoch. Danke.

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  4. Klau mir nicht meine Arbeit! Wird eh schon scheisse bezahlr! 😀 nah. Ich stimme dir zu, allerdings ist es glaube ich ein noch wilderer Traum, dass Helden wieder hip werden als der, dass Menschen die für Geld helfen anerkannt werden. Leider.

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    1. Egal, Held hin oder her. Die Strahlemannundsöhne Augen, wenn mal wieder eine gute Sache funktionierte,… die kann eh kein Geld bezahlen.
      Und die Kohle kommt schon von irgendwo her. Da bin ich sicher 🙂 :*

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      1. Da ich im Grunde für die Vermittlung eine nicht unwesentliche Rolle spielte, ist es selbstverständlich, das ein minimaler Prozentsatz von nur 48.75 % des Umsatzes, natürlich in meine Tasche geht. Kaufen ist eh raus, freie Nutzverfügung selbstverständlich.

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      2. Welche Vermittlung?! Außerdem finde ich 48.75 Titel unattraktiv. 47.63%! Ich lass mich doch nicht lumpen!
        Über die freie Verfügung „sprechen“ wir dann noch…

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    1. Ja, das ist richtig und möchte ich auch niemandem vorhalten. Jedoch die Hilfe anderer zu belächeln und seine eigene Unaktivität in dem Falle zu rechtfertigen in dem Mensch dem anderen sagt, wo er doch lieber helfen soll… das ist so vermessen…

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  5. Du hast so recht! Selbst wenn jemand „nur“ regelmäßig wilde Katzen füttert oder im Winter die Vögel … Engagement verändert alles. Okay, hoffentlich, es gibt überall Betriebsblinde, die nur ihr Projekt sehen. Wichtig ist, in Bewegung zu kommen!

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