Noch ne Erdbeere gefällig, oder kannst ´sie dir nicht leisten?

Gute und gesunde Küche. Ich geb mir da wirklich Mühe und versuche bewusst und gesund einzukaufen. Abgesehen davon, wenn mal wieder das gut geschulte Fachpersonal im Supermarkt mir klammheimlich zwei leckere Tafeln Schokolade in den Einkaufswagen schmuggelt, an der Kasse vorbei, bis in meinen Küchenschrank. Das bekomme ich quasi gar nicht mit. Wobei Schokolade natürlich nicht unweigerlich ungesund sein kann und muss. Neben diesen kleinen schokoladigen Fauxpas(en), ist es mir dennoch ein Anliegen, recht bewusst einzukaufen. Bio nimmt da auch einen recht hohen Stellenwert ein. Oder sagen wir eher Bio Essen aus dem Supermarkt.  Immer mal wieder bin ich allerdings mutig und traue mich doch in den großen Biosupermarkt, der sich unweit meiner Arbeitsstelle befindet. Denn dieser Laden mit dem schönen Namen Alnatura, hat so eine Verkaufsphilosophie, die ist mir fremd. Griesgrämige Gesichter, soweit das Auge reicht. Selbst der Kunde kommt dort nicht rein, wenn er freundlich schaut.  Und wer mich kennt, weiß, dass meine Augen meistens Lachen, oder es zu einem nächsten Lachen nicht weit her ist. Wenn aber ein langfristiger Einkauf im Bioladen dazu führt, selbigen Gesichtsausdruck wie die typische Beleg- und Kundschaft anzunehmen, dann stop ich das Bioding umgehend und kehr zurück an Aldi´s Fleischtheke. Das ist mir dann egal. Mein Lachen ist mir schließlich wichtig und ich möchte selbiges nicht zwischen Tofuwürsten, Bio-bifis in Plastikfolie (kein Witz) und Q10 Creme aus garantiert ökobiologischem Pferdemark verlieren.

Was wirklich noch erschwerend dazu kommt, Bio ist mehr als Trend. Und trug man in den tiefsten 80ern seine Kohle gern als 585 Goldschmuck mit Brillieinlage um den Hals, so ist es heut zu Tage der Biobeutel. Natürlich prall bis obenhin. Da lässt es sich fein flanieren und die bewundernden Blicke sind dem Biotrendsetter gewiss.

Und wenn sich die pöbelnde Unterschicht dann doch mal rein zufällig in einen Hipsterökoschuppen verirrt und schüchtern seinen Blick im Eingangsbereich kreisen lässt, dann schreit sofort das Erbeerschild mit Kilopreis 14,95 Euro (kein Witz) laut: „Raus, du gehörst hier nicht rein“ . Ganz im Ernst.

Advertisements

46 Kommentare

  1. Wenn ich könnte wie ich wollte…ich würde nur Bio kaufen. Weil keine Pestizide dran sind. Die Griesgrame sind die, die aus den Produkten eine ganze Philosophie stricken. Erdbeeren kaufe ich erst, wenn sie Saison haben. Das ganze Jahr freu ich mich auf deutsche Erdbeeren. Die spanischen, die es lange vorher bei A…gibt, lass ich stehen, sie sind total verspritzt. Gegen Schoki bin ich glücklicherweise völlig immun und…vertrage überhaupt keine Milch…
    Früher hatte ich schlimme Akne. Seit ich weiß, dass tierische Eiweiße Entzündungstrigger sind und sie weitestgehend abschaffte aus meiner Ernährung, ist meine Haut rein geworden. Vieles hat sich verändert, seit ich die Ernährung umstellte. Leinsamen, Braunhirse statt Gluten und vegane Proteine. Der Körper hat sich drüber gefreut – ich…habe anfangs viel vermisst und ab und zu gönne ich mir auch den heiß und innig geliebten Cappuccino mit Milchschaum. So geringe Menge macht nix. Von mehr…krisch Pickel…😉
    Ein glückliches Freilaufhuhn im Suppentopf schmeckt anders als das hormon vollgeproppte Wasserfleisch, das einläuft wie ein Wollpulli bei 95Grad im Schleudergang…
    Dann lieber seltener Fleisch, dafür was Gutes.
    Meine Tochter hatte Neurodermitis. Richtig schlimm war das…sie juckte sich tot, ich mutierte zur Ernährungsfachfrau und schaute, dass ich sie nicht mit Fertignahrung vollstopfte, kochte so viel Frisch wie möglich, achtete auf das, was ihre Haut zum ‚Blühen‘ brachte. Vermied jegliche Kosmetik. Dafür hat sie heute gesunde frische Haut.
    Unser Bio-Laden im Dorf ist spitze. Leider auch teuer…doch er hat extravagante Spezialitäten aus aller Welt. Zeit für ein Pläuschchen übern Verkaufstresen nimmt sich dort jeder gern. Auch Pröbchen dürfen verköstigt werden oder ein Cappuccino im schönen Garten getrunken…Kleinkunst kommt einmal im Monat als Amuse-gueule.
    Es geht auch anders und richtig lecker…
    Und im A…Kauf ich Gemüse und Obst und klar: auch mal Pizza, wenn Zeit knapp ist. Für Sohn und auch Tochter. Auch Aufschnitt, weil der Geldbeutel zu schmal ist für die ganzen guten Bio-Sachen.
    Doch wann immer möglich, gern Bio.
    Ohne Gram, dafür mit viel Lachen.
    Und ich weiß beim lesen Deines Beitrags jedoch…genau wovon Du sprichst und ich hoffe, dieses Muffelwollsockenimage mit Klugscheißermienen bestimmter Öko-Missionare weicht irgendwann einem freieren und netteren Umgang und Bewusstsein.
    Ganz liebe Grüße…✨

    Gefällt mir

  2. Kommt fast automatisch mit daher, dass hinter den vorne aufgedruckten Werthaltungen ganz andere stehen. Achtsamkeit ist immer wieder (neu) geboten.
    Würde ich jetzt die Theorie aufstellen, dass Bio mit der Liebe zum Leben einhergeht, dann würde ich sagen: Augen lügen nicht!

    Gefällt mir

      1. Was im Einkaufswagen liegt, sagt nur ein bisschen etwas über den Menschen aus. Glaube ich. Mittlerweile. Neben anderen „Bisschens“ muss man wohl auch noch Zeit mit dem Menschen verbringen.
        Und großzügig sein. Auch zu sich selbst. Das finde ich auch nicht ohne…

        Gefällt mir

      2. Der letzte Satz… da sagst du was. Das schlimme ist, es fällt ja gar nicht auf, wie streng man häufig mit sich ist. Wie unglaublich engstirnig und streng. Da ist die Leine bei anderen Menschen doch lockerer gehalten.
        Wobei du beim ersten Absatz definitiv recht hast. Auch wenn man gern schubladisieren möchte. Und der Artikel natürlich völlig überspitzt ist. Auch wenn ich dir das nicht schreiben muss. Das weiß ich, das du das ebenso gelesen hast 🙂

        Gefällt mir

      3. Natürlich 🙂 Und es stecken viele Dinge darin, die mir – wie du merkst – selbst zu denken geben.
        Ich weiß manchmal selbst nicht mehr, wofür ich bin und wo besser dagegen. Oder wo ich mit der Zeit dann wieder Abstand nehme und mich dafür anderswo wieder annähere. Immer ein Spiel mit dem Unperfekten.

        Gefällt mir

      4. Aber sowas von. Heute morgen hatte ich eine Diskussion mit einer Kollegin. Also ich denke am gesündesten ist es täglich das unperfekte perfekt und mit Herz und Hirn zu leben. Irgendwie so. Vermeintliche Fehler anzunehmen und seine Blicke da zu haben, wo sie vielleicht sein sollten… Kurzgefasst irgendwie so oder dazwischen 🙂

        Gefällt mir

      1. Uhhh, brauchst du nicht. Direkt unter meinem Büro ist einer.
        Was aber wirklich vorzüglich ist, sind die selbstgemachten Gemüsesuppen, die mittags angeboten werden. ..

        Gefällt mir

      2. Grins, doch in andere traue ich mich rein, aber dieser hier, der ist der Inbegriff von unfreundlichem Personal. Obwohl es einen Mitarbeiter gibt. Und der ist nett und brachte wirklich mal ein Lächeln über die Lippen. Der Rest ist quasi raus. Ansonsten mag ich einige Produkte sehr gern, aber immer geht eben nicht 😉

        Gefällt mir

      3. Vor mir war mal eine junge Mutter…die hatte Kartoffeln, Birnen, ….nicht viel mehr. ..für 100 Euro. Das ist Wucher. Auf dem Bauernhof ist es besser und preiswerter und lieb sind die auch noch.

        Gefällt 1 Person

      4. Genau. Sonst würde man vielleicht doch vereinsamen. Ansonsten, sah ich mein Traumhaus vor einigen Wochen. Du meine Güte war ich verliebt. 😀 Das schönste niedlichste Fachwerkhaus der Welt 🙂 Aber es passt eben derzeit nicht. Und es war nach zwei Tagen auch verkauft…

        Gefällt mir

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s