Bremisch für Bremer und Nicht-Bremer – 1. Akt

Das der Grad des Wissens über seinen Wohnort, seine Heimat unterschiedlich ist, davon geh ich aus.  Jeder hat dazu seinen eigenen Horizont. Wenn er aber doch so gering ist, dass bei vier Fragen eines Nicht-Bremers die Trefferquote des Wissens bei fast Null liegt, dann ist es doch bedenklicher als gedacht.

Vielleicht war es auch einfach noch nicht an der Zeit, sich mit der Historie der eigenen Stadt auseinander zusetzen und oder definitiv einfach die falschen Fragen des Besuchers. Es klingt zumindest ein wenig beruhigend, wenn die eine oder andere seriöse Ausrede am Start ist und natürlich der Fragende Schuld ist 😀

Ich dachte immer es reicht zu wissen, wo es die beste Backkartoffel der Stadt gibt, der schönste Sonnenuntergang zu bewundern ist, wo es stets ein Störtebeker gibt und natürlich, ganz wichtig, wo die Ecken am Hauptbahnhof  sind, in der sich derzeit medienbekannte Moschee, neben Obdachlosen Hochhaus und dem größtem Dominastudio direkt aneinander reiht. 😉

Doch nein, es ist an der Zeit ein wenig näher zu schauen, was es mit den düsteren und schönen Geschichten Bremens auf sich hat.

Beginnen möchte ich heute allerdings mit wertem Heinrich Heine, denn welch Zufall, kann ich, als Bremer in Begleitung eines Nicht-Bremers, den kleinen Ratskeller als wirklich leckeres Bremisches Restaurant ganz aktuell ans Herz legen und das wusste wie es scheint, schon damals der werte Herr Heine.

Heinrich Heine dichtete so circa 1825 :

„Im Hafen
Glücklich der Mann, der den Hafen erreicht hat,
und hinter sich ließ das Meer und die Stürme,
und jetzo warm und ruhig sitzt
im guten Ratskeller zu Bremen….“

Er begeistert sich dann in der Mitte des Gedichts:

„Du bist wie eine Ros im Ratskeller zu Bremen!
Das ist die Rose der Rosen,
je älter sie wird, je lieblicher blüht sie,
und ihr himmlischer Duft, er hat mich beseligt,
er hat mich begeistert, er hat mich berauscht,
und hielt mich nicht fest, am Schopfe fest,
ich wäre gepurzelt!…“

Und er schließt sein Gedicht und sein Lob:

„Du braver Ratskellermeister von Bremen!
Siehst du, auf den Dächern der Häuser sitzen
die Engel und sind betrunken und singen;
die glühende Sonne dort oben
ist nur eine rote, betrunkene Nase,
die Nase des Weltgeists;
und um die rote Weltgeistnase
dreht sich die ganze, betrunkene Welt.“

 

 

 

 

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10 Kommentare

  1. Moschee neben Obdachlosenhaus neben Dominastudio – *herzlich lach* das ist aus dem Leben gegriffen !! Wäre echt interessant zu erfahren wer am tolerantesten ist und wem die Nachbarschaft am meisten auf die Nerven geht …

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