Mein akurates Vorstädtchen unter schwerem Geschütz

Der Moment, in dem mich heute mein Kind rief und erschrocken und gleichzeitig aufgeregt mit riesigen Augen fragte, ob wir uns jetzt mitten im Krieg befinden, den hätte ich mir gern geschenkt.

Das folgende Gespräch mit beiden Kindern dann, auch. Ich möchte ihnen nicht erklären müssen, warum schwer bewaffnete Polizisten das Stadtbild präsentieren. Ich möchte nicht näher veranschaulichen, dass unser Land, genau wie jedes andere auf der Welt, nicht gefeit ist vor Krieg und vor Anschlägen. Und ich möchte auch nicht denken, dass der Gedanke näher ist, als je zuvor.

Denn jetzt ist es soweit. Terrorwarnung in Bremen. Mein beschauliches Vorstädtchen gerät ein wenig aus den Fugen. Männer mit Vollmontur und Maschinengewehren ziehen mit ernster Miene durch die Stadt. Große Einsatzwagen stehen rund um den Innenstadtbereich. Und da ich sehr zentral wohne, passiere ich auch einige von ihnen. Das Bremen als Hochburg der Terrororganisation. dessen Namen ich mich weigere zu nutzen, gilt, war mir bis heute auch nicht klar. Ich glaub es auch nicht. Und wenn, spielt es auch keine Rolle ob Hochburg oder ein bisschen weniger.

Die „Was wäre wenn“ Gedanken, sind einfach nicht mehr fern. Sie sind es schon lange nicht mehr.

 

 

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23 Kommentare

  1. Hahahahahahahaha. Diese ganzen RTL-Trash-Action-Brutalo-Genre-GuckerInnen. Irgendwann kommt der Krieg direkt bei ihnen im Wohnzimmer an. Plötzlich ist die Außenwand des hübschen Esszimmers mit den Laura Ashley-Gardinen weggebombt. Oder ein Taliban steht mit Gürtel in der Bäckerei und grüßt nicht mal! Vorher immer schön Baller-Ego-Shooter gespielt. Dann ist das ja nix Neues, kennst man schon. Auch wenn die eigene Birne dann mal weggepustet wird. Die Nachfrage bestimmt das Angebot könnte man es zynisch formulieren.

    Ein schwedisches Projekt: Computerspielsüchtige Kinder (!) und Jugendliche wurden in Krisengebiete in Syrien mitgenommen: Die ECHTE KULISSE der zerbombten Häuser, die herumirrenden Kinder ohne Eltern und Essen, abgerissene Gliedmaßen, blutende Augenhöhlen… schreckten tatsächlich ab. Kurierten von der luxuriösen Sucht in der angeblich so geschützten IKEA-Heimat.
    Es grüßt Frau L. aus HH

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  2. In der heutigen Zeitung der Artikel zu Bremen neben einem Artikel darüber dass Herr Lammert deutschsprechende Imame fordert.
    Herr Lammert ist auch gegen das Burkaverbot, davon steht aber nichts. Zeitung ist also doch meinungsbildend und voll objektiv…
    Dann ist’s doch gut wenn Recht und Ordnung und Gesetz einkehrt.
    Ansonsten, ja, das Grauen ist überall in allen Formen, nicht nur Terror, es ist vielfältig und durch die Medien ständig präsent. Besucht es dich aber, ist es das beste mit den Kindern offen darüber zu sprechen, sie vllt auch die Nachrichten schauen zu lassen, bevor sie sich Meinungen aus dritter Hand bilden, deren Herkunft mitunter fragwürdig erscheint. Die Kids wissen idR wann es genug für sie ist.
    Bei solch einem Ereignis werden sie noch Jahre später darüber sprechen.
    Euch einen friedlichen Sonntag.

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    1. Ja, recht hast du, das ist wichtig. Wohl das wichtigste überhaupt, das Hinterfragen nie zu vergessen. Und Meinungen dritter immer mit Vorsicht zu begegnen.
      Eigentlich schon schräg, denn irgendwie bedeutet das ja auch, das Misstrauen ein normaler erster Denkfaktor sein muss.
      Komm gut in die Woche !

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  3. Die Zeiten von akkuraten Vorstädtchen ist wohl allemal vorbei, liebe Mia. Obwohl, gab es die je? Seit ich bei einer Massenprügelei in Kiezprovinzanien die Zivilpolizisten kwasi aus dem nichts scharfbewaffnet sah, wundert mich nichts mehr. Klar sind die Bilder von anschlagbereiten Maschinenpistolen noch härter und über die Notwendigkeit kann man Stunden debattieren. Die Ursachen liegen jedoch meiner Meinung nach tiefer und es wäre die Aufgabe unserer Innenpolitiker, diese zu erkennen und zu verändern.
    Graufisselige Sonntagsgrüße, Ihre Käthe.

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    1. Ist es meine Liebe…., wobei ich denke, man muss wohl einfach immer den Blick auf das schöne werfen und dem Bösen wenig Raum schenken.
      Kennst du den Film, „Das Leben ist schön“. Sicher eine andere Situation, aber die Botschaft ist die richtige.
      Hab einen wundervollen Tag heute, ich geh gleich nackte Menschen malen. Das wird prima 😉
      Herzlichst, Mia

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  4. Ich kenne das Gefühl. Die Waffentragenden schüren mehr ungute Gefühle, als die Terrorwarnung an sich, finde ich. RSOP hat da ein gut passendes Zitat beigebracht. Die könnten uns auch “unsichtbar“ schützen.

    Liebe Grüße,
    Silvia

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  5. So ähnlich habe ich es selbst in den späten 70er, Anfang der 80er Jahre hautnah erlebt, als diese RAF-Verbrecher hier im Lande Terror verbreitet hatten und ich habe damals versucht, es meinen kleinen Neffen zu erklären.
    Deshalb weiß ich sehr gut, wie schwer es ist, kleinen Menschen diesen verabscheuungswürdigen, verbrecherischen Irrsinn erklären zu müssen.
    Ich bin mir sicher, Du hast die richtigen und ehrlichen Worte gefunden ♥
    Sei von Herzen gegrüßt von der ♥ Pauline ❤

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    1. Weiß auch nicht, zumal Kids da irgendwie subtil und schräg mit umgehen. So zwischen Angst und Faszination irgendwie.
      Ja, RAF, stimmt… da weiß ich einiges noch aus meiner Kindheit, ich war damals noch zu klein. Aber man möchte sowas einfach nicht…
      Herzliche Grüße zurück liebe Pauline ❤

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      1. Nein, so etwas möchte man nicht in seiner kleinen, heilen Welt haben, ich weiß. Aber wir können uns dem ganzen Irrsinn nicht verschließen, leider!
        Wäre schön, wenn man einfach, so wie als Kind, die Augen zumachen könnte und dann ist nichts Schlimmes mehr zu sehen.
        Ich habe aber auch die Erfahrung im Laufe meines langen Lebens gemacht, dass Kinder, wenn man sie ernst nimmt und ihre Fragen absolut ehrlich beantwortet, durchaus mit den Abscheulichkeiten dieser Welt umgehen können!
        GLG ♥ Pauline ❤

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  6. Ich hab heute lange über die aktuelle Situation nachgedacht, vor einigen Wochen hab ich auch schon mal darüber geschrieben, doch irgendwie wird es nicht so richtig ruhiger. Es herrscht eine komische Atmosphäre, auch in meiner kleinen Großstadt.

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  7. Ich finde es höchstbedenklich, was da an Waffen aufgezogen wird. Ich frage mich dabei auch ganz ernsthaft, wofür wir SEK oder GSG9 haben, wenn nicht genau für solche Situationen. Ich möchte mich zumindest nicht an Polizisten gewöhnen, die eine Schnellfeuerwaffe tragen. Mir gefällt es schon eine Pistole nicht.

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      1. Ich hab gerade gelesen, dass der ganze Aufstand um israelische Maschinengewehre ging. Warum nur kommt da bei mir sofort die Frage auf, wie Salafisten an israelische Waffen in Deutschland kommen?
        Es zeigt aber wieder einmal mehr, dass mehr Waffen nicht zu mehr Schutz führen, ganz im Gegenteil.

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      2. Absolut. Ich hatte immer gedacht, dass die Welt nach dem Kalten Krieg abrüsten würde, aber die Entwicklung ist wohl doch eine andere. All die Konflikte und Terrorismus ist ja eh jederzeit und überall möglich. Wenn ich da so an jenen Eintrag von dir denke, dem ich damals so widersprach, als es um Kriegsängste geht, dann würde ich meinen Widerspruch mittlerweile zurücknehmen… 😦

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      3. Weiß auch nicht genau wie man damit so umgehen soll Ben. Vor einer Stunde saß ich mit dem kleinen im Auto und die Nachrichten begannen. Erste Meldung direkt über die Ukraine. Der Kleine bat mich sofort das aus zumachen und sagt laut das ihn das so stresst und wütend macht. Überall Krieg Krieg Krieg. Er denkt da oft drüber nach und macht sich Sorgen da täglich irgendwo eine Konfrontation damit ist. Und die Große zeigt mir vorher ein Bild was sie heute in der Stadt geknipst hat von der Peta, ein enthäutetes Tier in Nahaufnahme. Man.. ich weiß wie wichtig Aufklärung ist, aber für mich ist das echt eine geistige Vergewaltigung die täglich stattfindet. Quasi ein Missbrauch der Augen, bzw allen Sinnen die dadurch stets und ständig, gewollt oder nicht, damit konfrontiert werden. 😦

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      4. Diese Stände von der PETA und anderen Organisationen machen nicht wirklich Aufklärung, da geht es ja vor allem um aggressive Mitgliederwerbung. Man kann ja auch ganz anders aufklären, wenn man das wollen würde.

        Krass, was wir vermutlich schon so alles wegfiltern und unsere Kinder eben nicht…

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