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Liebes Tagebuch

12 Stunden später.

12 Stunden ohne Klingeln.

12 Stunden ohne vibrierende Geräusche in unmittelbarer Nähe.

12 Stunden ohne vertraute Bewegungen. Passworteingabe. Ihr kennt das.

12 Stunden später, eine Stunde Spaziergang ohne Musik im Ohr.

Im schockähnlichen Zustand weiter verharrend, wie konnte dieser dritte Arm kalt klirrend auf dem unnachgiebigen hämisch grinsendem Fliesenboden zerschellen. Und die Fliese lacht stumm vor sich hin.  

Wie war das eigentlich mal so ohne?

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43 Kommentare

  1. Ein unfreiwilliges Selbstexperiment also…

    Man winkt immer ab, dass sich alle über Handysucht beklagen, aber wenn das Ding mal fehlt, merkt man irgendwo schon, dass das gar nicht so weit hergeholt ist.
    Mich macht zum Beispiel der Gedanke, niemanden erreichen zu können, wenn etwas passiert, nervöser, als mir lieb ist.

    Aber ich entnehme meinen Vorkommentatoren, dass ganz gut damit zurecht kommst.
    Als mein Display sich mal entschieden hat, Trümmerhaufen zu spielen, hat mich das erschreckend mitgenommen – glücklicherweise scheint das nicht jedem so zu gehen 😉

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      1. 😀
        Man kann sich an die Technik schön gewöhnen, und spürt es wenn sie nicht mehr da ist. Wenn die Seele auf einem Mikrochip eingebettet ist, und der Strom fehlt, ist man klinisch tot. Das könnte die Sterbehilfediskussion neu entfachen. „Ich habe meinem Handy den Gnadenstromschlag“ gegeben. (Mist, ich find den Oberfiesguckundlachsmilie nicht…)
        Nein, im Ernst, ich hab die Tage einen Ausschnitt aus einer Reportage gesehen, als eine (erwachsene) Enkelin die Liebesbriefe ihrer Großeltern (an die 60 Jahre Ehe) entdeckt hat und diese mit ihnen zusammen durchsah.
        Die Generation 2000+ muss also SMS speichern. Und ‚Uoatts Äpp‘-Nachrichten und natürlich die Gesichtspflege.
        Um das anzugleichen, sollte man auch Veilchendüfte versenden können.
        Nun ja, alles hat seine Zeit. Da fällt mir ein, ich sollte mein funktionierendes Handy noch laden…
        (ich weiß, ich bin klein und gemein…)
        😀

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      2. Hua… ja, das ist so richtig. Vieles, sehr vieles wird verschwunden sein und die Enkelin wird nur noch die Geschichten hören. Sie wird wohl eine alten Briefe und Bilder mehr in die Hand bekommen.
        Allerdings… wenn ich so meine Tochter anschaue, die absolut in diese Generation gehört, sie drucken sich Bilder aus, schreiben Notizen und Einträge dazu. Zumindest noch. Sie schreiben Briefchen in der Schule… es besteht also doch ein Fünkchen Hoffnung 🙂 Übrigens liebe ich es in alten Bildern und Briefen zu stöbern. Hab letztens einen Brief in der Hand gehabt, von meiner besten Freundin von 1986. Sie ist leider verstorben vor Jahren. Den Brief in der Hand zu haben und bei mir zu wissen ist allerdings toll. sowas fällt vllt irgendwann flach … Da braucht es andere Wege.
        Und das versenden von Düften. Warte ab. Noch 10 Jahre. Wobei mir das jetzt schon lieb wäre. Kannste gut jemanden ärgern . schickste einfach mal einen leckeren Hackbratenduft mit Fakebraten an kleine gemeine Menschen 😛 oder einen Strauß Plastiklilien oder so 😉
        Schlaf schön 🙂

        Gefällt 1 Person

      1. Mit zunehmender Technisierung nimmt der Wille zum Krieg ab. Unterhaltungselektronik als Weichmacher der Zivilisation. Und weitergehend, ob distanzierte Kommunikation über smartphones bzw die Nichtkommunikation die Junkys des Konsums ausüben vielleicht die beste, friedlichste Form des Miteinanders ist.
        Einsam aber friedlich.

        Gefällt 2 Personen

      1. Ach. Zusammen ist man doch auch allein. Das geht sich schon aus. Ersetzen wir es einfach durch synthetische Nähe. Oder überschütten alle Synapsen mit endlosen Glücksreizen. Es gibt ja immer was zu kaufen. Oder wen zu kaufen…;-)

        Aber Spaß beiseite: ich glaube, nur wer einsam sein kann, schätzt Gesellschaft wirklich. Ihm bleibt eben eine Wahl.

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    1. Also, du hast ja immer so viel in vielem recht, aber nicht immer 😀 Denn ich glaube ganz sicher, nicht wer einsam sein kann schätzt Gesellschaft um so mehr, sondern der, der einsam ist, ohne es im Grunde zu wollen. Dabei meine ich die reflektierte Variante. 🙂
      Ach, und by the way, wo bleiben eigentlich die 7 Fakten 😉

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      1. Pssst, da fällt mir spontan Mama Löwenherz ein und ihre Vorliebe für Buchstabenverdreherey: Mit einem kwietschvergnügten Augenfältchentanzenlaßlächeln sagt sie: Kind, alles schickt und findet sich! Ähem, mein Biedermieder hat sich gelöst…

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      2. Bitte höflichst einen Knicks mit Dank an Mama Löwenherz auszurichten, mit biederigstem, zu Boden schauendem, leicht errötendem Blicke. Hat sie sicher Recht. Während Käthe mal mirnichtsdirnichts arglos ihr Mieder über den Kompost schmeißt.
        Tztzt, sofort wieder über und hoch datt Ding 😀

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