Monat: Januar 2015

Art & Akt – Momente

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Und dann sitzt du in deinem abgerocktem Lieblingssessel….

Drehst die Musik ein wenig lauter.

Du denkst an die langsam sterbenden Narzissen im Supermarkt, weil keiner einen Blick für sie übrig hat

All die Brocken der vergangenen Wochen gehen dir durch den Kopf.

Er kreist und kreist um all das was noch zu erledigen ist. Die Dinge die so hoch gestapelt sind, das dein Kopf schon völlig im Nacken versinken muss, damit du den Horizont noch siehst. Du fühlst dich nackt. Angreifbar. Schließ nochmal schnell die letzten Fenster.

Du schüttelst dich. Weg, ab… gibt schlimmeres.

Alles ist dran, alle sind gesund.

Wo fängt es an, wo hört es auf. Sequenzen aus einem Leben mit ES

Oder: wann warst du das letzte Mal 13?

Das Leben mit einem ES ist, sagen wir, stunden-quartalsweise wirklich total toll. Den Rest blenden wir am besten aus. Diese Zeit wenn man höchstens den Schatten von ES zwischen Bad und Bett vorbei huschen sieht. Ganz kurz. Eine Milisekunde hast du vielleicht Glück und erhascht einen Blick, mindestens von der Rückseite, dann ist ES scrollend oder laut singend auch schon wieder weg. Die Spuren von ES sind allerdings spätestens beim Betreten vom Badezimmer deutlich. Gerne markiert ES am liebsten Morgens diesen Raum. Ist ja schließlich nur ES ihr Bad. Und der Rest der hier wohnt? Bitte welcher Rest?  Der könnte auch in der Küche seine Zähne putzen und wenn er sich klein machen würde, wäre eine morgendliche Dusche im Spülbecken sicher auch nicht so schwierig.

ES verteilt dann gerne Fön, Glätteeisen, Concealer, Coversticks, Deo, Haarkämmspray, Labello, Augencreme, Antipickelcreme für die Stirn, Handtücher, Schlafhose und Co im Bad und begibt sich anschließend wieder in die einzig genutzten 3,2 qm im eigentlichen ES-Zimmer, geschmückt mit Kissen, Decke und nicht zu vergessen, dem Ladekabel. Zweitwichtigster Gegenstand neben dem Handy überhaupt. Und so lebt ES quasi in seinem Bett. Könnte ES auch in die Abstellkammer schieben und ihr Zimmer untervermieten. Würde dem ES sicher gar nicht auffallen.

Aber da wollen wir den Fokus ja gar nicht drauf halten. Waren wir ja alle mal ein ES. Auch wenn es der eine oder andere gern vergaß oder leugnen möchte. Aber neee, da kommt keiner mit durch. Früher oder später geraten wir alle in diese nicht greifbare Zeit, die dennoch so unglaublich toll ist. Wenn auf einmal kein Kind mehr mit am Tisch sitzt. Wenn die Augen Geschichten erzählen. Wenn du auf einmal eine politische Meinung hörst. Getuschte Wimpern mit zarten Rosa auf dem Wangen siehst, laut gesungene englische Lieder mit korrektem Text aus dem Zimmer ertönen, Geschichten über die verliebte Freundin am Tisch erörtert werden. Und du gebeten wirst, abends eine Stunde länger aus zu bleiben. Das lässt das Herz höher schlagen, vergisst das Chaos und du denkst vielleicht selber an deinen Start ins Erwachsen werden zurück.

Und so sitze ich eben da, sinniere über die furchtbare Pumphose aus meiner ES Zeit, die schreckliche Mode insgesamt damals und bekomme die neuste Schülerzeitung in die Hand gedrückt.  Und bin völlig begeistert.

Du meine Güte, wenn ich da an unsere Schülerzeitung so denke. Und weil ich zwei Exemplare bekommen habe, schicke ich es gern an jemanden, der Interessiert ist und sich mal eine wirklich coole Zeitung der Generation 2015 näher anschauen möchte, zu 🙂

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Bremisch für Nichtbremer

Stadtwaldsee, sogar mit Hundefreiflächen im angrenzenden Gebiet.

Stadtwaldsee, sogar mit Hundefreiflächen im angrenzenden Gebiet.

Hier im Norden spricht man Hochdeutsch.

Das weiß Frau Ahnungslos und vertritt mit geschwellter Brust die These, dass der Bremer, wie sein Nachbar der Hannoveraner quasi dialektfrei Deutsch spricht. Beim näheren Hinsehen sieht die Sache leider ganz anders aus.

O Ton Bremer:

„Komm, wir fahrn an See und gehn ne Runde laufn. Wie bitte? Du musst Pipi? Dann geh mal ebm umme Egge“

Der Bremer kann aber auch anders. Wenn er muss.