Blogger schreiben gemeinsam Geschichte. Zusammenfassung aller Geschichten aus Runde drei. (etwas verspätet).

So… die Wörter

1. R(h)einfall
2. Schlüssel
3. Bauchpinsel
4. Wien
5. Hinterausgang
6. Osso Bucco
7. Oralfreude
8. Laurie Anderson
9. Rittberger
10.Schaum

für die dritte Schreibrunde wurden von dem werten Herrn zolaski bereit gestellt, etwas verspätet hier kompakt alle Geschichten auf einem Blick 🙂

1.

mo s Superbild, 10 Wörter

10 Wörter ein Bild… Original und Rechte bei Mo Beumers

2.

Laurie Anderson und der Rittberger (10-Wort-Geschichte Runde 3)

Ich saß staunend vor dem Fernseher und sah zu, wie allerlei junge Eiskunstläufer ihre Partnerinnen durch die Luft wirbelten, sich drehten und ihre Rittberger und Pirouetten vorführten. Ich persönlich war dermaßen ungeschickt, dass ich mich gar nicht erst aufs Eis wagte, da das ein absoluter Reinfall – oder besser gesagt Hinfall- geworden wäre. Ich kannte mich ja. Sport und ich- ne, lass mal. Ich schaute auf die Uhr. Um acht Uhr war ich mit Laurie Anderson in der Hotelbar verabredet, der ich meine Vorschläge zum neuen Oral-B Werbespot schmackhaft machen sollte. Für mich als überpünktliche Person wurde es so langsam Zeit zu gehen. Wo war denn nur mein Schlüssel? Fluchend lief ich in dem kleinen Hotelzimmer umher („Mehr ist nicht drin gewesen“, hatte mein Chef gemeint, dieser Heini von Werbeagenturleiter. Tss, selber mit ‘ner Rolex am Handgelenk rumlaufen und das so was) und suchte den Zimmerschlüssel. Schließlich fand ich ihn auf dem Badezimmerschränkchen – wie auch immer er da hingekommen war.

 

Zwei Minuten später betrat ich die Hotelbar des renommierten Wiener Hotels. Es war erst Viertel nach acht, daher setzte ich mich schon einmal an einen Tisch und bestellte Osso Bucco, ohne genau zu wissen, was sich dahinter verbarg. Ich muss gestehen, dass ich immer noch nicht genau weiß, woraus es besteht, aber es schmeckt fabelhaft. Als Laurie dann endlich da war, bestellte ich mir einen Latte macchiato mit extra viel Schaum, während sie sich einen Rotwein gönnte. Nach den üblichen bauchpinselnden Höflichkeitsfloskeln kam ich zum Geschäftlichen. Ich erklärte ihr, wie ich mir den Werbespot vorstellte. Sie war begeistert von meinem Werbeslogan „Oral-B bringt Oralfreuden“, unterzeichnete den Vertrag und verschwand durch den Hinterausgang des Hotels. Ich trank meinen Latte macchiato aus, stand auf und ging zufrieden wieder in mein Zimmer.

Autor mit Urheberrechten, literaturfalke

3.

Paul war genervt und auch leicht wütend. Nur durfte er es sich gerade nicht anmerken lassen. Denn ihm gegenüber sass hier im Restaurant Klara, Ihres Zeichens Vertriebs-Assistenten und seine Ansprechperson eines neu gewonnenen Kunden. Paul wurde gestern nämlich geschäftlich nach Wien geschickt, um einen Auftrag unter Dach und Fach zu bringen.

Du musst da bloss hingehen und den unterschriebenen Vertrag abholen, sagte sein Chef.
Danach schaust du dir noch die Stadt an und gehst am Abend fein Essen, natürlich auf Geschäftskosten, sagte sein Chef.
Dass er das Nachtessen mit der brutal langweiligen Klara zu sich nehmen musste, das hatte sein Chef natürlich NICHT gesagt.

So war er auch etwas überrascht, als sie ihn, gerade als er nach der Vertragsübergabe wieder gehen wollte, an Ort und Uhrzeit für den Abend erinnerte. Als Klara seinen leicht verwirrten Gesichtsausdruck sah, erwähnte sie das geführte Telefonat mit seinem Chef und die kommunizierte Einladung ins Restaurant und ob er, Paul, denn nicht bescheid wusste? Paul war sichtlich bemüht, seine Ahnungslosigkeit nicht zur Schau zu stellen. Während er sich innerlich von einem gemütlichen Abend in einer Sportbar verabschiedete, schlug er sich spielerisch gegen den Kopf, klagte ob seiner Vergesslichkeit und meinte, dass er sich sicher nicht einfach so sang- und klanglos durch den Hinterausgang davonmachen wollte, nachdem der Vertrag jetzt unterzeichnet war.

Und so sass er jetzt mit ihr da. Klara, die sich zwar schön zurecht gemacht hatte, dafür aber kaum ein Wort sagte, leicht nervös wirkte und sich immer wieder umschaute. Wenn sie etwas erzählte, dann nur öde Spaziergeschichten über ihre Bulldogge Rittberger, welche unter dem Tisch lag und gerade seine Schuhe vollsabberte. Ansonsten schien sie überhaupt nichts zu interessieren; also sowohl die Bulldogge als auch Klara. Und er hatte sich wirklich Mühe gegeben: er bauchpinselte Klara bezüglich ihres Kleides und ihrer Einstellung zur Tieren, lobte die Geschäftsphilosophie ihres Unternehmens, schnitt Themen zu Kultur und Urlaubsaktivitäten an, aber sie schien gar nicht richtig anwesend zu sein. Sagte nur Ja und nein und erzählte dann, wie Bulldogge Rittberger mal von einer Tapetenabrisskante Leim geleckt hatte und sich danach den ganzen Tag übergeben musste. In den vielen zuvor geführten Telefonaten war die Kommunikation bedeutend einfacher gewesen. So war er innerlich genervt über die Situation und wütend auf seinen Chef.

Dazu hatte sie die widerliche Angewohnheit mit offenem Mund zu essen. Sah er sie an, hatte er den besten Blick auf durchgekautes Osso Buco. Hätte Paul einen Essensfetisch gehabt, wäre das Beobachten ihres Essverhaltens eine wahre Oralfreude gewesen, aber so….. Zu seinem Leidwesen bestellte sie sich auch noch ein Dessert. Paul war danach überzeugt, nie mehr ein Stück Schwarzwälder Torte essen zu können. Er nahm noch einen Schluck von seinem Latte Macchiato mit aufgeschäumter Milch. Er war immer noch wütend ob der Situation; hatte jetzt zudem auch noch Schaum vorm Mund. Nur die Musik von Laurie Anderson jetzt hören zu müssen wäre schlimmer gewesen als dieses Geschäftsessen hier! Dieser Abend war einfach nur ein riesiger Reinfall gewesen. Er nahm sich vor, in der nächsten Woche vier Tage blau zu machen und es so seinem Chef heimzuzahlen.

Kaum hatte Klara das letzte Stück Torte verschlungen, machte er den Kellner auch schon auf die Rechnung aufmerksam. Vor dem Restaurant wollte er sich auch gleich verabschieden, aber Klara ergriff plötzlich seinen Arm und sah ihm in die Augen.

Sagte unruhig, dass sie ja so was noch nie gemacht hatte.
Sagte nervös, dass sie deswegen den ganzen Abend etwas aufgeregt und abgelenkt war.
Sagte leicht zitternd, dass sie ihn, Paul, ja irgendwie mochte.
Sagte etwas verlegen, dass sie ja froh war, dass er sich quasi nicht aus dem Hinterausgang davongemacht hatte.
Sagte entschlossen, sie würde ihm jetzt ihren Hausschlüssel in die Hand drücken.
Sagte herausfordernd, damit könnte er sich jetzt Zugang zu einem ganz anderen Hinterausgang beschaffen.

Paul sagte gar nichts mehr. Schaute sie nur überrascht an, und dabei war sein Mund noch weiter offen, als ihrer während des gesamten Essens…..

Autor mit Urheberrechten, Erdmannlibob

4.

 Ein wenig Sly

Eigentlich wollte ich es für mich behalten. Jeder hat so seine kleinen Geheimnisse, unvorstellbare Schwächen, die nicht so richtig ins Bild passen wollen, das die Menschen sich von einem gemacht haben. Es ist mir doch schon ein wenig peinlich, es zuzugeben, Und wenn ich mich nicht schon eine sehr lange Zeit leidenschaftlich und intensiv mit dem Werk von Sylvester Stallone (seit seinem beeindruckenden Kurzauftritt in Kojak 1975) beschäftigen würde, wäre mir ein Detail wahrscheinlich nie aufgefallen und ich wäre jetzt nicht mit dem Bedürfnis konfrontiert, davon berichten zu müssen. Ein Detail, das manche Frage aufwirft, und das mir erst gestern Abend auffiel, als ich mal wieder in alten Drehbüchern zu Filmen mit ihm herumblätterte, in dem Fall war es eine der ersten Fassungen zu Judge Dredd von 1995. Ich muss nämlich noch dazu sagen, dass ich mir nicht nur alle seine Filme regelmäßig anschaue und wenn möglich zu den Deutschlandpremieren gehe, wie erst vor einer Woche noch (Expendables 3 ist sowas von geil und vielschichtig, das nur als kleiner Tipp), sondern ich versuche nach Möglichkeit auch, besondere Devotionalien zu bekommen, sofern es mein Budget zulässt. Der größte Stolz meiner Sammlung ist die verschossene Munition aus Rambo III. Und eben auch diese erste Drehbuchfassung zu Judge Dredd, die ich im Tausch mit meiner Frankfurter Goethe-Ausgabe von einem belgischen Sammler erhalten habe.

Nun gut, jedenfalls stieß ich gestern beim Durchblättern auf eine bemerkenswerte Stelle, die es (leider) später nicht in den fertigen Film geschafft hat. Sie ist nur kurz. Da sie in Englisch ist, habe ich versucht, sie so gut, es geht, zu übersetzen. Mein Grundkurs liegt schon eine Weile zurück, aber für einen Film mit Sly sollte es reichen:

“Sie hatten nur eine verdammte Aufgabe: Diesen Code zu knacken.”
“Ich…ich…ich bin mir ziemlich sicher, dass uns dieser Code nur in die Irre führen sollte. Wir sollten uns nicht weiter damit aufhalten.”
“Das haben Sie nicht zu entscheiden. Und wenn ich behaupte, R(h)einfall-Schlüssel-Bauchpinsel-Wien-Hinterausgang-Osso Bucco-Oralfreude-Laurie Anderson-Rittberger-Schaum ist ein Code, ist es so. Verstanden!”
“Ich glaube vielmehr, man treibt bewußt ein Spiel mit……..”
(Rico erschießt den Handlanger.)
“Ein Spiel! Arschloch. Besorgt mir mal Jemand einen, der diesen Code für mich knackt. Bitte!”

Ja, genau, ich war auch ziemlich von den Socken, nachdem ich die Szene gelesen habe. Ich glaube nicht an Zufälle. Also woher kennt der werte Zolaski diese Stelle? Ich füge hinzu, dass ich im Besitz der einzigen Fassung zu dieser Szene bin. Hat er sogar am Ende an diesem Drehbuch mitgeschrieben? Es ist zwar wenig glaubhaft, da seine bisherigen Texte eine ganz andere Sprache sprechen, eine, die ich sehr schätze. Doch ist es nicht unmöglich. Und wenn er auf diesem Weg verhindern wollte, dass sein damaliger Beitrag nicht verlorengeht, kann ich das verstehen. Und möglicherweise sind die Geschichten, die dabei herausgekommen sind, wesentlich gelungener, als es der fertige Film ohne diese Szene letzten Endes wurde. Ich kann es, als eingefleischter Stallone-Anhänger, nicht objektiv beurteilen. Das mögen andere tun.

Für mich ist einzig interessant und bedenkenswert, dass alles Neue am Ende immer schon auch Zitat ist. Und wenn sich in den zahlreichen gelungenen und sehr schönen Beiträgen Spuren aus alten Sly-Filmen finden sollten, bin ich der Letzte, der sich nicht darüber freuen würde.

Autor mit Urheberrechten, Herr Hund

5.

“Wien ist doch immer wieder eine Reise wert”, fand Francois de Chardonnay, während er, den Schlüssel vom Hotel in seinem eleganten Anzug verstauend, über das Kopfsteinpflaster zum “Le Gourmet” flanierte.
Nachdem er am Vortag in Mainz im “Domspatzen” den größten kulinarischen R(h)einfall seiner bisherigen Karriere erlebt hatte, sehnte er sich mehr denn je nach einer wirklichen Oralfreude, einem Gaumenschmaus, der Seinesgleichen würdig ist.

Mario Konrads, der Restaurantleiter im Restaurant “Zum Domspatzen” hatte offensichtlich nicht gewusst, wer da vor ihm saß. Andernfalls hätte sich dieser inkompetente und schmierige Bauchpinsel doch sicherlich etwas mehr Mühe gegeben, als er ihm- Francois de Chardonnay, dem weltberühmten und hochgeschätzten Restaurantkritiker- das angeblich beste Menü des Hauses serviert hatte.

“Desaströs!”, hatte François nur gesagt, als er entsetzt aufstand, die Serviette auf den Teller warf, Konrads einen wütenden Blick zuwarf und das Restaurant stillschweigend und ohne zu bezahlen verließ.
Jede Pommesbude hatte mehr zu bieten, als die Möchtegern-Köche im “Domspatzen” und ihn wunderte, dass die Spatzen nicht schon längst von den Dom-Dächern pfiffen, dass dieses Restaurant die reinste Zumutung war.

Nun, nach seinem Besuch würde es sicherlich nicht mehr lange dauern, bis in Mainz ein neues Ladenlokal zur Verfügung stand.
Den Artikel würde er am kommenden Montag verfassen, das Gesundheitsamt informieren und das Schicksal dieser Kaschemme wäre besiegelt.

Nun aber freute sich François auf ein Wochenende im majestätischen Wien und insbesondere auf einen exquisiten Abend im “Le Gourmet” mit dem weltweit besten Osso Bucco, das ihm jemals serviert worden war.
Inhaber Sebastian “Sepp” Rittberger hatte den Erfolg und eine tadellose Kritik wahrlich verdient. Seine Sterneköche waren legendär, die Speisen eine Geschmacksexplosion und unvergessliche Komposition.
Selbst Laurie Anderson hatte das “Le Gourmet” besucht und ihre Eindrücke, dieser einzigartigen, hohen Kochkunst aus purer Leidenschaft und unvergleichlichem Genuss, in ihre Musik einfließen lassen.

François betrat das Restaurant, nahm seinen Lieblingsplatz in der Nähe des Hinterausgangs ein und bestellte “Osso Bucco de la Vienna”, die neuste Kreation des Hauses aus dem zartesten Kalbsfleisch, das jemals einen Gaumen berührt haben soll.
Während er wartete, erschien Rittberger an seinem Tisch: “Aaaah geeeeeh, der Herr Monsieur de Chardonnäh, habn wir wiederramal die Eeehre” begrüßte er seinen prominenten Gast in der typischen Wiener Schmäh.
“Es freut mich außerordentlich, wieder hier zu Gast zu sein, mein werter Herr Rittberger”
“Die Freude is gaanz meinerseits Monsieur de Chardonnay, hams denn schon unsre Weinkarten studiert?”

“Selbstvertändlich Herr Rittberger. Ein Sauvignant Noir wird mir, auf Empfehlung des Küchenchefs, zum Osso Bucco serviert.”

“Na dann lassens sich guat gehn Herr Monsieur, aber machens mim Rotwein keine Flecken” verabschiedete sich Rittberger zwinkernd, als der Kellner mit François’ Bestellung kam.

François nahm den ersten Bissen.
Er hielt erschrocken inne.
Das war ein wahres Feuerwerk.
Das Meisterstück!
Diese Komposition übertraf Alles.
Sie hatte eine ganz besondere Note.
Eine Note, die er nicht greifen konnte, nicht definieren konnte, aber die offensichtlich etwas ganz Außergewöhnliches war.

So außergewöhnlich, dass er vor eisigem Schreck erstarrte, als er die grausame Wahrheit erkannte, ihm Schaum vor die Lippen trat und er tot über seinem Teller zusammenbrach.

Sein Hand schlug als letzter Akt gegen das volle Weinglas mit dem edlen Sauvignant Noir.
Als sich das wankende Glas zur Seite neigte, klirrend zu Boden fiel und sich der Rotwein dunkelrot über dem Tischtuch auszubreiten begann, sah man draußen einen dunklen Schatten zwischen den Fiakern verschwinden.

Vielleicht war es tatsächlich Mario Konrads’ hasserfülltes Gesicht, das Sekunden zuvor mit einem psychopathisch-zufriedenen Grinsen an der Scheibe des “Le Gourmet” und dem sterbenden François erschienen war.

Autor mit Urheberrechten, jasysophie

6.

Ich sitze nervös im Restaurant. Italienisch, er hatte es ausgesucht. Das Beste in der Stadt meinte er. Besser italienisch hätte er außerhalb von Italien bisher nur in Wien gegessen. Wie nannte er es noch genau, eine unvergessliche Oralfreude. Ich musste lachen als er mir das Restaurant damit schmackhaft machen wollte. Ich blicke erneut auf die Uhr und frage mich warum ich bloß 20 Minuten zu früh da sein musste. Ich habe das Gefühl alle starren mich an und denken sich, ach die arme Frau sitzt ganz alleine im Restaurant, wurde wohl versetzt. Nachdem mich der Kellner erneut angesprochen hat bestelle ich dann doch ein Glas Wasser, damit ich wenigstens irgendwas hatte woran ich mich festhalten konnte.

Ich bin nervös, weiß gar nicht wann ich das letzte Mal so nervös war. Meine Arbeit hat dies anfangs auch noch geschafft, aber man wird ruhiger mit der Zeit, obwohl ein bisschen Nervosität und Angst immer dazu gehört, so bleibt man wachsam. Aber dieses Date macht mich definitiv nervöser als sonst etwas. Bisher hatten wir nur telefoniert und ab und an mal eine Mail geschrieben, persönlich treffen ist dann doch gleich nochmal ein Schritt vorwärts. Wir haben bereits Fotos ausgetauscht, daher gilt Blind-Date hier nicht mehr, aber gerade bei den Fotos sucht man wahrscheinlich das Beste das man finden kann. Wie sehr dies dann der Wahrheit entspricht ist eine ganz andere Geschichte.

Ich blicke erneut nervös auf die Uhr während ich an meinem Wasserglas nippe. Noch fünf Minuten, meine Nervosität steigt nochmal an. Ich dachte nicht, dass das möglich sei. Ich blicke mich im Restaurant um und entdecke den Kellner, der mich bedient hat. Er grinst mich an. Warum grinst der mich so an, denke ich mir, als ich ihn plötzlich sehe. Der Kellner zeigt in meine Richtung. Er lächelt, hebt die Hand zum Gruß und macht sich auf den Weg zu mir. Definitiv besser als das Foto denke ich mir als ich aufstehe, um ihn zu begrüßen.

Wir schütteln uns die Hand, doch er kommt näher und küsst mich auf die rechte dann auf die linke Wange. Damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. Wahrscheinlich habe ich mich auch genauso dabei angestellt. Als wir uns wieder hinsetzen lächelt er mich nur an und sagt „Wir sind für heute in Italien, da macht man das so.“ Ich lächle zurück.

Er bestellt eine Flasche Wein für uns und der Kellner bringt gleichzeitig mit dem Wein die Speisekarte. Ich kenne mich mit italienischer Küche nicht aus, außer Pizza und Spaghetti natürlich, aber ich denke das wäre hier und heute unpassend. Ich blättere also in der Speisekarte und entscheide mich letztlich für ein Risotto alla milanese während er sich Osso Bucco bestellt. Bei Risotto weiß ich wenigstens, dass es sich um Reis handelt, was er sich bestellt hat bleibt mir jedoch rätselhaft, möchte mir aber die Blöße auch nicht geben und ihn danach fragen. Ich werde es dann ja schon sehen denke ich mir.

Nach dem Essen entschuldigt er sich kurz auf die Toilette. Ich lächle, eigentlich ist das doch ein Frauending, um das Makeup nach dem Essen zu checken. Nachdem er den Tisch verlassen hat atme ich tief durch, und versuche mir erneut in Erinnerung zu rufen, dass ich nicht träume sondern diesen tollen Abend wirklich erlebe.

Plötzlich höre ich mein Handy in meiner Tasche vibrieren. Ich hatte es lautlos gestellt, es ganz abzuschalten hatte ich nicht geschafft. Ich überlege kurz und denke mir dann aber, da mein Date ja grad nicht da ist, kann ich ja zumindest mal nachsehen wer es denn ist. Als ich auf Display blicke wusste ich, dass ich einen Fehler gemacht hatte. Einen kleinen Moment spiele ich mit dem Gedanken nicht zu antworten, weiß aber im selben Augenblick, dass ich meine innere Ruhe den ganzen Abend nicht mehr finden würde, wenn ich dies mache.

Ich drücke also die ‚Antworten-Taste‘ und verzichte auf das höfliche Hallo.

„Ich hoffe es ist wichtig sonst bezahlst du einen Monat lang meinen Kaffee.“

Ich höre meinem Partner am anderen Ende der Leitung zu und bemerke nicht, wie mein Date wieder an den Tisch zurückkommt.

„Ich bin am anderen Ende der Stadt, treffen wir uns gleich direkt vor Ort. Ich kann in 15 Minuten dort sein. Bye!“

Ich nehme das Telefon runter und merke erst jetzt, dass meine Begleitung bereits zurückgekehrt ist. Ich lächle nervös, er sieht mich besorgt an.

„Ist alles in Ordnung?“ fragt er mich

Ich überlege kurz, was ich ihm sagen soll oder besser noch, was ich ihm überhaupt sagen kann. Er weiß, dass ich Polizistin bin, aber ansonsten haben wir über meinen Job noch nicht viel gesprochen. Wie auch, ich kann ihm doch beim Kennenlernen nicht von den Schattenseiten der Stadt erzählen.

Ich spüre eine Hand auf meiner und kehre zurück in die Realität. Ich versuche zu lächeln. Ich vermute es gelingt mir nicht wirklich, zumindest sieht er mich immer noch besorgt an.

So ein Reinfall schwirrt durch meinen Kopf. Ich ziehe meine Hand sanft zurück und nehme meine Tasche.

„Es tut mir sehr leid. Das war mein Partner am Telefon. Unsere Dienststelle ist unterbesetzt heute Nacht und ich muss daher leider dringend zur Arbeit.“

Das muss reichen, mehr kann ich nicht sagen. Hoffentlich fragt er mich nicht, ob oder gar was denn passiert ist. Ich möchte ihn nicht bei unserem ersten Date belügen müssen. Unser Kellner geht gerade an unserem Tisch vorbei und ich nutze die Chance, um ihm ein leises „Zahlen, bitte!“ zuzurufen. Ich kann ihn doch nicht bezahlen lassen, wenn ich ihm schon davonlaufe, denke ich mir dabei noch. Dann krame ich in meiner Tasche nach meiner Geldbörse während ich immer noch auf seine Reaktion warte. Als ich meine Geldbörse gefunden habe lege ich sie langsam auf den Tisch. Ich muss ihn nun wieder ansehen, kann ihn nicht länger ignorieren. Gesagt hat er leider immer noch nichts.

Ich hebe den Kopf und blicke in ein trauriges Gesicht. „Es tut mir sehr leid“, sage ich erneut. Und bevor ich wirklich nachgedacht habe, sage ich als nächstes „Ich mache das beim nächsten Mal wieder gut, versprochen!“ Beim nächsten Mal, hatte sie das gerade wirklich gesagt. Wahrscheinlich will er gar kein nächstes Mal nach diesem Abend.

Dieses Mal unterbricht uns der Kellner mit der Rechnung. „Alles zusammen?“ fragt er als er an den Tisch tritt. Bevor ich etwas sagen konnte, höre ich von ihm ein freundliches „Selbstverständlich“ Er bezahlt also die komplette Rechnung und gibt auch noch saftiges Trinkgeld. Ich blicke auf die Uhr und werde langsam nervös. 15 Minuten hatte ich versprochen, aber die Tatsache, dass er nun auch noch alles bezahlt hat, macht das Aufstehen und Gehen jetzt nicht gerade einfacher. Doch er überrascht mich erneut, als er aufsteht und mir seine Hand reicht.

„Komm ich bring dich noch zum Auto.“

Er stellt keine Fragen. Wie perfekt können ein Date und ein Mann sein, bevor es zu perfekt wird. Ich parke direkt am Hinterausgang des Restaurants, daher haben wir auch nicht mehr viel Zeit zu reden, während er mich begleitet. Ich krame in meiner Tasche nach meinem Schlüssel. Er öffnet mir die Tür, wie der perfekte Gentleman. Bevor ich einsteige, drehe ich mich nochmal zu ihn um. Wir verabschieden uns italienisch mit einem Küsschen auf jede Wange.

„Ruf mich an“ sagt er noch als ich in den Wagen steige. Ich lächle ihn an, dieses Mal ist es ein einfaches und ehrliches Lächeln und dann mache ich mich auf den Weg zum Tatort.

Als ich am Hotel ankomme, erwartet mich Michael, mein Partner, schon in der Eingangshalle. Neben ihm steht ein dünner groß gewachsener junger Mann. Er stellt sich mir als ‚Herr Rittberger‘ vor, nachdem ich ihm meine Marke gezeigt habe. Er ist blass und wirkt sehr nervös und nachdem er uns in ein kleines Büro hinter den Empfangsbereich führt, beginnt er zu erzählen.

„In Zimmer 515 hat heute Morgen eine Frau Falling eingecheckt. Sie erzählte freudig an der Rezeption, dass sie extra angereist sei um das Laurie Anderson Konzert heute Abend zu besuchen. Sie hatte mich gebeten, sie pünktlich um 18:30 Uhr anzurufen. Sie hatte wohl Angst zu verschlafen und das Konzert zu verpassen. Ich habe also angerufen, aber es hat keiner geantwortet. Ich dachte mir, dass sie vielleicht im Bad sei. 15 Minuten später habe ich es erneut versucht, aber es hat wieder keiner geantwortet. Ich bin dann also nach oben gegangen, ich wollte nicht daran schuld sein, dass sie ihr Konzert verpasst und habe an die Türe geklopft. Als ich wieder kein Glück hatte, bin ich mit meinem Schlüssel ins Zimmer gegangen und.“

Er war noch blasser geworden und konnte nicht weiter sprechen. Er würgte und schüttelte den Kopf als könne er dadurch die Erinnerungen loswerden. Es muss wohl kein schöner Anblick gewesen sein, denke ich mir.

Wir verabschiedeten uns vorerst von Herrn Rittberger teilten ihm jedoch auch gleich mit, dass wir noch einmal genauer mit ihm sprechen müssten. Danach war es Zeit sich den Tatort selbst genauer anzusehen.

Auf dem Weg in den fünften Stock erklärt mir Michael nur kurz, dass die Spurensicherung und der Gerichtsmediziner bereits vor Ort seien. Ansonsten wurde nichts weiter gesprochen.

Als wir Zimmer 515 betreten stockt auch mir kurz der Atem. Der Anblick, der einem dort geboten wird ist wahrlich kein schöner. Eine junge Frau, Anfang bis Mitte 30, lag dort nackt und mit Händen und Füßen ans Bett gefesselt. Michael und ich traten näher. Eine blutverkrustete Lippe und ein Rinnsal an getrocknetem Blut von der rechten Augenbraue bis zum Hals zeigten, dass sie wohl mehrfach geschlagen wurde. Sie hatte Schaum vorm Mund.

„Wurde Sie vergiftet?“ frage ich eigentlich mehr zu mir selbst als zu allen anderen. Der Gerichtsmediziner blickt hoch und antwortet kurz und sachlich.

„Sie wurde definitiv brutal vergewaltigt und geschlagen. Ob sie vergiftet wurde werden wir erst später wissen.“

Ich nicke ihm kurz zu und blicke mich dann weiter im Zimmer um und entdecke dabei etwas eingeklemmt zwischen Matratze und Bettrahmen. Ich streife mir einen Handschuh über und ziehe einen kleinen etwas eigenartig aussehenden Pinsel hervor.

„Was ist das?“ frage ich als ich mich zu den anderen umdrehe.

Der Gerichtsmediziner steht auf uns sieht sich den Pinsel näher an.

„Das ist ein Bauchpinsel! Wird zur Massage und Sinneserweckung eingesetzt. Sehr entspannend!“

Ein Lächeln huscht über sein Gesicht. Ich sehe mir den Pinsel genauer an und blicke dann erneut zur Leiche.

„Ich denke hier war es alles andere als sehr entspannend!“

Das Lächeln verschwindet unmittelbar aus dem Gesicht des Gerichtsmediziners. Ich packe den Pinsel in eine Tüte und drehe mich zu Michael.

„Was denkst du?“

„Ich denke, dass wir von nun an wohl ein paar Schichten zusätzlich arbeiten werden.“

Autor mit Urheberrechten: blogographie

7.

Tick – Tick – Tick. Mit zugekniffenen Augen griff Bert Stehstramm neben sein Bett. “Verdammter Mist” , wo ist nur der beschissene Wecker. Das nervige Ticken dröhnte wie ein immer wiederkehrender Panzerschuß in seinem Ohr. Ohne zu schauen tastete er weiter um ihn ruhig zu bekommen, wischte dabei sein Glas vom Nachtisch, welches klirrend auf dem teuren Granitboden zerschlug. “Shit”. Er öffnete die Augen, Sonnenstrahlen stachen wie japanisch zehnfach gefaltete Messer in seine müden Augen. Benutzte seine rechte Hand als Sonnenschutz und sah sich das Dilemma an. Schon das dritte Glas diese Woche. Er musste sich was neues einfallen lassen. Sein Boden würde es ihm danken. Blickte nach links und suchte die stramme Dame, die er gestern Abend nach dem Wiener Opernball mit nach Hause nahm. Zumindest war es so in seinen noch verklärten Gedanken. Ein schnarchendes Etwas ruhte neben ihm. Leider alles andere als stramm. Ein leicht geöffneter Mund lies ein feines Rinnsaal Irgendwas auf seine feine Seidenbettwäsche tropfen, untermalt mit einem sonoren Geräusch. “Du meine Güte. Was ist das?!”. Das ihm der Alkohol auch immer mal wieder so einen Reinfall beschweren mussste. Gewundert hatte er sich schon, das der vermeintliche Whiskey nach der Oper in seinem Mund eine Art Schaum bildete. Er krabbelte vorsichtig über die unförmige Mätresse und übergab sich lauthals über der Kloschüssel. Weckte wirsch die fremde Olle in seinem Bett und schmiß sie raus. Was für eine Nacht. Langsam kamen Erinnerungen wieder zurück. Er saß nach der Oper im pickfeinen angeschlossenen Restaurant, bestellte sich einen Osso Bucco. Das aß er öfter, machte ihn doch alleine die Übersetzung dieses Gericht schon ein wenig scharf. Knochen mit Loch. Bildlich vor seinen Augen sah er ein schönes mageres Frauenzimmer, dürre wie er sie mochte. Er brauchte unbedingt heut Abend noch ein wenig Gesellschaft. Das der Whiskey anschließend seine Augen verklärten und ihm anstelle eines Twiggymodels eher eine Nana mit nach Hause nehmen lies, ärgerte ihn schon ein wenig.

Dr. Prof. Bert Stehstramm war Chefart der proktologischen Abteilung in der Universitätsklinik Wien. Dieser Beruf war eher eine Berufung, den nichts interessierte ihn mehr als der Hinterausgang aller zweibeinigen Wesen. Ok, ganz geheim interessierte ihn auch manch Hinterausgang einiger Vierbeiner. Das behielt er aber wohlweislich für sich. Schließlich war es verpönt mit liderlichen Gedanken an des Vierbeiners Hinterteil zu denken. Nur ganz geheim gab er sich dieser Freude hin, das aber nur, wenn er weit weg von seiner Heimat war. Dann fuhr er nach Übersee, in abgelegende Gegende und gab sich dem Genuß einer viel behaarten Rosette eines Vierbeiners hin.

Angefangen hatte seine Leidenschaft schon in recht jungen Jahren. War er doch damals, im ersten Semester von seinem Studienkollegen zu einer kleinen Kommilitonenparty eingeladen. Zu der Zeit studierte er noch Zahnmedizin. Bert war schon seit seiner anfänglichen Jugend sehr sexualorientiert und was lag da näher als Zahnarzt zu werden. Gab es doch zu seiner Zeit Unmengen kleine pornografische Filmchen, in denen sich der Zahnarzt fröhlich mit seinen Patienten oralen Freuden hingab. Das wollte er auch.

Er sah sie schon vor sich. Die Wiener feinen Damen, barbusig nackt vor ihm niederknieend, und er kann täglich ihren oralen Eingang mit seinem besten Stück bestücken. Bis zu der Komilitonenparty. An diesem Abend waren sie ungefähr zu sechst. Vier heiße Studentinnen, eine schärfer als die andere. Eine von ihnen kam recht schnell zur Sache, bauchpinselte ihn ein wenig mit einen traumhaften Augenaufschlag, lies ihre zarten Lippen sachte an seinem Hals herunterfahren, nahm seine Hand und schob sie dabei lächelnd in ihr Höschen. Puh, was für ein Luder. Sie kamen schnell zur Sache, bis sie ihn, zwei Runden später, zu einem dreifachen Rittberger mit seinem Freund bat und er möge sich doch dabei ihres Hinterns annehmen. Bert schaute auf. Das war unbekanntes Terrain für ihn. Bis dahin. Neugierig und gierig wie er war, lies er sich das nicht zweimal sagen und startete an dem Tage seine erste proktologische Untersuchung. Was für eine Freude. Davon wollte er mehr. Das es sich damals um Laurie Anderson, mittlerweile bekannte Musikerin und Performerin handelte, unwichtig. War sie zu der Zeit nur eine scharfe Schnitte aus der Uni. Bert wechselte am Folgetag von der Zahnmedizin zur Proktologie.

Seine Leidenschaft wurde sein Beruf und er war einer der besten auf seinem Gebiet. Weit bekannt über die Landesgrenzen, kamen seine Patienten um ihm ihren Hintern und ihre für ihn doch so herrlich anzusehenden Rosetten, anzuvertrauen. Was genau hinter seiner Tür allerdings passiert, darüber schweigen die lächelnden Patienten, wenn sie mit verträumten Blicke seine Untersuchungsräume verließen.

Autor mit Urheberrechten, Frau Ahnungslos selber

8.

„Eine Nixe, wie aus dem Schaum der Herbstgicht geboren, tauchte empor aus dem Loch in der dicken Eisschicht, die sich über dem Fluss ausgebreitet hatte. Sie bauchpinselte um ihren nackten Nabel herum und zwei Beine bildeten sich von Sternchen und Glitzer und Funkeln begleitet aus ihrem Flossenschwanz heraus.

Die ersten Schritte waren noch unsicher, doch mit wenig Übung wandelte sie voll Anmut über das Eis. Nackt. Bekleidet nur mit ihren Haaren trat sie in die Menschenwelt ein. Keinen Hinterein- oder ausgang nutzend, nein, in voller Sicht für alle auf der Promenade spazierend.

Ein alter Herr kam ihr entgegen: „Rittberger mein Name. Kann ich Sie in ein Geschäft begleiten?“

Die Nixe begutachtete den Alten verwundert: Was sprach er? Wohl sah sie, dass Worte aus seinem Mund kamen, doch da es um sie keine Wellen gab, die diese zu ihrem Innenohr transportiert hätten, und vielleicht auch, weil sie die Sprache nicht gekannt hätte, hatte sie keinen Schlüssel zum Verstehen zur Hand. Darum beachtete sie ihn nicht weiter.

An der Spaziermeile reihte sich ein Esstempel an den anderen. Worte mit Zeichen wie „Wiener Kaffeehaus“ und „Echtes Mailänder Ossobuco“ purzelten vor ihren Augen. Doch nichts davon verstand sie. Welch Oralfreuden sie sich vielleicht entgehen lassen musste! Vielleicht auch nicht. Alles, was sie bisher gegessen hatte, waren Meeresfrüchte gewesen. Ob ihr das Menschenessen überhaupt geschmeckt hätte? Sie war enttäuscht, irgendwie enttäuscht. In der dunklen Tiefe gab es Gerüchte über Nixen, die die Menschenwelt wundervoll gefunden hatten, die von Prinzen gefangen genommen worden waren, sich aber in sie verliebt hatten; die froh waren, dem ewigen Nass entkommen zu sein und durch den Regen tanzten; die die Sprache hatten verstehen und das Essen hatten genießen lernen. Aber wie seltsam erschien der nackten Nixe nun alles.

Also wandte sie sich wieder dem Fluss und dem Loch im Eis zu: R(h)einfall.“

Und damit beendete Laurie Anderson ihre Performance. Auf deutsch.

Autor mit Urheberrechten: stefanini

9.

Also, ich erkläre dir, wie das mit den zehn Worten funktioniert. Hier, das ist die Liste.
Mittag
Radio
mysteriös
ausnahmsweise
Federkleid
Loch
Fingernagel
Katzenhaar
abrupt
Tiefschlag
Wie soll denn das gehen?
Na, du bastelst und schreibst: „Am Mittagstisch sitzen Mutter, Vater und Kind, schweigsam wird das Osso Bucco gegessen, während das Radio verkündet, dass Laurie Anderson in ihrem Zweitwohnsitz in Wien ums Leben gekommen ist. Mysteriöse Umstände seien noch aufzuklären.“
So einfach alles zusammenmixen?
Ja.
Und für dich selbst Oralfreuden auftischen?
Ich habe Hunger und musste gerade daran denken. Weiß ja keiner.
Und weiter? Wie bringst du ausnahmsweise unter?
In etwas so: „Im Gedenken an die großartige Künstlerin wird ausnahmsweise zum Nachtisch ein Glas Schaumwein von Rittberger genossen.“
Du meinst Schlumberger.
Was?
Die Sektsorte, die du meinst, nennt sich Schlumberger.
Ah. Auch gut. Für Recherchen habe ich bei fünfzehn Minuten keine Zeit.
Und das alles, nur um dich danach für dieses Gefasel bebauchpinseln zu lassen?
Es geht doch um Spaß, ums Ausprobieren. Es ist ein Spiel.
Na dann, noch viel Freude damit. Mir bleibt der Sinn verschlossen.
So ein Reinfall.
Was? Das Wetter?
Nicht Rheinfall! Es war ein Reinfall, dir das näher bringen zu wollen.
Stimmt. Ich hau dann mal ab.
Nimm den Hinterausgang. Ich hab den Schlüssel für die Haustüre verlegt.

Autor mit Urheberrechten: margaauwald

10.

Diese Veranstaltung war ein Reinfall.
Wien ist eine schöne Stadt, doch die gewählte Location und die Gäste waren ihr zu gestelzt. Genauso wie die Gastgeber. Herr und Frau Rittberger gaben einen Empfang. Den Anlass hatte sie vergessen.
Klänge von Laurie Anderson summten durch den Raum und das Osso bucco am Buffet verströmte seinen Duft.
Sie schaute sich um und ihr Blick fiel auf das Dessert. Eine Rotweinschaumcreme, die ihr das Wasser im Mund zusammen laufen liess. Sie konnte sie förmlich auf ihrer Zunge schmecken und spüren wie sich die Konsistenz in ihrem Mundraum ausdehnte.
Sie beobachtete den Koch, der vor aller Augen, noch zusätzliche Köstlichkeiten mit Cognac einstrich. Fast zärtlich sah es aus, voller Hingabe und sie musste an einen Bauchpinsel denken, der über ihren Körper wehte.
Die Musik, die Düfte liessen ein Kribbeln durch ihren Leib wandern. Ein anregender Genuss. Pure Oralfreuden. Durch die Kehle in ihrem Schoß.
Der leichte Druck ihres Schlüssels in der Hosentasche erzeugte zusätzliche Vibrationen.
Sie schaute nach dem Hinterausgang, um diese Pflichtveranstaltung möglichst unbemerkt verlassen zu können …

Autor mit Urheberrechten: melcoupar

11.

Zerberus goes Menschlichkeit

Sie stand oberhalb des R(h)einfalls und blickte hinab auf den Schaum, der beim Sturz der Fluten über die Felsen entstand.
Das große Anwesen hatte sie aufgeben müssen. Zu neugierig war die Nachbarschaft gewesen, nachdem immer wieder Tiere aus dem Zoo und der Nachbarschaft verschwunden waren.
Das fiel wohl in die Kategorie Reinfall.
Mit ihr an der Brüstung stand Martin Rittberger und hatte den Arm um ihre Schultern gelegt.
Sie hatte ihn bei einem Ausflug nach Wien kennengelernt, wo sie zum Zeitvertreib in einen Club ging.
Das Musikthema des Abends: Laurie Anderson.
Bei ihrem Titel Sharkey’s Day waren sie an der Bar ineinander gelaufen und hatten sich seither nicht mehr getrennt.
Sie fühlte sich ihm so verbunden.
Das lag vielleicht ein wenig daran, dass er gleich gemerkt hatte, dass sie keine normale Frau war.
In einer heißen Liebesnacht war ihr ein Grollen entglitten, das einer Erklärung bedurfte. Sie erzählte ihm alles.
Als sie geendet hatte, war er, zu ihrer Verwunderung, keineswegs erschrocken. Vielmehr schien es sie noch mehr zu wollen und sie fühlte sich seither sehr erleichtert.
Sogar, als sie aus dem Wiener Zoo ein Wildschwein anschleppte und im Hotelzimmer eine ziemliche Schweinerei hinterließ, blieb er bei ihr;
besorgte sogar den Schlüssel zum Hinterausgang, um mit ihr die Reste der Sau zu entsorgen.
Nur den Schwanz behielt er.
“Vielleicht brauch ich den noch. Für Dich, als Bauchpinsel.
Sie liebte seine kuriose Art von Humor.
Sie fröstelte, es war spät geworden und sie gingen, eng umschlungen, in Richtung ihrer neuen Behausung. Wieder ein großes Grundstück, diesmal mit weniger Nachbarn.
Als sie das Haus betraten, stieg Ihnen ein wunderbarer Duft in die Nase.
Martin hatte nicht nur keine Angst vor ihr. Er war zudem auch noch ein ausgezeichneter Koch.
Im Ofen schmorte eine vorzügliche Oralfreude: Ihr Leibgericht (nach rohem Fleisch), Osso Bucco.
Sie liebte diesen Kerl…

Autor  mit Urheberrechten: S.Meerbothe

12.

Doppelter Rittberger

Franzi hatte den Schlüssel noch in der Hand, als er plötzlich in der Diele stand: schätzungsweise Anfang 50, dunkles Haar nach rechts gescheitelt, gut gekleidet. Naja, eigentlich war er gerade erst dabei, sich anzuziehen. Blitzschnell schlüpfte er in sein Jackett, stotterte: „Ach, äh, ja…“ und drehte sich zu Walli um. Die stand in hauchzartem Morgenrock in der Schlafzimmertür, den Kopf an den Rahmen gelehnt. „Wiederschaun“ sagte er zwinkernd, bevor er die Wohnung durch den Hintereingang verließ.
Mit offenem Mund stand Franzi da, starrte auf die alte Dame, bis ihr der Schlüssel aus der Hand rutschte und klimpernd auf dem riesigen Perser landete, der sich über die ganze Diele ausbreitete. „Entschuldige, Walli. Ich wusste ja nicht,… Nächstes Mal klingele ich vorher…“.
„Ach, halt den Mund, Kindchen. Was weißt du schon von den Freuden des Alters! Geh lieber Kaffee kochen, damit kennst du dich wenigstens aus.“

Franzi hängte ihre Jacke auf und verschwand in der Küche. Das durfte ja nicht wahr sein. Wer hätte gedacht,… Sie vertrieb die Gedanken. Schränke auf, Tassen klappern, Wasserhahn auf, zu. Die Kaffeebohnen fielen rumpelnd in die Kammer der Maschine. Schon jetzt roch es herrlich. Mit geübten Handgriffen deckte sie den Tisch, der am Fenster stand und den Blick über die Dächer der Stadt frei gab. Es war ein schöner Tag, noch etwas kühl, aber die Sonne tat ihr Möglichstes. Später würde sie die Jacke nicht mehr brauchen.

Gerade hatte Franzi alles fertig, als Walli hereinkam. „Brötchen“, stellte sie mit einem Blick auf den Küchentisch fest. „Na, du bist optimistisch.“
„Möchtest du lieber Brot? Ich schneide dir zwei Scheiben…“ Walli ignorierte ihr Angebot und setzte sich. Schweigend tranken sie Kaffee. Walli hielt die Tasse mit beiden Händen und sah sie an. Franzi verkniff sich ein Lachen, dieser ernste Blick, und über dem Mund ein Schnurrbart aus weißem Schaum.
„Ich hasse es, mich zu rechtfertigen. Aber, da wir uns jeden Tag sehen, und ich auf deine Hilfe angewiesen bin,… Der gut aussehende junge Mann, den du irrtümlicherweise für einen Gigolo gehalten hast,… Nein, Franzi, lass mich ausreden. Mit diesen Freuden ist es vorbei. Verstehst du, kein Bedarf mehr. Meine Generation hat in dieser Hinsicht nicht gerade die Rosinen abbekommen. Und ich gönne Euch jungen Frauen den Spaß. Für mich ist das Thema abgehakt. Der Herr Dr. Rittberger ist mein Zahnarzt, mehr nicht. Da ich keine Lust habe, mit meinen Zähnen die letzte Würde zu verlieren, habe ich mich für Implantate entschieden. Letzte Woche hat sich wieder mal ein Original verabschiedet. Also hat er ihn heute gezogen.“
„Oh, dein Zahnarzt?“
„So ist es, junge Frau. Der letzte Luxus, den ich mir gönne: Oralfreuden.“ Sie lächelte böse und trank einen Schluck. Franzis Blick wanderte zum Kalender an der Wand. Ein Wasserfall, daneben eine Burg auf einem Felsen. Schönes Deutschland. Immer waren auf diesem Kalender Orte abgelichtet, an denen sie noch nie gewesen ist. „Neuhausen am Rheinfall“ stand darunter.

„Warst du denn verheiratet, Walli?“, fragte sie leise.
„Ja, das heißt nein. Verheiratet nicht, aber verlobt. Das war ein fescher junger Mann. Der hätte dir auch gefallen. Er lebte in Wien, studierte Musik. Wir haben uns im Stadtparkkennen gelernt, bei 12° Minus. Beim Schittschuhlaufen. Er applaudierte, wenn ich mich drehte, und dabei vom Eis absprang. Meine Schwester hatte mir das gezeigt. Immer waren wir zusammen gelaufen. Aber in dem Winter war sie mit ihrem Mann nach München gezogen. Und ich lief allein übers Eis. Bis dieser Junge Mann kam und meine „Rittberger“ lobte. Ich wusste gar nicht, dass man es so nannte. Aber er kannte sich aus. In allem. Ich verliebte mich unglaublich schnell. Er war so charmant und gebildet. Selbst mein Vater mochte ihn – was so gut wie nie vorkam. Er war ein richtiger Bauchpinsel – der perfekte Schwiegersohn…“ Walli lachte, kein verächtliches Lachen, diesmal war es echt. „Irgendwie war er schon sehr liebenswert.“ Sie seufzte.
„Aber?“
„Was meinst du mit Aber?“ Franzi ließ nicht locker.
„Warum hast du ihn nicht geheiratet?“

„Tja, warum? Eigentlich war er perfekt. Ein bisschen verrückt war er schon. Er interessierte sich ungeheuer für Laurie Anderson und ihren Viophonographen. Er fuhr mit mir auf die Documenta in Kassel. Stundenlang sind wir über die Flure geschlendert. Er konnte gar nicht genug kriegen von dem Zeug. Ich kann dir nicht sagen, was es war. Vielleicht nur ein Gefühl. Irgendwie blieb er mir immer fremd.“
Walli rieb sich die schmerzende Wange, bevor sie leise weiter sprach:
„Ich wusste es an dem Tag, als ich das erste Mal für ihn kochte. Dass er mein Ossobucco nicht mochte, konnte ich ihm nicht verzeihen. Weißt du, er war doch sonst immer so charmant, schmeichelte jedem, brachte mir Blumen. Sogar meiner Mutter machte er Komplimente, die sie weiß Gott nicht verdient hatte. Hätte er nicht wenigstens so tun können, als hätte es ihm geschmeckt? Oder sich genieren, wo ich stundenlang in der Küche gestanden hatte. So ein Ossobucco kocht sich nicht mal eben in einer halben Stunde. Weißt du, was er gesagt hat?“
Franzi schüttelte den Kopf. Gebannt wartete sie auf die Worte, die eine Liebe zerstört hatten. „Knoblauch mag ich nicht.
Das war alles.
Er hat den Teller weggeschoben und geschwiegen. Lange haben wir geschwiegen. Ich kämpfte mit den Tränen. Erst, als meine Stimme wieder Kraft hatte, sagte ich: Geh.“
Sie schob ihre Tasse über den Tisch. Franzi stand auf und füllte sie mit Kaffe und extra viel Milchschaum. Wie tröstet man eine alte Frau?
„Er ist gegangen und nicht wieder gekommen.“ Fast wäre ihr die Tasse aus der Hand gerutscht. Franzi konnte sie gerade noch sicher vor der alten Dame abstellen.

„Und du hast ihn nie wieder gesehen?“
„Doch. Dreißig Jahre später traf ich ihn zufällig wieder. Er ist doch nicht Musiker geworden. Hat noch Medizin studiert…“ Wieder ein Seufzen.
„…Zahnmedizin.“
„Dr. Rittberger?“
Walli nickte langsam, lächelte in ihren Kaffee und sprach kein Wort mehr an diesem Tag. Am nächsten konnte sie schon wieder Brötchen essen.

Autor mit Urheberrechten: theresalink

13.

Dieser Tag war bis jetzt mal wieder ein absoluter Reinfall, dachte sich Tom, als die Wohungstür hinter sich in Schloss fiel. Natürlich hatte er die Schlüssel nicht in der Hand, sondern auf dem kleinen Tischchen auf der anderen Seite der Wohungstür. Es ist zum verrückt werden, er kann sie schon gar nicht  mehr zählen die ständigen Anrufe beim örtlichen Schlüsseldienst. Aber gut, jetzt erstmal schnell los und das Türproblem erstmal irgnorieren.
Heute steht nämlich etwas viel spannenderes auf dem Tagesplan: ein Date. Endlich, nach so langer Zeit trifft er sich mal wieder mit einem interessanten Mann. Irgendwie hatte er sich schon mit dem Gedanken abgefunden keine Dates mehr zu haben und die wöchentliche Bauchpinselei mit dem Mann vom Schlüsseldienst als Highlight zu sehen. Unattraktiv war dieser mit Sicherheit nicht, doch leider definitiv nicht schwul. Wahrscheinlich hat der Schlüsselmann Frau und Kinder in einem kleinen Einfamilienhaus irgendwo am Würzburger Stadtrand sitzen und denkt noch nicht mal daran, dass die netten Komplimente von Tom eine Anmache sein könnte. Traurige Welt, doch so ist es eben hier in Würzburg, einfach nicht mit Wien, seiner früheren Heimatstadt, zu vergleichen.
An der nächsten Straßenecke müsste das Cafe sein, überlegt er sich und passt seinen Schritt ganz betont lässig und entspannt, seiner Lebenseinstellung auf die er so großen Wert legt, an. Er ist modern und immer im Trend, keiner dieser langweiligen schnulzen Schwulen, die große Laurie Anderson Fans sind und sich im Thema Sport nur mit Eiskunstlauf auskennen. Er nicht, er weiß noch nich mal wer Laurie Anderson ist und den Begriff Rittberger hat er auch noch nie zuvor gehört – behauptet er immer ganz stolz.
Und da steht Andre schon, er wartet netterweise vor dem italienischen Restaurante Osso Bucco, das in ganz Würzburg unter einen sehr angesehen Ruf hat, auf ihn. ¨ Eine wahre Oralfreude!¨, erzählte Andre auf dem ersten Zusammentreffen der beiden. Tom fand die eindeutig zweideudige Nachricht überaus spannend und war sehr froh darüber, dass er doch auf den Geburtstag seiner neuen Arbeitskollgin gegangen ist. Andre ist etwas jünger, Tom schätzt ihn auf Ende zwanzig, groß mit kleinen Bäuchchen und hat kurze blonde Haare.  Und ein Blick in diese wunderbar blauen Augen und Tom ist schon wieder ganz Feuer und Flamme. Nur die Selbstzweifel bleiben, so lässig und entspannt wie er wirken möchte, innerlich sieht es ganz anders aus. Er wird alt, die Haare fallen so langsam aus und der Sportlichste war er auch nie, klar, viel kann man mit Kleidung und Auftreten wett machen, doch die Zweifel bleiben. Wie lange hatte er jetzt schon keinen Sex mehr? Etwas über zwei Jahre müssen es sein, damals hatte er eines seiner überaus schrägen Onlinedates, die eigentlich immer mit Sex endeten. Vor zwei Jahren reichtes es noch nicht mal für ein Bett, er trieb es mit dem Kerl irgendwo in deinem düsteren Hinterausgang mitten in Wien. Dieses Erlebnis sorgte für den Entschluss sich in Zukunft erstmal komplett auf die berufliche Karriere zu konzentrieren. Nie wieder will er sich so sehr wie ein kleiner Stricher fühlen, doch Andres blaue Augen und der Wunsch sich doch nochmal ganz in der Liebe zu verlieren waren einfach zu stark. Er geht das Risiko ein und konzentriert sich jetzt erstmal auf den heutigen Abend, ohne Sex, nur das Essen. Das hat er sich fest vorgenommen, doch die Vorstellung von einem Saumbad mit dem Süßen in seiner großen Luxuswanne lässt ihn nicht ganz los..

Autor mit Urheberrechten: chaos

14.

Laurie Anderson ist nicht tot, Werner Rittberger ist es leider.
Sie hatten im Leben genauso wenig miteinander zu tun, wie es ein Osso bucco mit dem Rheinfall hat.
Das eine ist ein leckeres Gericht, ja ich könnte es direkt als Bauchpinsel bezeichnen, so köstlich schmeckt es mir.Das erste Mal probierte ich es in Wien.
Das andere ist ein Augenschmaus.
Mein Herz schlägt jedes Mal höher, wenn ich sehe, wie das Wasser durch den Aufprall zu Schaum wird.
Eine Augenfreude ist mir das, so wie das Osso bucco eine Oralfreude mir ist.
Wie kam ich überhaupt auf Laurie Anderson und Werner Rittberger, wollt ihr wissen?
Ganz einfach, ich sitze hier und vertreibe mir die Zeit mit Gedankenspielen.
Meinen Schlüssel habe ich verloren, der Hinterausgang ist auch zu und mit irgendetwas muss ich mich beschäftigen, bis der Gärtnergatte kommt und mich rein lässt.

Autor mit Urheberrechten: arabella50

 

So. Ich hoffe ich habe alle richtig zusammen. Sollte ich wen übersehen haben, bitte bitte laut schreien.

Ein aller herzlichen Dank nochmal an alle Mitschreiber und Maler. 🙂

 

 

 

 

 

 

 

Advertisements

10 Kommentare

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s