3. Einladung für interessierte Mitschreiber – 10 Wörter, eine Geschichte.

Diese Woche war der werte zolaski so lieb und haute 10 Wörter für die Geschichtenwoche Nummer drei raus.

Dies ist die dritte Woche in der ich zum gemeinsamen, Blogger schreiben Geschichten, einlade. Einige nutzen die 10 Wörter um kurze Schreibübungen abzuhalten, da wird sich eine gewisse Zeit eingeschrieben und nach Zeituhr eine Geschichte mit den vorgegebenen Worten getextet. Andere nehmen sich lieber mehr Zeit und schreiben nicht nach Minuten. Das kann jeder für sich selber entscheiden.

Zeichnen und Fotografieren gilt natürlich auch ! 

Zum Schluß die Geschichte einfach in den Kommentar kopieren, oder, verlinkt sie gleich mit eurer Seite. Am Ende der Woche werde ich alle Geschichten zusammen tragen, wie heute Mittag 🙂 Ach ja, und es ist einfacher erst selber eine Geschichte zu schreiben, und erst dann die schon vorhandenen zu lesen. Nur als wiederholter Tip 🙂

So, hier nun die 10 Worte für diese Woche:

1. R(h)einfall
2. Schlüssel
3. Bauchpinsel
4. Wien
5. Hinterausgang
6. Osso Bucco
7. Oralfreude
8. Laurie Anderson
9. Rittberger
10.Schaum

 

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76 Kommentare

  1. schamvoll mus sich zugeben, dass mich der „r(h)einfall“ und auch die knappbemessene zeit der letzten wochen komplett blockiert haben. aber ich notiere mal die worte von #4, vielleicht plätschert da mal wieder ein erfrischendes bächlein durchs ausgetrocknete hirn.
    man möge mir verzeihen!

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  2. 🙂 Welche Ansammlung verrückter Worte! Ich hab’s trotzdem mal versucht…

    Paul war genervt und auch leicht wütend. Nur durfte er es sich gerade nicht anmerken lassen. Denn ihm gegenüber sass hier im Restaurant Klara, Ihres Zeichens Vertriebs-Assistenten und seine Ansprechperson eines neu gewonnenen Kunden. Paul wurde gestern nämlich geschäftlich nach Wien geschickt, um einen Auftrag unter Dach und Fach zu bringen.

    Du musst da bloss hingehen und den unterschriebenen Vertrag abholen, sagte sein Chef.
    Danach schaust du dir noch die Stadt an und gehst am Abend fein Essen, natürlich auf Geschäftskosten, sagte sein Chef.
    Dass er das Nachtessen mit der brutal langweiligen Klara zu sich nehmen musste, das hatte sein Chef natürlich NICHT gesagt.

    So war er auch etwas überrascht, als sie ihn, gerade als er nach der Vertragsübergabe wieder gehen wollte, an Ort und Uhrzeit für den Abend erinnerte. Als Klara seinen leicht verwirrten Gesichtsausdruck sah, erwähnte sie das geführte Telefonat mit seinem Chef und die kommunizierte Einladung ins Restaurant und ob er, Paul, denn nicht bescheid wusste? Paul war sichtlich bemüht, seine Ahnungslosigkeit nicht zur Schau zu stellen. Während er sich innerlich von einem gemütlichen Abend in einer Sportbar verabschiedete, schlug er sich spielerisch gegen den Kopf, klagte ob seiner Vergesslichkeit und meinte, dass er sich sicher nicht einfach so sang- und klanglos durch den Hinterausgang davonmachen wollte, nachdem der Vertrag jetzt unterzeichnet war.

    Und so sass er jetzt mit ihr da. Klara, die sich zwar schön zurecht gemacht hatte, dafür aber kaum ein Wort sagte, leicht nervös wirkte und sich immer wieder umschaute. Wenn sie etwas erzählte, dann nur öde Spaziergeschichten über ihre Bulldogge Rittberger, welche unter dem Tisch lag und gerade seine Schuhe vollsabberte. Ansonsten schien sie überhaupt nichts zu interessieren; also sowohl die Bulldogge als auch Klara. Und er hatte sich wirklich Mühe gegeben: er bauchpinselte Klara bezüglich ihres Kleides und ihrer Einstellung zur Tieren, lobte die Geschäftsphilosophie ihres Unternehmens, schnitt Themen zu Kultur und Urlaubsaktivitäten an, aber sie schien gar nicht richtig anwesend zu sein. Sagte nur Ja und nein und erzählte dann, wie Bulldogge Rittberger mal von einer Tapetenabrisskante Leim geleckt hatte und sich danach den ganzen Tag übergeben musste. In den vielen zuvor geführten Telefonaten war die Kommunikation bedeutend einfacher gewesen. So war er innerlich genervt über die Situation und wütend auf seinen Chef.

    Dazu hatte sie die widerliche Angewohnheit mit offenem Mund zu essen. Sah er sie an, hatte er den besten Blick auf durchgekautes Osso Buco. Hätte Paul einen Essensfetisch gehabt, wäre das Beobachten ihres Essverhaltens eine wahre Oralfreude gewesen, aber so….. Zu seinem Leidwesen bestellte sie sich auch noch ein Dessert. Paul war danach überzeugt, nie mehr ein Stück Schwarzwälder Torte essen zu können. Er nahm noch einen Schluck von seinem Latte Macchiato mit aufgeschäumter Milch. Er war immer noch wütend ob der Situation; hatte jetzt zudem auch noch Schaum vorm Mund. Nur die Musik von Laurie Anderson jetzt hören zu müssen wäre schlimmer gewesen als dieses Geschäftsessen hier! Dieser Abend war einfach nur ein riesiger Reinfall gewesen. Er nahm sich vor, in der nächsten Woche vier Tage blau zu machen und es so seinem Chef heimzuzahlen.

    Kaum hatte Klara das letzte Stück Torte verschlungen, machte er den Kellner auch schon auf die Rechnung aufmerksam. Vor dem Restaurant wollte er sich auch gleich verabschieden, aber Klara ergriff plötzlich seinen Arm und sah ihm in die Augen.

    Sagte unruhig, dass sie ja so was noch nie gemacht hatte.
    Sagte nervös, dass sie deswegen den ganzen Abend etwas aufgeregt und abgelenkt war.
    Sagte leicht zitternd, dass sie ihn, Paul, ja irgendwie mochte.
    Sagte etwas verlegen, dass sie ja froh war, dass er sich quasi nicht aus dem Hinterausgang davongemacht hatte.
    Sagte entschlossen, sie würde ihm jetzt ihren Hausschlüssel in die Hand drücken.
    Sagte herausfordernd, damit könnte er sich jetzt Zugang zu einem ganz anderen Hinterausgang beschaffen.

    Paul sagte gar nichts mehr. Schaute sie nur überrascht an, und dabei war sein Mund noch weiter offen, als ihrer während des gesamten Essens…..

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    1. Sprachlos bin ich. Also werter Herr Hund. Hätte bitte auch gern so nen Keks. Diese Sorte scheint augenscheinlich die perfekte Musenfunktion für ihre Schreibe zu übernehmen.
      Bitte mehr davon. Danke kann ich nur sagen.

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      1. Mogeln hin oder her. Kreative Wege -und wenn es Schleichwege sind, gefallen ungemein. Und bitte… nicht verzagen, lieber mogeln als nicht mit machen. Dafür gibt es auch ein leckeres Schweineohr für werten Herrn Hund.

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    1. Haha, tachchen 😀 Ich weiß.. ist eh ein wenig schwierig, wenn man schon was gelesen hat. Du hast aber ja noch ein paar Tage Zeit. Bis dahin ist es verschwunden 🙂
      Liebe Grüße, Mia
      würd mich übrigens freuen….

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      1. Irgendwann ist immer mal das erste Mal. Und wenn du viel Zeit derzeit (übrigens gute Besserung!) und vielleicht die vergangenen drei Wochen anschließend durchliest, wirst du lesen, das es noch andere gibt, die sich auf dieses Geschichtenspiel das erste Mal einließen und damit neues Terrain betreten haben. Nur zu 🙂

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  3. „Wien ist doch immer wieder eine Reise wert“, fand Francois de Chardonnay, während er, den Schlüssel vom Hotel in seinem eleganten Anzug verstauend, über das Kopfsteinpflaster zum „Le Gourmet“ flanierte.
    Nachdem er am Vortag in Mainz im „Domspatzen“ den größten kulinarischen R(h)einfall seiner bisherigen Karriere erlebt hatte, sehnte er sich mehr denn je nach einer wirklichen Oralfreude, einem Gaumenschmaus, der Seinesgleichen würdig ist.

    Mario Konrads, der Restaurantleiter im Restaurant „Zum Domspatzen“ hatte offensichtlich nicht gewusst, wer da vor ihm saß. Andernfalls hätte sich dieser inkompetente und schmierige Bauchpinsel doch sicherlich etwas mehr Mühe gegeben, als er ihm- Francois de Chardonnay, dem weltberühmten und hochgeschätzten Restaurantkritiker- das angeblich beste Menü des Hauses serviert hatte.

    „Desaströs!“, hatte François nur gesagt, als er entsetzt aufstand, die Serviette auf den Teller warf, Konrads einen wütenden Blick zuwarf und das Restaurant stillschweigend und ohne zu bezahlen verließ.
    Jede Pommesbude hatte mehr zu bieten, als die Möchtegern-Köche im „Domspatzen“ und ihn wunderte, dass die Spatzen nicht schon längst von den Dom-Dächern pfiffen, dass dieses Restaurant die reinste Zumutung war.

    Nun, nach seinem Besuch würde es sicherlich nicht mehr lange dauern, bis in Mainz ein neues Ladenlokal zur Verfügung stand.
    Den Artikel würde er am kommenden Montag verfassen, das Gesundheitsamt informieren und das Schicksal dieser Kaschemme wäre besiegelt.

    Nun aber freute sich François auf ein Wochenende im majestätischen Wien und insbesondere auf einen exquisiten Abend im „Le Gourmet“ mit dem weltweit besten Osso Bucco, das ihm jemals serviert worden war.
    Inhaber Sebastian „Sepp“ Rittberger hatte den Erfolg und eine tadellose Kritik wahrlich verdient. Seine Sterneköche waren legendär, die Speisen eine Geschmacksexplosion und unvergessliche Komposition.
    Selbst Laurie Anderson hatte das „Le Gourmet“ besucht und ihre Eindrücke, dieser einzigartigen, hohen Kochkunst aus purer Leidenschaft und unvergleichlichem Genuss, in ihre Musik einfließen lassen.

    François betrat das Restaurant, nahm seinen Lieblingsplatz in der Nähe des Hinterausgangs ein und bestellte „Osso Bucco de la Vienna“, die neuste Kreation des Hauses aus dem zartesten Kalbsfleisch, das jemals einen Gaumen berührt haben soll.
    Während er wartete, erschien Rittberger an seinem Tisch: „Aaaah geeeeeh, der Herr Monsieur de Chardonnäh, habn wir wiederramal die Eeehre“ begrüßte er seinen prominenten Gast in der typischen Wiener Schmäh.
    „Es freut mich außerordentlich, wieder hier zu Gast zu sein, mein werter Herr Rittberger“
    „Die Freude is gaanz meinerseits Monsieur de Chardonnay, hams denn schon unsre Weinkarten studiert?“

    „Selbstvertändlich Herr Rittberger. Ein Sauvignant Noir wird mir, auf Empfehlung des Küchenchefs, zum Osso Bucco serviert.“

    „Na dann lassens sich guat gehn Herr Monsieur, aber machens mim Rotwein keine Flecken“ verabschiedete sich Rittberger zwinkernd, als der Kellner mit François‘ Bestellung kam.

    François nahm den ersten Bissen.
    Er hielt erschrocken inne.
    Das war ein wahres Feuerwerk.
    Das Meisterstück!
    Diese Komposition übertraf Alles.
    Sie hatte eine ganz besondere Note.
    Eine Note, die er nicht greifen konnte, nicht definieren konnte, aber die offensichtlich etwas ganz Außergewöhnliches war.

    So außergewöhnlich, dass er vor eisigem Schreck erstarrte, als er die grausame Wahrheit erkannte, ihm Schaum vor die Lippen trat und er tot über seinem Teller zusammenbrach.

    Sein Hand schlug als letzter Akt gegen das volle Weinglas mit dem edlen Sauvignant Noir.
    Als sich das wankende Glas zur Seite neigte, klirrend zu Boden fiel und sich der Rotwein dunkelrot über dem Tischtuch auszubreiten begann, sah man draußen einen dunklen Schatten zwischen den Fiakern verschwinden.

    Vielleicht war es tatsächlich Mario Konrads‘ hasserfülltes Gesicht, das Sekunden zuvor mit einem psychopathisch-zufriedenen Grinsen an der Scheibe des „Le Gourmet“ und dem sterbenden François erschienen war.

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  4. Auch ich hab mich wieder an einer Geschichte versucht und, nachdem ich letzte Woche so nett „Frau Officer“ genannt wurde, die Dame jetzt einfach was Neues erleben lassen. Und die Geschichte ist klar nicht abgeschlossen, habe mir mal selbst eine neue Herausforderung gepastelt und möchte mit den neuen 10 Wörtern, die es hoffentlich wieder geben wird, die Geschichte dann weiter schreiben.
    Es ist (leider) sehr lang geworden. Zu finden wieder auf meinem Blog.

    http://blogographie.wordpress.com/2014/08/25/neue-worter-neue-geschichte/

    Über Rückmeldungen jeglicher Art würde ich mich freuen 😉 😉

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  5. Tick – Tick – Tick. Mit zugekniffenen Augen griff Bert Stehstramm neben sein Bett. “Verdammter Mist” , wo ist nur der beschissene Wecker. Das nervige Ticken dröhnte wie ein immer wiederkehrender Panzerschuß in seinem Ohr. Ohne zu schauen tastete er weiter um ihn ruhig zu bekommen, wischte dabei sein Glas vom Nachtisch, welches klirrend auf dem teuren Granitboden zerschlug. “Shit”. Er öffnete die Augen, Sonnenstrahlen stachen wie japanisch zehnfach gefaltete Messer in seine müden Augen. Benutzte seine rechte Hand als Sonnenschutz und sah sich das Dilemma an. Schon das dritte Glas diese Woche. Er musste sich was neues einfallen lassen. Sein Boden würde es ihm danken. Blickte nach links und suchte die stramme Dame, die er gestern Abend nach dem Wiener Opernball mit nach Hause nahm. Zumindest war es so in seinen noch verklärten Gedanken. Ein schnarchendes Etwas ruhte neben ihm. Leider alles andere als stramm. Ein leicht geöffneter Mund lies ein feines Rinnsaal Irgendwas auf seine feine Seidenbettwäsche tropfen, untermalt mit einem sonoren Geräusch. “Du meine Güte. Was ist das?!”. Das ihm der Alkohol auch immer mal wieder so einen Reinfall beschweren mussste. Gewundert hatte er sich schon, das der vermeintliche Whiskey nach der Oper in seinem Mund eine Art Schaum bildete. Er krabbelte vorsichtig über die unförmige Mätresse und übergab sich lauthals über der Kloschüssel. Weckte wirsch die fremde Olle in seinem Bett und schmiß sie raus. Was für eine Nacht. Langsam kamen Erinnerungen wieder zurück. Er saß nach der Oper im pickfeinen angeschlossenen Restaurant, bestellte sich einen Osso Bucco. Das aß er öfter, machte ihn doch alleine die Übersetzung dieses Gericht schon ein wenig scharf. Knochen mit Loch. Bildlich vor seinen Augen sah er ein schönes mageres Frauenzimmer, dürre wie er sie mochte. Er brauchte unbedingt heut Abend noch ein wenig Gesellschaft. Das der Whiskey anschließend seine Augen verklärten und ihm anstelle eines Twiggymodels eher eine Nana mit nach Hause nehmen lies, ärgerte ihn schon ein wenig.

    Dr. Prof. Bert Stehstramm war Chefart der proktologischen Abteilung in der Universitätsklinik Wien. Dieser Beruf war eher eine Berufung, den nichts interessierte ihn mehr als der Hinterausgang aller zweibeinigen Wesen. Ok, ganz geheim interessierte ihn auch manch Hinterausgang einiger Vierbeiner. Das behielt er aber wohlweislich für sich. Schließlich war es verpönt mit liderlichen Gedanken an des Vierbeiners Hinterteil zu denken. Nur ganz geheim gab er sich dieser Freude hin, das aber nur, wenn er weit weg von seiner Heimat war. Dann fuhr er nach Übersee, in abgelegende Gegende und gab sich dem Genuß einer viel behaarten Rosette eines Vierbeiners hin.

    Angefangen hatte seine Leidenschaft schon in recht jungen Jahren. War er doch damals, im ersten Semester von seinem Studienkollegen zu einer kleinen Kommilitonenparty eingeladen. Zu der Zeit studierte er noch Zahnmedizin. Bert war schon seit seiner anfänglichen Jugend sehr sexualorientiert und was lag da näher als Zahnarzt zu werden. Gab es doch zu seiner Zeit Unmengen kleine pornografische Filmchen, in denen sich der Zahnarzt fröhlich mit seinen Patienten oralen Freuden hingab. Das wollte er auch.

    Er sah sie schon vor sich. Die Wiener feinen Damen, barbusig nackt vor ihm niederknieend, und er kann täglich ihren oralen Eingang mit seinem besten Stück bestücken. Bis zu der Komilitonenparty. An diesem Abend waren sie ungefähr zu sechst. Vier heiße Studentinnen, eine schärfer als die andere. Eine von ihnen kam recht schnell zur Sache, bauchpinselte ihn ein wenig mit einen traumhaften Augenaufschlag, lies ihre zarten Lippen sachte an seinem Hals herunterfahren, nahm seine Hand und schob sie dabei lächelnd in ihr Höschen. Puh, was für ein Luder. Sie kamen schnell zur Sache, bis sie ihn, zwei Runden später, zu einem dreifachen Rittberger mit seinem Freund bat und er möge sich doch dabei ihres Hinterns annehmen. Bert schaute auf. Das war unbekanntes Terrain für ihn. Bis dahin. Neugierig und gierig wie er war, lies er sich das nicht zweimal sagen und startete an dem Tage seine erste proktologische Untersuchung. Was für eine Freude. Davon wollte er mehr. Das es sich damals um Laurie Anderson, mittlerweile bekannte Musikerin und Performerin handelte, unwichtig. War sie zu der Zeit nur eine scharfe Schnitte aus der Uni. Bert wechselte am Folgetag von der Zahnmedizin zur Proktologie.

    Seine Leidenschaft wurde sein Beruf und er war einer der besten auf seinem Gebiet. Weit bekannt über die Landesgrenzen, kamen seine Patienten um ihm ihren Hintern und ihre für ihn doch so herrlich anzusehenden Rosetten, anzuvertrauen. Was genau hinter seiner Tür allerdings passiert, darüber schweigen die lächelnden Patienten, wenn sie mit verträumten Blicke seine Untersuchungsräume verließen.

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  6. Und meins – ein bisschen „anders“ vielleicht:

    „Eine Nixe, wie aus dem Schaum der Herbstgicht geboren, tauchte empor aus dem Loch in der dicken Eisschicht, die sich über dem Fluss ausgebreitet hatte. Sie bauchpinselte um ihren nackten Nabel herum und zwei Beine bildeten sich von Sternchen und Glitzer und Funkeln begleitet aus ihrem Flossenschwanz heraus.

    Die ersten Schritte waren noch unsicher, doch mit wenig Übung wandelte sie voll Anmut über das Eis. Nackt. Bekleidet nur mit ihren Haaren trat sie in die Menschenwelt ein. Keinen Hinterein- oder ausgang nutzend, nein, in voller Sicht für alle auf der Promenade spazierend.

    Ein alter Herr kam ihr entgegen: „Rittberger mein Name. Kann ich Sie in ein Geschäft begleiten?“

    Die Nixe begutachtete den Alten verwundert: Was sprach er? Wohl sah sie, dass Worte aus seinem Mund kamen, doch da es um sie keine Wellen gab, die diese zu ihrem Innenohr transportiert hätten, und vielleicht auch, weil sie die Sprache nicht gekannt hätte, hatte sie keinen Schlüssel zum Verstehen zur Hand. Darum beachtete sie ihn nicht weiter.

    An der Spaziermeile reihte sich ein Esstempel an den anderen. Worte mit Zeichen wie „Wiener Kaffeehaus“ und „Echtes Mailänder Ossobuco“ purzelten vor ihren Augen. Doch nichts davon verstand sie. Welch Oralfreuden sie sich vielleicht entgehen lassen musste! Vielleicht auch nicht. Alles, was sie bisher gegessen hatte, waren Meeresfrüchte gewesen. Ob ihr das Menschenessen überhaupt geschmeckt hätte? Sie war enttäuscht, irgendwie enttäuscht. In der dunklen Tiefe gab es Gerüchte über Nixen, die die Menschenwelt wundervoll gefunden hatten, die von Prinzen gefangen genommen worden waren, sich aber in sie verliebt hatten; die froh waren, dem ewigen Nass entkommen zu sein und durch den Regen tanzten; die die Sprache hatten verstehen und das Essen hatten genießen lernen. Aber wie seltsam erschien der nackten Nixe nun alles.

    Also wandte sie sich wieder dem Fluss und dem Loch im Eis zu: R(h)einfall.“

    Und damit beendete Laurie Anderson ihre Performance. Auf deutsch.

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      1. Ach, eigentlich muss es immer möglich sein, irgendwie. Aber Laurie Anderson reinzubringen war ein wenig … schwierig. Zumal ich nichts von ihr gesehen habe bisher und mich auf dünnem Eis bewegte.

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  7. Hallo Mia, hier mein dritter Versuch:

    Diese Veranstaltung war ein Reinfall.
    Wien ist eine schöne Stadt, doch die gewählte Location und die Gäste waren ihr zu gestelzt. Genauso wie die Gastgeber. Herr und Frau Rittberger gaben einen Empfang. Den Anlass hatte sie vergessen.
    Klänge von Laurie Anderson summten durch den Raum und das Osso bucco am Buffet verströmte seinen Duft.
    Sie schaute sich um und ihr Blick fiel auf das Dessert. Eine Rotweinschaumcreme, die ihr das Wasser im Mund zusammen laufen liess. Sie konnte sie förmlich auf ihrer Zunge schmecken und spüren wie sich die Konsistenz in ihrem Mundraum ausdehnte.
    Sie beobachtete den Koch, der vor aller Augen, noch zusätzliche Köstlichkeiten mit Cognac einstrich. Fast zärtlich sah es aus, voller Hingabe und sie musste an einen Bauchpinsel denken, der über ihren Körper wehte.
    Die Musik, die Düfte liessen ein Kribbeln durch ihren Leib wandern. Ein anregender Genuss. Pure Oralfreuden. Durch die Kehle in ihrem Schoß.
    Der leichte Druck ihres Schlüssels in der Hosentasche erzeugte zusätzliche Vibrationen.
    Sie schaute nach dem Hinterausgang, um diese Pflichtveranstaltung möglichst unbemerkt verlassen zu können …

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  8. Also, bitte schön…
    So, die Wörter für den 3. Teil sind verarbeitet. Langsam hab ich meinen Zerberus richtig lieb und hoffe ich konnte was unterhaltsames daraus bauen.
    Viel Spaß!

    Zerberus goes Menschlichkeit

    Sie stand oberhalb des R(h)einfalls und blickte hinab auf den Schaum, der beim Sturz der Fluten über die Felsen entstand.
    Das große Anwesen hatte sie aufgeben müssen. Zu neugierig war die Nachbarschaft gewesen, nachdem immer wieder Tiere aus dem Zoo und der Nachbarschaft verschwunden waren.
    Das fiel wohl in die Kategorie Reinfall.
    Mit ihr an der Brüstung stand Martin Rittberger und hatte den Arm um ihre Schultern gelegt.
    Sie hatte ihn bei einem Ausflug nach Wien kennengelernt, wo sie zum Zeitvertreib in einen Club ging.
    Das Musikthema des Abends: Laurie Anderson.
    Bei ihrem Titel Sharkey’s Day waren sie an der Bar ineinander gelaufen und hatten sich seither nicht mehr getrennt.
    Sie fühlte sich ihm so verbunden.
    Das lag vielleicht ein wenig daran, dass er gleich gemerkt hatte, dass sie keine normale Frau war.
    In einer heißen Liebesnacht war ihr ein Grollen entglitten, das einer Erklärung bedurfte. Sie erzählte ihm alles.
    Als sie geendet hatte, war er, zu ihrer Verwunderung, keineswegs erschrocken. Vielmehr schien es sie noch mehr zu wollen und sie fühlte sich seither sehr erleichtert.
    Sogar, als sie aus dem Wiener Zoo ein Wildschwein anschleppte und im Hotelzimmer eine ziemliche Schweinerei hinterließ, blieb er bei ihr;
    besorgte sogar den Schlüssel zum Hinterausgang, um mit ihr die Reste der Sau zu entsorgen.
    Nur den Schwanz behielt er.
    „Vielleicht brauch ich den noch. Für Dich, als Bauchpinsel.
    Sie liebte seine kuriose Art von Humor.
    Sie fröstelte, es war spät geworden und sie gingen, eng umschlungen, in Richtung ihrer neuen Behausung. Wieder ein großes Grundstück, diesmal mit weniger Nachbarn.
    Als sie das Haus betraten, stieg Ihnen ein wunderbarer Duft in die Nase.
    Martin hatte nicht nur keine Angst vor ihr. Er war zudem auch noch ein ausgezeichneter Koch.
    Im Ofen schmorte eine vorzügliche Oralfreude: Ihr Leibgericht (nach rohem Fleisch), Osso Bucco.
    Sie liebte diesen Kerl…

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  9. Pingback: theresa link
  10. Hat dies auf Das Chaos im Kopf.. rebloggt und kommentierte:
    Ich mach es wieder so und ich muss sagen, die Wörter waren extrem schwierig und über Kritik freue ich mich sehr.

    _________

    Dieser Tag war bis jetzt mal wieder ein absoluter Reinfall, dachte sich Tom, als die Wohungstür hinter sich in Schloss fiel. Natürlich hatte er die Schlüssel nicht in der Hand, sondern auf dem kleinen Tischchen auf der anderen Seite der Wohungstür. Es ist zum verrückt werden, er kann sie schon gar nicht  mehr zählen die ständigen Anrufe beim örtlichen Schlüsseldienst. Aber gut, jetzt erstmal schnell los und das Türproblem erstmal irgnorieren.
    Heute steht nämlich etwas viel spannenderes auf dem Tagesplan: ein Date. Endlich, nach so langer Zeit trifft er sich mal wieder mit einem interessanten Mann. Irgendwie hatte er sich schon mit dem Gedanken abgefunden keine Dates mehr zu haben und die wöchentliche Bauchpinselei mit dem Mann vom Schlüsseldienst als Highlight zu sehen. Unattraktiv war dieser mit Sicherheit nicht, doch leider definitiv nicht schwul. Wahrscheinlich hat der Schlüsselmann Frau und Kinder in einem kleinen Einfamilienhaus irgendwo am Würzburger Stadtrand sitzen und denkt noch nicht mal daran, dass die netten Komplimente von Tom eine Anmache sein könnte. Traurige Welt, doch so ist es eben hier in Würzburg, einfach nicht mit Wien, seiner früheren Heimatstadt, zu vergleichen. 
    An der nächsten Straßenecke müsste das Cafe sein, überlegt er sich und passt seinen Schritt ganz betont lässig und entspannt, seiner Lebenseinstellung auf die er so großen Wert legt, an. Er ist modern und immer im Trend, keiner dieser langweiligen schnulzen Schwulen, die große Laurie Anderson Fans sind und sich im Thema Sport nur mit Eiskunstlauf auskennen. Er nicht, er weiß noch nich mal wer Laurie Anderson ist und den Begriff Rittberger hat er auch noch nie zuvor gehört – behauptet er immer ganz stolz.
    Und da steht Andre schon, er wartet netterweise vor dem italienischen Restaurante Osso Bucco, das in ganz Würzburg unter einen sehr angesehen Ruf hat, auf ihn. ¨ Eine wahre Oralfreude!¨, erzählte Andre auf dem ersten Zusammentreffen der beiden. Tom fand die eindeutig zweideudige Nachricht überaus spannend und war sehr froh darüber, dass er doch auf den Geburtstag seiner neuen Arbeitskollgin gegangen ist. Andre ist etwas jünger, Tom schätzt ihn auf Ende zwanzig, groß mit kleinen Bäuchchen und hat kurze blonde Haare.  Und ein Blick in diese wunderbar blauen Augen und Tom ist schon wieder ganz Feuer und Flamme. Nur die Selbstzweifel bleiben, so lässig und entspannt wie er wirken möchte, innerlich sieht es ganz anders aus. Er wird alt, die Haare fallen so langsam aus und der Sportlichste war er auch nie, klar, viel kann man mit Kleidung und Auftreten wett machen, doch die Zweifel bleiben. Wie lange hatte er jetzt schon keinen Sex mehr? Etwas über zwei Jahre müssen es sein, damals hatte er eines seiner überaus schrägen Onlinedates, die eigentlich immer mit Sex endeten. Vor zwei Jahren reichtes es noch nicht mal für ein Bett, er trieb es mit dem Kerl irgendwo in deinem düsteren Hinterausgang mitten in Wien. Dieses Erlebnis sorgte für den Entschluss sich in Zukunft erstmal komplett auf die berufliche Karriere zu konzentrieren. Nie wieder will er sich so sehr wie ein kleiner Stricher fühlen, doch Andres blaue Augen und der Wunsch sich doch nochmal ganz in der Liebe zu verlieren waren einfach zu stark. Er geht das Risiko ein und konzentriert sich jetzt erstmal auf den heutigen Abend, ohne Sex, nur das Essen. Das hat er sich fest vorgenommen, doch die Vorstellung von einem Saumbad mit dem Süßen in seiner großen Luxuswanne lässt ihn nicht ganz los.. 

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  11. Also, ich erkläre dir, wie das mit den zehn Worten funktioniert. Hier, das ist die Liste.
    Mittag
    Radio
    mysteriös
    ausnahmsweise
    Federkleid
    Loch
    Fingernagel
    Katzenhaar
    abrupt
    Tiefschlag
    Wie soll denn das gehen?
    Na, du bastelst und schreibst: „Am Mittagstisch sitzen Mutter, Vater und Kind, schweigsam wird das Osso Bucco gegessen, während das Radio verkündet, dass Laurie Anderson in ihrem Zweitwohnsitz in Wien ums Leben gekommen ist. Mysteriöse Umstände seien noch aufzuklären.“
    So einfach alles zusammenmixen?
    Ja.
    Und für dich selbst Oralfreuden auftischen?
    Ich habe Hunger und musste gerade daran denken. Weiß ja keiner.
    Und weiter? Wie bringst du ausnahmsweise unter?
    In etwas so: „Im Gedenken an die großartige Künstlerin wird ausnahmsweise zum Nachtisch ein Glas Schaumwein von Rittberger genossen.“
    Du meinst Schlumberger.
    Was?
    Die Sektsorte, die du meinst, nennt sich Schlumberger.
    Ah. Auch gut. Für Recherchen habe ich bei fünfzehn Minuten keine Zeit.
    Und das alles, nur um dich danach für dieses Gefasel bebauchpinseln zu lassen?
    Es geht doch um Spaß, ums Ausprobieren. Es ist ein Spiel.
    Na dann, noch viel Freude damit. Mir bleibt der Sinn verschlossen.
    So ein Reinfall.
    Was? Das Wetter?
    Nicht Rheinfall! Es war ein Reinfall, dir das näher bringen zu wollen.
    Stimmt. Ich hau dann mal ab.
    Nimm den Hinterausgang. Ich hab den Schlüssel für die Haustüre verlegt.

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