Vorstädter Couchpotatoe goes on tour

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Und Frau Ahnungslos schreibt und malt mal wieder mit Herrn Mo und das ja immer so gern. Danke lieber Herr Mo, für diese beeindruckende, wundervoll seriöse Zeichnung. Sie ist toll! 🙂

In Vorstadt ist es ja nicht so, daß hier nur böse Luden, unanständige Dominas und ahnungslose Nachbarn hausen. Nein. Hier gibt der Bürger noch alles für sein Äußeres. Koste es was es wolle und Sport ist in diesem netten Städtchen ein gern gesehenes Hobby. Oke, nicht unbedingt aktiv, aber passiv ist Vorstädter definitiv aber dabei. Fussball läuft. Also in der Glotze. Und Olympia ist selbstverständlich Pflichtprogramm.

Aber eines Tages. Ja eines Tages, da kommt der Kämpfergeist bei dem einen oder anderem Bewohner durch. Da muss ein Mann tun, was ein Mann tun muss. Sagen sich die motivierten Mitte Vierziger bis Sechziger, schmeißen ergriffen die Bierdose in den Müll, rücken beidhändig noch einmal die Hose zurecht, einen Griff in den Schritt, ein letzter ernster Blick in den Spiegel und los. Ein neues Leben soll beginnen. Da sind die Kinder aus dem Haus und Muddi und – oder Vaddi starten noch mal voll durch.

Allerdings ist dieser Trend eher bei den männlichen Exemplaren zu beobachten. Seltener stürmen die weiblichen Artgenossinnen eine der letzten männlichen Domäne. Den Radrennsport.

Anfang Sommer reiben sich die Fahrradhändler die Hände. So ein Rad ist eben ein anderer Schnack als die günstigen Hollandnachbauten, Kinderräder und Co, die standardmäßig sonst über den Ladentisch gehen. Sogar eine Gazelle ist kostentechnisch ein Witz, gegen diese Wunderbikes. Für solch ein Rennrad bekommt man schließlich schon einen nagelneuen Kleinwagen aus Übersee. Zumindest einen Halben.

Und so ist man in den Sommermonaten hier stets auf der Hut, um nicht von irgend einem Rennrad, oder einem Tourenrad mit fetten Mänteln, Reifenbreite mindestens 8cm, befahren von strahlend motivierten Mann oder und Frau in moderner Radfahrerkleidung, um die Ecke gebracht zu werden.

Schick sehen sie aus in ihrer hautengen Schale, abzeichnend mit allem was Radfahrer an körperlichen Alterserscheinungen so mit sich trägt und keiner sehen will. Toll auch das Radrennoutfitexemplar „Weiß“ in Fasttransparentfaseroptik. Besonders wenn die zweiradfahrende Sportskanone damit in einen plötzlichen Schauer gerät. Ein jeder Voyeur reibt sich die Hände, gibt es schließlich nichts, was Radfahrer in solch einem Moment noch verbergen kann.

Nett anzuschauen ist auch der völlig fertige Radrennfahrer, der sich völlig demotiviert nach ca 15 km fix und feddich von seinem drei Zentimeter schmalen Sattel schält und mit eingeklemmten Xbeinen langsam zum Getränkeausschank in irgend einer Pinte schleicht und sich erstmal ein fettes Bier bestellt. Light versteht sich.

Aber, was tut man nicht alles für sein Hobby und….. natürlich für seine Gesundheit. Gute Fahrt 🙂

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13 Kommentare

  1. Klasse ge&beschrieben!
    Ich bin begeisterter Fahrradfahrer. Allerdings noch immer eher so bekleidet, wie man sich das vorstellt. Mit Knickerboggers, Ärmelhaltern am frisch gestärkten leinernen Hemde und sportlicher Mütze. Ich mag nicht daherkommen (um mit Gerhard Polt zu reden) wie eine Mischung aus Sylvesterrakete & Lumpensammler.
    Meine Reifen sind allerdings auch gut fünf Zentimeter breit. Dafür hat mein neuestes Fahrrad aber auch schon 33 Jahre auf dem Gepäckträger.
    Findet sich manchmal bei Iibääh, wo Verrückte inzwischen eine Alte-Schule-Zurück Marktlücke am aufgraben sind…
    Fahrräder sind eine der besten mobilen Erfindungen. Keine Umweltverschmutzung, einfach zu unterhalten, die natürliche Leistungsgrenze liegt in den Fähigkeiten des Benutzers…
    Wie viele Menschen haben nach dem (vorerst) letzten Krieg ihre Bündel & Persilkartons auf ihren Fahrrädern transportiert.
    Ich liebe Fahrräder.
    Was mich traurig macht – die Technik wird immer komplizierter, sodass dem Fahrrad genau das genommen wird, was seinen Vorteil ursprünglich ausmachte: seine geniale Einfachheit…

    Morgendlichleichtbedeckte Grüsse vom Schwarzen Berg

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    1. Ja, sehe das absolut genauso. Ein Rad ist toll und die älteren gefallen mir auch besser. Meins ist ganze vierzig Jahre alt. Wer hat heute noch original Chromteile am Rad, inkl. einem Tacho ^^. Allerdings, bin ich mit meinen 20 Zoll Reifen nicht wirklich die schnellste. Kann aber dafür alles selber reparieren und wechseln. Bei Neurad quasi unmöglich. 🙂
      Und auch wenn ich den Luxus der Technik im Auto hin und wieder zu schätzen weiß wenn ich mal irgendwo mitfahre, so mit Sitzheizung und so, gefallen mir auch da, die alten viel besser. Sie haben eben einfach Charme 🙂
      Herzliche Grüße aus dem langsam sonnendurchfluteten Norden Richtung Schwarzen Berg 🙂

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  2. Verehrteste, Ich ziehe meine Radkappe, äh, meinen Hut natürlich! Der Weg hin zum Haus am Ende des Weges führt einen bei masochistisch veranlagten Möchtegerntäves sehr beliebten Berg hinauf. Daß auf halber Strecke ein großer Biergarten liegt, nun, da unterstelle ich mal keine Wegelagerigkeit, oder doch? Zufall, daß da immer soviel aufgetunte Rennräder stehen? Und so strampampeln sie im Pulk, nebeneinander gern dreireihig oder mehr in Zeitlupe das Berglein hinauf. Überholen unmöglich. Ich zuckele im Bully hinterdrein und betrachte mir diese modischen Entgleisungen in Kreischpinkbleuorange. Das Trikot klebt, die in die hautenge Radlerhose gequetschten Hüftrollen setzen sich protestierend in Richtung Freiheit in Marsch. Mir bleibt nur, Dankbarkeit zu empfinden, daß ich sie nicht von vorne sehen muß. Bei manchen muß doch das Gemächt jaulend um Erbarmen flehen, so wie es gequetscht… huch, ich schreibe mich in Rage. dabei wollte ich der Schreiberin und den Kommentatoren nur danken, über ein Phänomen zu schreiben, für das ich keine Worte finde… äh, ja, nun doch. Huch. Verdutzte Grüße, Ihre Frau Knobloch.

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    1. Bei manchen muß doch das Gemächt jaulend um Erbarmen flehen, so wie es gequetsch…. oh man. Kreischpinkbeuorange… ich weiß gar nicht was ich dazu sagen soll außer herzhaft zu lachen. Dazu natürlich betreten für werte Radelherren mit zukünftiger Impotentia ein wenig ein trauriges Gesicht zu machen. Sie haben es eben nicht besser gewußt ^^ ::D
      Beste und liebstherzliche Grüße, Frau Ahnungslos. (wünscht werten Herren doch Ahnung bloß )

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  3. Ich folge jetzt, nicht auf dem Rad. So gut kann ich nicht radfahren. Und spontan stellt sich mir die Frage, ob da ein Zusammenhang besteht, zwischen Nichtgutradfahrenkönnen und ………… aber nein, da lehne ich mich doch zu weit aus dem Fenster.

    Jedenfalls, ich folge. Selber schuld. Was haben Sie auch solche Beiträge.
    Ihr Herr Hund

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  4. Ich frage mich des öfteren, ob die zwei oder drei stelligen Zahlen auf den Augen Krebs fördernden grell bunten Trikots für die Tage ohne Sex stehen, die der radelnde Idiot verzweifelt versucht, zu kompensieren. Man merkt, dass ich sie mag, nicht wahr?

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    1. Das wäre eine interessante Frage. Vielleicht ergibt sich mal die Gelegenheit diesem auf den Grund zu gehen. Allerdings würde ich dann die dreistelligen Zahlen dann durchaus bedauern für sie 🙂
      Und ja, man könnte es durchaus merken ^^

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    2. Herr Faktoid, Sie haben den Zusammenhang messerscharf erkannt, denn dieser ist auch der Grund, warum die Radler auf der Skizze nackt sind. Die Verbildlichung der Kompensation durch (mehrstimmig als masochistisch verstümmelnd einzustufende) Ersatzbefriedigung kann vielleicht noch mit der Lupe gefunden werden. Ich mag Hardcore-Radler übrigens genauso wie Sie. Und in Belgien – hab ich zumindest feststellen müssen – sind die echt eine in riesigen Rudeln vor kommende Plage, aber das ist eine andere Geschichte…

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      1. Die Ästhetik des Radfahrens erschließt sich mir auf der Zeichnung auch unmittelbar.
        Und ach wie schonend der geneigte Radler mit Testikeln und all dem, was da hängt und schrumpft umzugehen vermag.
        Um derart viel Feingefühl, was sich ja auch in besagtem Äusseren sehr gut zeigt, beneide ich den Radler schon sehr.
        Und auch, wenn ich hier zum Pauschalisieren neige, muss ich doch gestehen, dass ich beinahe ausschließlich Vertreter eben dieses Pauschalismus auf der Straße begegne.
        Äusserst lieb gewonnen natürlich nur, wenn sie in größeren Gruppen hechelnd die Straßen runter eiern.

        Ich frage mich immer, weshalb die keiner raus zieht, kein Licht, keine Klingel, keine Reflektoren. Das sollte ich mal mit meinem Mountainbike wagen, da bin ich gefundenes Fressen für die Herrn Schutzmänner.. und letztlich ja auch zu Recht, es gibt doch Regeln, gegen die ich verstoße..
        Aber die gelten nicht für den Rennradler… Lobbyismus ist schon was feines.
        Hach, ich hab‘ sie echt lieb. Ich kann es nicht oft genug erwähnen.
        NOT!

        Gefällt 1 Person

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