Wenn der Postmann freundlich lächelt – Teil 3 FSK 18

Fortsetzung von Teil 1 und Teil 2

Das ganze Spiel dauerte keine fünf Minuten. Er schaute ihr stumm dabei zu und stellte sich Nina an ihrer Stelle vor wie diese vor seinem Bette nieder kniete um seiner Geilheit für einen Moment Abhilfe zu schaffen.
Seine Mutter wischte sich anschließend den Mund mit ihrer Schürze ab und verließ wortlos sein Zimmer. Ja, sie war schon eine Gute und immer um die Bedürfnisse ihres Sohnes bemüht. So war es schon immer. Einen Moment blieb er liegen, schloss  die Augen und blieb noch ein wenig mit seinen Gedanken bei der jungen schönen Frau in dessen Leben er nun eine Fussbreite gesetzt hatte. Stand kurz danach auf und wusch anschließend den noch immer an ihm haftenden Geruch seiner Mutter fein säuberlich und akribisch ab.

+++

Nina legte die Beine auf den Tisch. Ihre Ballerinas schoben den dort befindlichen Stapel Papier ein wenig beiseite und sie merkte das Kribbeln in den Füssen, nach diesem langen anstrengenden Tag.

Stille in dem Raum, nur ihr tiefer regelmäßiger Atem war zu hören. Die hellen Gardinen bewegten sich leicht vor den großen hohen Fenstern und für einen Moment schloss sie die Augen. Müde war sie. Fast wäre sie in dieser sitzenden Position eingeschlafen, würde ihr Magen sie nicht im letzten Moment entrüstet daran erinnern, das der Apfel am Morgen, das einzige war, was seinen Weg zu ihm fand.

Der Weg in die Küche, das Öffnen des Kühlschrankes half wenig ihm Gutes zu tun. Eine Tube Senf, ein Becher Sahne, eine Flasche Bier, eine Restkannte Käse und ein halbes Glas furchtbar „schmeckenden Pflaumenmus“ ihrer Mutter blickten ihr stumm entgegen. Sie köpfte das Bier und ging zurück ins Wohnzimmer. Holte ihre Arbeitstasche, um noch einmal die letzte Gesprächsnotiz mit Herrn Morgenroth durchzugehen.
Er war einer der Hauptklienten in dem Architekturbüro dem sie seit Jahren treu ergeben war. Allerdings wusste Herr Morgenroth auch um seinen finanziellen Wert für die Firma und benahm sich des Öfteren unmöglich gegenüber den weiblichen Mitarbeitern von Dr. Jungbluth und Dr. Möller. Grabschte gerne mal der Sekretärin an den Hintern, wenn sie den Kaffee brachte und machte auch vor Nina nicht halt.

Auch heute, nach dem Termin, bat er Nina, die für die technischen Zeichnungen seines Riesenkomplexes mit hauptverantwortlich war, noch einen Moment zu bleiben. Versuchte ihr mal wieder eindeutige Avancen zu machen. Seine gierigen Augen nahmen ihr Dekolleté völlig in Beschlag als er versuchte mit seinen wurstigen Händen ihre Schulter nur ein wenig anzufassen während er neben ihr stand.
Nina war nicht auf den Mund gefallen, wenn auch meist höflich und schob Herrn Morgenroths schmierige Hand freundlich zurück, bat ihm das zu unterlassen. Packte ihre Sachen, inklusive der Gesprächsnotizen und ließ ihn mit seinen niedrigen Plänen zurück.

Sie schüttelte sich kurz bei dem Gedanken an diesen unangenehmen Menschen und ihr knurrender Magen ließ sie nicht in Ruhe. So machte sie sich auf, um eben kurz drüben auf der anderen Straßenseite bei Jimmy in seiner Kneipe eine Kleinigkeit zu essen. Jimmys Buletten waren legendär zumindest  für ihren Geschmack und würden für heute genau das richtige sein.

Drüben war wenig los. Sie unterhielten sich ein bisschen, während sie hungrig aß, denn Jimmy war schon lange mehr als nur der nette Gastwirt.
Beide verband seit langem eine vertrauensvolle Freundschaft und es gab wenig, was sie nicht voneinander wussten. Auch von Tom, ihrem Exfreund hatte er viel mitbekommen. Genug um dem den Hals umzudrehen, sollte er ihm jemals über den Weg laufen. So saßen sie ein Stündchen zwischen den Trinkern am Tresen und der blonden Frau in der Ecke namens Gitte. Diese war auch eine Stammkundin, und Hin-und-wieder-Geliebte von Jimmy. Gitte hin oder her.
Eigentlich mochte Jimmy Nina mehr als er zugeben würde und sie war eigentlich die Frau, die er gerne an seiner Seite hätte. Doch lieber würde er sich die Zunge abbeißen, als jemals der Gefahr zu laufen, das Nina in nicht wollen würde. So blieb er ihr Freund und hatte somit mehr Zugang, als je ein anderer Mensch zu dieser für ihn so tollen Frau. Wusste von ihrer Arbeit, ihrer Leidenschaft vom Reisen vom schmierigen Herrn Morgenroth und von ihrer heimlichen Vergangenheit. Eine Zeit an die sie nicht mehr gern erinnert wurde. Er respektierte das.

Nina drückte ihn herzlich und verließ das Geschäft. Ging nach Hause, wusch sich. Verschloss die Türe gleich doppelt – wie sie es immer tat und legte sich nackt ins Bett. So schlief sie am besten.

Sie fiel in einen Tiefen traumlosen Schlaf. Bis in weiter Ferne ein unangenehmes Geräusch sie zwang, zu sich zu kommen. Das helle aufflackernde Display ihres Telefons auf dem Nachttisch führte ihre Augen zu dem klingelnden Störenfried. Ninas Herz klopft. Es ist nicht das erste Mal, das nächtliche Klingeln. Sie zog den Stecker raus und versuchte ihre ängstlichen Gedanken zu verbannen.

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