Bitte einmal Tanken und zurück.

Die Reservelampe leuchtet gefährlich. Am Anfang war es nur ein kurzes Blinken und Aufflackern. Mittlerweile leuchtete das Rot so kräftig auf, das ein Tanken unvermeidbar ist. Die Straße zieht sich und zieht sich. Immer wieder wird die Grade durch Kurven gebrochen. Manchmal sind rechts oder auch links wundervolle Landschaften und Seen im Blick. Ruhige Momente des Friedens sind dort zu finden. Kurz anhalten. Die Sonnenstrahlen wärmen und füllen den Tank ein wenig auf. Weiter geht s. Rauhe Landschaften, dunkle Bäume, Nebelschwaden zieren den Weg, Angst macht sich breit. Die Lampe ist mittlerweile zinnoberrot. Weiter. Hinter dem bedrohlich wirkenden grauen Schleier , ein Blumenmeer linke Seite. Lässt für einen Moment rasten. Sattes grün, leuchtendes gelb, das Herz erfreut ein wenig. Die Anzeige ist nun mehr nur noch hummerrot. Kann nicht mehr weit sein. Nach der nächsten Kurve muss doch die verdammte Tanksäule sein. Rechte Kurve, linke Kurve. Konzentration und Kraft. Eine Grade. Steppe. Kahle Landschaft, verbrannter Boden. Ein Baum ohne Blätter ziert allein den unfruchtbaren Boden. Weiter und Weiter. Blinkt rot, blinkt rot. Da… am Ende dieser Strecke ist sie zu sehen. Die Tanksäule. Der Wagen tuckert. blubbert. Wird langsamer und rollt mit dem letzten Tropfen Richtung rettender Säule.

Ein freundlicher Herr mit stattlichem seriösem Anzug in königsblau tritt hervor.

„Schönen Guten Tag, ich möchte hier Tanken, die Lampe leuchtet schon wieder zinnoberrot“. „Oh, schon zinnoberrot, was brauchen Sie denn genau?“.

„Bitte, ich bräuchte einmal Energie für täglich 18 Stunden, Proviant für mindestens zwei Glücklichseinmomente täglich, garantierte Gelassenheit in allen Momenten, den Blick aufs Wesentliche – der ist auch abhanden,  Ach ja, und die Innere Mitte, die ist auch alle.“.

„Puh, das ist schon einiges. Was haben Sie denn für mich im Tausch dabei?“

„Ja schon eine ganze Menge. Ich hab lange gespart. Im Wagen sind zwei Kanister Tränen der vergangenen Jahre, drei Beutel voll Genervtheitsserum“, ein Strauß Missmut, zwei große Kartons Angst und.. ach ja, eine kleine Tüte voll Wut, die hab ich auch dabei….“

„Warten Sie.. ich schaue was ich da hab. Holen Sie doch schon Ihre Ware aus dem Wagen und machen Platz für ihre Bestellung“.

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23 Kommentare

  1. Ja, ja, a well-taylored suit is to woman what lingerie for man.

    Beim nächsten Besuch bei meiner Schneiderin muss ich unbedingt mit ihr über die Farbe königsblau sprechen. Vielleicht nur ein Sacco. Nicht gleich einen Anzug. Wobei ich mich gerade frage, ob hierfür dann klassische Blazerknöpfe aus Büffelhorn den britischen Messing-Blazer-Knöpfen von Holland- & -Sherry vorzuziehen sind.

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    1. Bitte, og bitte. Königsblau nie nimmer never ever. Diese Farbe darf sich am Himmel spiegeln, sie darf gewisse Blumen zieren. Doch als Kleidungsstück völlig untauglich. Da reißen auch die Büffelhornknöpfe den Farbfauxpass nicht mehr raus ^^ Dann doch bitte lieber Erdtöne mit Nadelsstreifen vielleicht. So im 20er Jahre Gangsterstil. Das hat doch was 🙂

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      1. Einige Gedanken zu königsblauen Anzügen:

        http://goo.gl/BJSwWK

        http://goo.gl/R92R4X

        und von John gibt es einen Schuh dazu: http://goo.gl/AdXtAv

        Geht auch in Cord: http://goo.gl/zLbp2k

        Clark Kent (das ist die die bürgerliche Tarnidentität von Superman) trägt übrigens auch königsblau: http://goo.gl/ye297b (Clark Kent

        Und hier noch, weil ich es gerade gefunden habe und es dir wahrscheinlich gefallen wird, Schmuckstücke für den ganz männlichen Mann: http://goo.gl/zLQ2p0

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      2. Hehe… ja, oke… es gibt doch den einen oder anderen doch äußerst kleidsamen blauen Anzug. Bevorzuge dann allerdings doch die dunklere, oder viel hellere Version als königsblau.
        Den letzten Link lass ich grinsend mal einfach unkommentiert ^^ 😀

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  2. Lassen Sie sich von dem freundlichen Herren in Königsblau auch unbedingt ein Duftbäumchen an den Innenspiegel hängen, Verehrteste. Ich empfehle Geduldstannenimmergrün oder Ewigdräuendmeeresblau. Gutwochenstartgrüße, Ihre Frau Knobloch.

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    1. Geduldstannenimmergrün. Eingepackt und angekettet, das keiner diese nimmer entführt werden. Heute abend freu ich mich auf Claras Briefe als Bettlektüre, ich finde sie dort am schönsten zu lesen.
      Herzlichst aus der unglaublich schwülen und geisteinnebelnden Stadt gen Norden. Ihre Frau Ahnungslos

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    1. Wut? Oh ich hoffe, sie ist schon ein wenig verraucht. Wut ist ja so ungesund. Außer manchmal… wenn es eine Dampfablassstation in der Nähe gibt 🙂
      Mel, vielen Dank. Freut mich sehr, wenn dir meine Schreibe gefällt. Wünsche dir auch eine schöne Woche und viel Sonnenschein. Mia

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