And i have a dog…. und wie war das mit der Steuer?

10153185_613995778689838_1005385247053144058_n

So ein Leben mit einem Hund ist toll. Wirklich. Ich liebe diesen kleinen Vierbeiner und sie begleitet mich überall mit hin. Wieviel ich mit ihr täglich auslaufe, das schafft manch einer in einer ganzen Woche nicht. Vielleicht sogar einen Monat nicht, was natürlich äußerst bedauerlich wäre für dessen Gesundheit 😀

Versichert hab ich sie selbstverständlich sofort, man weiß ja nie was kommt. Gehegt, geliebt, bespielt und gekuschelt wird sie auch. Ganz zu schweigen von selbstverständlich anständigem Futter welches sie bekommt. Und da ich ja ein anständiger Bürger hier in der Kleinstadt bin, renn ich also immer gut ausgerüstet mit Hundekotabfalltüten durch die Gegend. Schließlich hab weder ich Bock in irgend einen Hundescheißhaufen zu treten, noch möchte ich jemand anderem solch einem Gefahrenhaufen vor die Füsse setzen lassen.

Ja, so ein Aufsammeln von dessen Hinterlassenschaften ist sicher das Unschönste überhaupt an einem Hund. So. Und da kommt dann mein Umweltherz in Spiel. Ich packe also ein natürliches Abfallprodukt in eine Tüte, welche, wenn sie verrotten müsste, so ca 20.000 Jahr benötigt. Natürlich würde es auch Biotüten, ganz umweltfreundlich, geben, doch gibt mein Budget das auf Dauer nicht her. Umweltfreundlich und Bio kostet eben.

Eine korrekte Entsorgung betreibe ich dennoch, so als ordnungsgemäßer Hundehalter.

Nun gebe ich es zu, mit der Steueranmeldung war ich ein wenig spät – bis noch später. Doch hab ich so aufmerksame Nachbarn, vielleicht sogar Kollegen, welche dieses dann gern für mich übernahmen, sodass unser fürsorgliches Finanzamt mich, oder eher meinen Vierbeiner doch brav in seine (ihre?)Steuerkartei, mitaufnehmen durfte. Hier an der Stelle sein noch einmal dem aufmerksamen Bürger dieses Rechtsstaates dafür gedacht. „Wenn ich Sie nicht hätte“.

So bekomme ich eine durchaus schöne achteckige Medaille zur Beschmückung des Halsbandes persönlich nach Hause geschickt, nebst Zahlungsaufforderung von unglatten 122,64 Euro pro Jahr. Richtig geil ist die Beschriftung, neben ein paar Daten und exklusiver einzigartiger persönlicher Steuernummer. Rund herum steht drauf geschrieben : ICH HALTE MEINE STADT SAUBER“. Hach denk ich mir, das wäre dann ja eine wenigstens gute Begründung der Hundesteuer, die es seit ca 1984 gibt. Von dem Geld werden die Grünanlagen und Mülleimer sauber gehalten. Sehr gut denk ich.

Nun fragt sich Frau Ahnungslos, warum – neben dem gelben Sack – nicht auch kostenlos Biomüllhundekottüten, oder überhaupt Hundekotbeutel (siehe dazu Hamburg, dort sind sie an jedem 10. Baum zu finden), an die Besitzer jährlich ausgegeben werden. Schließlich gibt es ja diese Hundesteuer mit fett aufgedrucktem Hinweis auf die damit verbundene Stadtreinigung, zumal die Stadt wirklich gern mit ihrem Umweltbewußtsein wirbt. Irgendwie…

Aber nein, Pustekuchen. Nach Einholung von Informationen bei der „Hundekotabfallbehältnisbeauftragten“ (so heißt es im ungefähren wirklich), wird dieser einmalig jährliche Steuer(scheiß)beitrag nicht für die Stadtreinigung von Hundekot verwendet. Wofür er allerdings dann verwendet wird, das weiß sie immer noch nicht…

Ach ja, erwähnte ich es schon ? „Danke lieber Nachbar für Ihre Aufmerksamkeit“.

 

Advertisements

32 Kommentare

  1. Nachbarn sind so ein Fall für sich. Ich habe eine Bekannte, da hackt der Nachbar Freitag Abends um 10 Holz. Joa, das tut er und keiner weiß warum.
    Meine netten Nachbarn haben mich als Kind immer aus dem Haus ausgesperrt, ist schön so als 8-jährige da doof rumzusitzen, ohne schlüssel aufm Hof.

    Hunde sind wundervoll und ich würde zu gern einen haben, aber der Mietvertrag untersagt es einem, meine Großeltern haben jedoch einen und wir beiden sind ein Herz & eine Seele. Er ist etwas faul (wie ich) und ab und an mürrisch (so wie ich), aber ein treuer Freund. Danke:D

    Gefällt mir

    1. Um 22.00 Uhr? Was n das für eine spannende Holzhackzeit 😀 Vielleicht ist dann die Luft und die Dunkelheit am schönsten für ihn 😀
      Was deinen Mietvertrag angeht liebe Margret, eigentlich ist dieser Passus nichtig. Hunde bis Kniehöhe dürfen nicht verboten werden. Allerdings verstehe ich auch, das man sich nicht unbedingt mit dem Vermieter anlegen möchte. Zumal er ja noch ganz in der Nähe wohnen könnte. Da ist ja deine Möglichkeit mit deinem „patenhund“ eine sehr gute Alternative 🙂
      Beste Grüße

      Gefällt mir

  2. Ich habe irgendwann mal irgendwo gelernt, dass der Unterschied zwischen Steuern und Abgaben der ist, dass erstere nicht zweckgebunden sind, sondern eben alle in den großen Topf wandern, der dann Haushalt genannt wird. Von unseren Hundesteuern also sowohl Subventionen für Hühnermastanlagen und Heckler & Koch als auch die Theater und das Goetheinstitut finanziert werden.
    Auch wenn’s manchmal anders klingt, bin ich zu 90 % ebenfalls vorbildlicher Einsammler. Im vor kurzem vom Kiezneurotiker beschriebenen Niendorf gab es am Hundestrand immer gut gefüllte Papp-Tüten-Spender, mit ausgeklügeltem Aufhebe-Mechanismus, die Tüten jetzt. Davon zehrten wir noch eine ganze Weile, voll ökologisch korrekt… 😉

    Gefällt mir

    1. Boar, wie fies. Da gibst du dir Mühe um immer, wirklich immer nur ein Bioei zu kaufen, am besten sogar vom Hof direkt, siehst sonst zu, das du alles erdenkliche für Tier tust, was geht und dann finanziert dein Hund womöglich ne Hühnermastanlage. Wie gemein ist denn das ..
      Was die Papp-Tüten-Spender angeht, ist eine tolle Maßnahme und meine kleine snobistische Antihunde Stadt könnte sich gut und gerne eine Scheibe davon abschneiden. 🙂

      Gefällt mir

    1. Oh vielen Dank, das Gefallen freut mich doch sehr 🙂
      Und du sagst es schon ganz richtig, es ist wirklich ein Drama. Nicht im Traume würde mir so etwas einfallen.
      Allerdings rief ich vor nicht allzu langer Zeit eines nachts die Polizei, weil ich eine Frau in Richtung eines sehr dunklen verlassenen Gebietes betrunken gehen sah und das Auto, welches einsam neben mir an der Ampel stand auf einmal die Richtung wechselte um ihr zu folgen. Ich also einen Schlenker gefahren um denen zu folgen. Da saßen die auf einmal auf eine Treppe eines Autohauses. Schräge Situation, ich wußte nicht was ich machen sollte. Wähle also 112 und erzähl die Situation. Die Stimme auf der anderen Seite empfiehlt mir doch eine Streife zu holen. Ich „ja das tue ich doch hiermit“ , er “ sorry, aber sie sind hier bei der Feuerwehr“ ^^.
      Später rief mich sogar die Polizei nachts um zwei zurück um mich zu beruhigen, es wäre nur der Verlobte gewesen. … Zum Glück 🙂

      Gefällt mir

      1. Manchmal bewegt man sich durchaus auf einem dünnen Seil – aber ich finde, es besteht ein Unterschied zwischen aufmerksam sein (wie in dem geschilderten Fall) und besser wissen wollen oder denunzieren…

        Gefällt mir

  3. Hunde sind nur steuerpflichtig, wenn Sie zu privaten Zwecken gehalten werden. Wird ein Hund „gewerblich genutzt“, z.B. zur Gebäudeüberwachung, oder wird er als Rettungs- oder Blindenhund eingesetzt, zahlen Hundehalter häufig keine oder weniger Hundesteuer. Hast du das mal geprüft. Mein Hund ist beispielsweise ein Therapiehund.

    Gefällt mir

    1. Meine Güte bringst du mich da auf eine Idee. Zwar werden vier Kilo als Gebäudeüberwacherin wohl nicht ernst genommen, aaaaber, die Therapiehund Geschichte wäre vielleicht eine Idee. Danke 🙂
      Was hast du denn für einen Hund und Arbeiter er wirklich als dieses auch ?

      Gefällt mir

      1. Achtung: Wenn der Hund arbeitet, muss er in Deutschland bestimmt eine Einkommensteuererklärung abgeben…
        Und wenn er nur einen Arbeitgeber hat: ACHTUNG – das kann von den Sozialversicherungsträgern als Scheinselbstständigkeit ausgelegt werden.
        Immerhin könnte er so aber die Renovierungskosten für die Hundehütte als Raumkosten bei den Instandhaltungskosten gewerblich genutzter Räume steuermindernd gelten machen. usw.usf.
        Armes Deutschland ~~~
        Sommerlichschöne Grüsse vom Schwarzen Berg

        Gefällt 1 Person

      2. Oh man Herr Ärmel…ich lach mich wech. Wie kommst denn du auf sowas 😀 das tragische ist dennoch, dieser Eintrag, der deinige, wurde nun ganz sicher von einer Obrigkeit, und wenn nicht von ihr, dann von Obrigkeitsgehilfen gelesen und steht somit garantiert auf der Agenda, bzw dem Konsollidierungsplan des Bundestages 2015. Und spätestens dann muß Hund dann seine Renovierung oben angegebener Hundehütte selber tragen. Dazu wird garantiert jeder Hund noch steuerverpflichtet, denn er trägt ja auch maßgeblich zur Gesundheitsstabillisierung seines Herrchens bei. 😦 es ist wirklich ein Drama.

        Herzlichst schockiert aus dem düstern gleich regendem Norden

        Gefällt mir

      3. Der Hund soll Einsatz in Altersheimen bekommen, die Kinder hätten damit die Möglichkeit demenzkranken Menschen noch einmal ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Allerdings lässt der Einsatz meiner Spößlinge, trotz der Aussicht auf Taschengeldaufbesserung, noch stark zu wünschen übrig.

        Zu den Steueranmerkungen sei darauf hingewiesen, dass die Hundesteuer eine Gemeindesteuer ist. Die Fragen werden also nicht im Bundestag, sondern im jeweiligen Komunalparlament besprochen und entschieden. Insofern vielleicht ein Grund, in der Kommunalpolitik aktiv zu werden.

        Gefällt mir

      4. Was für ein schöner Einsatzort. Gefällt mir sehr. Wie gut doch Kinder und Tiere den älteren Menschen tuen. Schade, das es dort häufig so viele Barrieren gibt und sich Einrichtungen quer stellen. Zumindest scheint es bei uns in der Stadt zu sein.
        Was Kids und ihre Aufbesserungsmöglichkeiten angeht, das kenn ich auch. Sie möcht am liebsten gar keinen Handschlag rühren, während er alles gerne tut um sich ein wenig dazuzuverdienen und Arbeit doch echt schon zu schätzen weiß in seinem kleinen Leben.

        Gefällt mir

  4. Danke, sehr schön formuliert 🙂 … ich befürchte, ich hätte es mit härterer und direkterer Kritik ausgestattet, aber so klingt es viel schöner und trifft den Punkt genauso – vielleicht besser 😀
    Mit der Hundesteuer verhält es sich genauso wie mit anderen Steuern, fällt der Grund weg, bleibt die Steuer bestehen und irgendwelche Ämter spielen (nicht zweckgebunden) mit unseren Geldern … Wird die KFZ-Steuer für den Erhalt und Ausbau von Straßen genutzt?
    Mein Lieblingsbeispiel ist die Schaumweinsteuer: 1,36€/L (heute) … seit wann und wozu? Ersteinführung zur Finanzierung des 1. Weltkrieges, Wiedereinführung Mitte des zweiten Weltkrieges, als Geld benötigt wurde … und nun? Sie existiert immer noch … für welchen aktuellen Krieg? … oder spart die Regierung schon das Geld zur Bekämpfung des bösen Putins? Fragen über Fragen … nur brauchbare Antworten gibt es keine …

    Gefällt mir

    1. Hehe, danke. Lars. Meiner Erfahrung nach kommt man mit diesem Wege meist wirklich weiter. Was hab ich schon für lustige Erlebnisse gehabt mit freundlichem lächelndem Gesicht und doch so ernster Botschaft 🙂
      Und diese Schaumwein Geschichte geht ja mal auch gar nicht. Und der Pöbel wehrt sich fast nie. Das ist das schlimmste an der Sache….

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s