Frau Ahnungslos und die Entsagung des Fleisches

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Seit ein paar Tagen, inspiriert, angesteckt, infiziert, keine Ahnung so ganz genau, vielleicht alles zusammen, besteht die Ernährung  jetzt aus allem, nur nicht mehr aus Fleisch.

Dabei ist ja so Filet nicht zu verachten. Ebenso wie ein gutes Stück Schinken, ein Rumpsteak, leckerste Köfte und Co, das muss ich gestehen. Aber damit ist nun erst einmal Schluß. Ich mag nicht mehr. Ein Austreten aus der Tiermassenproduktion war schon lange fällig und nun schmeiße ich meine Augen mehr den je dem vielfältigen Angebot an Gemüse und Co hin.

Allerdings ist das mit dem Seinlassen von Fleisch essen ritualtechnisch genauso schräg, wie wenn du aufhörst zu rauchen. Dann rauchst du nicht mehr, legst dennoch automatisch eine Packung Kippen mit aufs Bezahlband an der Kasse. Oder du willst dir unweigerlich eine nach dem Essen Anstecken, in Kombination mit einer wunderbaren Latte. So ähnlich ist es auch mit der Fleischentsagung.

Die Kinder essen natürlich noch Fleisch, das sollen sie irgendwann selber für sich entscheiden. Und die Biosalami, die ich gestern kaufte und sie die abends am Tisch geöffnet wurde, roch so lecker, da wollte ich glatt automatisch eine  Scheibe auf meine Stulle legen. Ich mein, Salami ist ja eh kein Fleisch. Eher ein gut riechender Brotbelag aus einer Packung. Zumindest kommst du mit den Gedanken recht gut klar, wenn du nicht näher drüber nachdenkst. Still und sanft, leicht gepunktet, saftig rot liegt sie da. Riecht verlockend und erinnert doch so gar nicht an Schlachthöfe, Massentierhaltungen, Aspartam, Antibiotika, fiese Transporte und all das, was sonst in Verbindung gebracht werden könnte mit einem Stück Fleisch. Nun denn, rechtzeitig fiel es mir auf und ich konzentrierte mich wieder auf das vielfältige Käseangebot, nebst reichhaltigem Gemüse in unserer bunten Kombüse.

Am kommenden Tag, hungrig lange unterwegs passiert es wieder. Durst auf eine eiskalte Cola, ab und an ein Genuß, nebst einem Magen, der förmlich nach Essen schreit. Eine Mall mit Foodcorner, ohne Nachzudenken stell ich mich an, bestelle eine kalte Cola und – ähm, da war ja was. Verdammt n Burger beinhaltet ja auch sowas wie Fleisch. Fast vergessen und so bestelle ich das erste Mal im Leben einen Veggieburger. Was das wohl ist, wie das wohl schmeckt. Nun, ich kann nur sagen, wie auch die anderen Burger, so zugeballert mit Soße, Tomate und einem gemüseähnlichem Blatt, schmecke ich echt keinen Unterschied. So geht es voran mit der fleischlosen Zeit.

 

 

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76 Kommentare

  1. bewundernswert, das Ganze… *Hut zieh’*

    feine Zeilen, die ich immer mehr mit schon fast „Fleischentzugserscheinungen“ las, je weiter ich ins fleischlose Vokabular deines Textes eindrang, deiner gelungenen Veggie-Hymne *g*

    (ich hoffe, du hast gerade gelacht, denn das wäre schön — liebe Abendgrüße vom Lu)

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    1. Ja ne “Fleischentzugserscheinungen” … klasse Wort 😀

      Tragisch wäre es im Grunde aber dann, wenn es sich um etwaige „Wollustfleischentzugserscheinungen“ handeln würde. Da täte ich mir dann wirklich leid ^^ Wie würde dann wohl die Veggie-Hymne ausarten (übrings ein ebenso klasse Wort 🙂
      Es grüßt durch die Nacht , mit herzhaft laut gelacht, Mia

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  2. Ich lebe anscheinend sehr ungesund im Gegensatz zu den meisten hier, aber in Maßen und gut ausgesucht. Ich verzichte so ungern auf das, was ich mag :-), aber vielleicht bin ich auch nur nicht überzeugt genug.
    Deinen Beitrag finde ich gut wegen fehlender Dogmatik. Danke dafür, liebe Mia und einen zauberhaften Tag Dir.

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    1. „In Maßen und gut ausgesucht“ ist die eigentliche Kunst. Diesen ganzen Verzicht braucht man nicht, wenn man in Maßen lebt. Die wenigsten, ich auch nicht, können in Maßen leben. Von daher machst Du das wahrscheinlich als einzige von uns richtig.

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    2. Liebe Mel, das tust du nicht alleine. Auch wenn ich die Maße häufig nicht gut hinbekomme und immer noch dabei bin, sie gut zu regulieren. So halbe Sachen gehen zum Beispiel da nicht. Also ein Riegel Schoki? Völlig Utopisch. Noch. 😀
      Und jaaa, genau das sollte es auch aussagen. Bitte immer ohne Dogmen. Die mag ich nicht.
      Ich danke dir liebe Mel, genieße die Sonne. Sie weilt so schön bei uns 🙂

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      1. Dann habe ich Dich also richtig verstanden. Ich gönne mir etwas später ein Bier auf meinem Balkon und dann geniesse ich. Das Wetter ist mir mit diesen Temperaturen ein wenig zu heiss :-). Dir einen schönen Resttag und Abend.

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  3. Ein altes und dennoch so präsentes Thema. Doch solange man versucht fleischlose kost in Fleischähnliche Formen und Geschmack zu bringen läuft das gründlich was falsch.
    Abgesehen davon das sogar sehr sehr viele Köche mit Gemüse Körner Kräuter und Obst nicht umgehen können oder keine Bereitschaft dazu haben. Von Kreativität Will ich da erst gar nicht reden.
    Und sogar in mittleren Städten ist das kochen ohne Knochen immer noch in den Kinderschuhen.
    Aber dafür gibt es 500 Kochsendungen und 9000 Neue Kochbücher pro Jahr. Den folge nutzen wage ich zu bezweifeln.
    Nichts ist so zäh wie dieses Thema.
    So scheint es mir.

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    1. Ja, es muss gehen ohne fleischähnliche Formen. Diese ziehen mich , noch nicht, wirklich an. Eigentlich sogar das Gegenteil ist der Fall derzeit.
      Was das richtige und selbstverständliche Umgehen mit Kräutern Körnern und Co angeht, da bin ich auch noch nicht wirklich auf der sicheren Seite.
      Aber, wie sagt es sich so wundervoll und sooo richtig?
      Der Weg ist ja bekanntlich das Ziel. Und so soll es sein 🙂 Und das ganze mit einer Portion Humor genommen, wird das schon klappen. Zumindest solange es klappen soll 🙂

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  4. Ja, die Rückkehr der Gewohnheiten. Meine Ehefrau tadelte mich gestern, dass ich durch das intermittierende Fasten, das ich eine Zeitlang machte, viel besser ausgesehen hätte.

    Bei Fleisch achte ich halt auf Biofleisch. Gibt schon lange nichts anderes mehr. Oder Wild.

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    1. Glaub ich sofort was sie sagt. Erst gestern traf ich einen guten Bekannten, der das just hinter sich hatte. Meine Güte, hab den kaum erkannt, nicht w egen der Kilos die er verlor, der frischen Urlaubsbräune noch, sondern der strahlte so eine Ausgeglichenheit und Freude aus, unglaublich.

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      1. Unstrittig ist abnehmen die preiswerteste Art und Weise um es zu schaffen, besser auszusehen.

        Die von dir geschilderten Gefühle kann ich allerdings für mich nicht wiedergeben. Ich fühle mich mit meinem Gewicht wohl und hatte kein besseres Gefühl, als ich ein paar Kilo weniger hatte. Es gab mir jedoch ein Hochgefühl, abgenommen zu haben. Ein Hochgefühl, dass ich mich gegenüber denen, die nicht abgenommen haben, besser fühlte, besser fühlte in dem Sinne, ihr Schwächlinge, schaut her, ich schaffe so etwas.

        Wobei das intermittierende Fasten ja auch noch einen Anti-Aging-Effekt hat. Nun Ehemänner leben bekanntlich länger, denken jedoch häufiger an den Tod. Also brauche ich diesen Effekt nicht.

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      2. Ja das mein ich doch, es lag nicht an den Kilos, sondern an seiner Ausstrahlung. Mit dem Anti-Aging-Effekt hast du es allerdings gut getroffen.

        Aber, ist das so? Leben Ehemänner wirklich bekanntlich länger? Das war mir so auch nicht bekannt, dachte immer es wären die Ehefrauen. Keine Ahnung warum 🙂

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      3. Gestatte mir, nur wenn es gerade passt, einen Nachtrag. Ich hatte gerade Kontakt zur einem leicht übergewichtigen Menschen, teigige Gesichtshaut, einige einige Kilo zu viel, aber noch kein fat people.

        Natürlich habe ich auch die Fähigkeit gelernt, Menschen mit unterschiedlicher Sozialisation mit Wertschätzung zu begegnen. Aber gleichzeitig kommt mir automatisch in den Kopf, wer sich figurmäßig so gehen lässt, der kann nichts drauf haben.

        Die Vergleichsgruppe für die Ehemänner sind die unverheirateten Männer. Es geht hier also nicht um eine geschlechterspezifische Auswertung, sondern um Studienergebnisse zwischen verheirateten und unverheirateten Männern. Bei der geschlechterspezifischen Auswertung ist es nach wie vor so, dass Frauen länger leben als Männer. Welche Ergebnisse die Differenzierung zwischen verheirateten und unverheirateten Frauen hervorbringen, ist mir aber nicht bekannt. Es würde mich aber nicht wundern, wenn es eine Studie gibt, wonach unverheiratete Frauen länger als verheiratete Frauen leben. Schließlich gibt es ja den Nachweis, dass Nonnen im Gegensatz zu den übrigen Frauen demenzresistenter sind.

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      4. Weißt du, man weiß nie, was solch einem Menschen passiert ist in seinem Leben. Auch wenn ich ihn mir grad bildlich ungern vorstellen mag, weil er sonst sicher in irgend einer baldigen Geschichte auftauchen würde. Teigige Gesichtshaut… arg.
        Aber nicht jeder hat die Kraft und den Willen sich und seinen Körper zu pflegen und achtsam mit ihm umzugehen. Manche haben das schon ihr Leben lang und andere wiederum, ihnen erfährt ein Schicksal und sie suchen ihren Befriedigungsweg um den Kopf abzustellen. Da gehört Essen auch häufig dazu.

        Deine Ausführung was Ehemänner, Frauen und co angeht, lässt mich allerdings schmunzeln und festigt doch meine Theorie, welche ich doch eigentlich so unschön finde. Mann kann nicht ohne Frau, aber Frau ohne Mann. Tragisch eigentlich. Es sollte ausgewogener sein.
        Allerdings der Nonnennachweis, der lässt mich wiederum grinsen. So tragisch es doch eigentlich ist 🙂

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  5. Oder eine leckere Wurst aus Frau Knobloch’s Schlachtküche.
    Ich finde, gerade die Kinder sollten diese Supermarktimprovisationswurst möglichst nicht essen.Ein weniger an Quantität und dafür mehr an Qualität .
    Hinzufügen muss ich,das ich auf dem Land lebe. Selbst unsere Imbiss hat Fleisch aus eigener Schlachtung zu moderaten Preisen.
    Dir wünschen ich eine erfolgreiche,fleischlose Zeit.Bis zum nächsten Döner. 😉

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    1. Das wäre dann auch für mich sicher zu verteten. Ebenso die ansässigen Demeterschlachter. Zumindest mal ab und an.Ich müsste mal anklopfen bei Frau Knobloch, ob diese mir doch glatt ein gekühltes Paketchen mit unbedenklichem Fleischesinhalt dann gen Norden sendet 😀

      Ähm, Döner? Wunderbar noch dazu ^^ Danke

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      1. Hahah…. es stand irgendwas von: schmackhaft zubereitetem Fleische außerhalb von Eßkultur in meinen Gemächern bin ich dennoch nicht abgeneigt.

        War wohl etwas unverständlich verfaßt ^^

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      2. überallen überfallen.. hilfe. das laute baumfällen nebean schwächt die schreibfähigkeit noch weiter 😀

        Scheeeehherrzzz natürlich. Der Biedereinfluß von werter Frau Knobloch ist einfach zu hoch. Seriös und artig gehts hier zu ^^

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      1. Ich möchte dir mal eben einen Link geben, allerdings in engl. dort kannst du dir 2 Kochbücher als PDF kostenlos runterladen, eigentlich alles vegetarisch (ein bis 2 rezepte mit Fleisch) Spanisch Amerikanische Küche…. DER ABSOLUTE BURNER

        Da tobe ich mich die letzten Wochen mit aus… HAMMER, wem da nicht sofort das Wasser im Mund zusammen läuft. http://www.leannebrown.ca/cookbooks/

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  6. ich verzichte jedes Jahr in der Fastenzeit auf Fleisch und Zucker und jedes Jahr stehe ich am Aschermittwoch wie der Ochs vor dem Berg und weiß nicht, was ich essen soll. An Ostern habe ich mich so daran gewöhnt, dass ich nichts vermisse. Ich nehme mir dann vor nur 2x die Woche Fleisch zu essen. Das klappt dann einige Wochen und dann kommt eine Ausnahme nach der anderen und ich bin wieder im alten Trott. Bis zum nächsten Jahr. Das Faszinierende ist, dass ich mich ohne Fleisch und Zucker viel besser fühle und trotzdem wieder rückfällig werde.

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    1. Wieder Ähnlichkeit mit dem Rauchen, wie du es beschreibst. Wird jeder Raucher sicher bestätigen. bin ja so ein Quartalsraucher, und eigentlich geht es mir ohne eh viel besser. Dennoch fällt man von einer mal ab und an in Gesellschaft, doch wieder in einen Trott.
      Ohne Zucker find ich allerdings echt klasse. Und sehr schwierig noch dazu. Der findet sich ja in den skurrilsten alltäglichen Lebensmitteln noch dazu.

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      1. Wobei ich es auf deutlich bekannte Lebensmittel mit Zucker beschränke. Also Süßigkeiten, Ketchup, etc. Eine Tomatensauce würde ich essen, obwohl wahrscheinlich auch Zucker enthalten ist. Komplett ohne Zucker ist sehr sehr schwierig. Kennst Du das Blog 365 Tage Zuckerfrei. Ein Österreicher, der wirklich komplett verzichtet. Das ist mir zu anstrengend. Das wird auch schwierig, wenn man irgendwo eingeladen ist.

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      2. Nein, den kenne ich nicht. Allerdings habe ich eine Kollegin, die praktiziert das nun seit über einem Jahr, komplett zuckerfei, also auch kein Obst. Hat über 50 Kilo abgenommen und ihr Arzt sagt immer, so gesund wie ihre Werte sind, kann sich fast jeder eine Scheibe von abschneiden.
        Ich persönlich find es ebenso anstrengend allerdings. Und könnte mir ein Leben ohne Obst wirklich schlecht vorstellen…

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      3. Sie ist viel Fleisch, viel Gemüse und sowas eben. Auch wirklich nicht meins. Aber für sie wohl wirklich genau das richtige. Sieht auch wirklich gut aus die Gute 🙂 Und der Norder ist normalerweise auch Obst ^^

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      4. Jepp, sie war wirklich ziemlich übergewichtig. Wie ihre Haut das geschafft hat, das kann ich bis heute fast nicht glauben. Aber ich seh sie häufig im Rock und im Kurzarmshirt. Und für diese Maße an Verlustkilos, wirklich klasse. Aber sie ist wirklich auch die Einzige, die ich kenne, bei der das einfach gut funktionierte und der Körper, nein, die Körperhülle das mitmachte. Ansonsten hast du sicher ein ziemliches Problem und kannst eine ganze Zeit sparen um etwaige Hautlappen wegzubekommen…

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      5. Eine Kollegin backt einen hervorragenden Apfelkuchen ohne Zucker. Das Resultat ist natürlich abhängig von der Süße der Äpfel. Ich hatte auch schon Waffeln ohne Zucker. Auch nicht schlecht, allerdings will ich nicht wissen, wie viel Butter enthalten war.

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      6. Das sind sicher Alternativen.Im Rahmen würde ich leicht gezuckerten Kuchen bevorzugen.Jedoch im Moment sind weder die Pflaumen noch die Äpfel kuchenreif, bald Sir Alec, bald…

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