Zwei Schreiber, 10 Wörter, 15 Minuten….

 

 

Fabrikhalle     Armors     Auge     betroffenen     Strand     gezündet     Flur     schockähnlich     Sandspielzeug     Erde

 

First Mr Mo

Es gibt schon einige seltsame Begegnungen auf dieser Erde. Die Menschen, welche betroffen sind in diesen Schauspielen, werden in Amors Auge zu Sandspielzeugen am Strand, unwissentlich ihrer Rollen, wie „Fainting Goats“ die Kontrolle über ihren Körper verlieren und in schockähnlichen Zuständen als eingefrorene Momentaufnahmen ihrer Selbst den Gesetzen der Physik nachgeben müssen. Einst auf dem Flur der Fabrikhalle meines Vaters traf ich einen neuen, mir noch nicht vorgestellten Kollegen, der vorgab einen Feuerwerkskörper im einzigen Papierkorb des gesamten Gebäudes gezündet zu haben…

Second Mrs Mi

„Verdammter Mist“ fluchte die alte Dame, als ihr die Einkaufstasche direkt von unten zerplatzte und ihr gesamter Einkauf über die Straße kullerte. Nicht auch noch das. Betroffen schaute sie die Lebensmittel, die sich auf der Straße verteilten an. Mühsam sammelte sie ihre zum Glück noch heile gebliebene Flasche Rapsöl ein, die paar Kartoffeln und die übrigen Dinge, die sie für ihre noch ältere Mitbewohnerin und sich eben einkaufte.  Aber wo war die Pampelmuse ? Sie schaute sich um. Rechts von ihr war die alte Fabrikhalle, eingezäunt mit einem mittlerweile genau wie sie in die Jahre gekommenen alten Drahtzaun. Er war an vielen Stellen marode, und genau an einer dieser Stellen, schien ihre Pampelmuse durchgekullert zu sein.
Grade dieses Obst war ihr doch so wichtig. Immer noch leicht fluchend, machte sie sich auf und krabbelte durch den Zaun, auf das alte Gelände. Schnappte sich die Pampelmuse und atmete erstmal tief durch. Kramte in ihrer Tasche und hat sich erstmal einen Zigarillos angezündet. Das tat sie häufiger in letzter Zeit. Eigentlich zu häufig wie ihr Hausarzt befand, nachdem der sie vor nicht allzulanger Zeit in einem schockähnlichen zustand Daheim auf ihrem Divan vorfand.
Ihre Mitbewohnerin Marie rief ihn damals in größter Not an. Hatte sie doch keine Ahnung warum Herta, so heißt die sportliche Schrulle, mit ihren von der Gartenarbeit erdverkrusteten Händen auf dem Divan, atmend aber nicht ansprechbar, lag.  Herta fand damals, das völlig überreagiert wurde. Zumal sie an dem Tag den Nachbarskindern einige Sandspielzeuge schenkte, nachdem dessen Vater ihr den Flur strich. In olivgrün mit magentaroter Borde. Herta liebte Magenta rot. Sehr zum Mißfallen ihrer Mitbewohnerin Marie. Diese war aber zum dem Zeitpunkt selber völlig auf geistigen Abwegen. Traf sie doch, und dass in ihrem hohem Alter, noch glatt Amors Pfeil mitten in ihr schon leicht angeschrumpeltes Herz. Herbert. Ihre neue große Liebe. Der machte ihr den Hof seit er sie genau an diesem Tage, zwei Monate vorher am Strand von Fehmarn getroffen hatte.
Marie war hin und weg von Herbert. Warum das so war, konnte Herta nicht verstehen. Sie fand Herbert albern und sein ständiges Aufwarten mit Blümchen und etwaigem anderem Grünzeug nervte sie hin und wieder gewaltig. Nun, ein gutes hatte die Sache, Hertas Flur war nun olivgrün mit einer herrlichen magentaroten Borde.

Die alte Dame schnippte ihren Zigarillo weg und machte sich auf den Weg. Genervt mit Rapsöl, Kartoffeln und dem Rest auf den Armen getürmt.

Wer Lust hat auf gemeinsames Schreiben, darf sich gerne, sehr gerne melden 🙂

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45 Kommentare

  1. Eure Texte habe ich erstmal nicht gelesen, sondern nur „Zehn Minuten Schreibzeit“ und dann los gelegt. (Dass da 15 Minuten steht, habe ich nicht gelesen. Bin wohl schon müde.) Jedenfalls – hier das Ergebnis. Nicht lachen bitte:
    ———————

    Es war Freitagnachmittag. Ann saß am Rhein und warf Steine aufs Wasser. Gegenüber, in der Fabrikhalle, war das große Tor geöffnet und die Arbeiter wurden in blauen Anzügen herausgespült aus der Fabrik und hineingespült ins Wochenende. Felix war auch dabei. Er sah Ann nicht, schraubte gerade den Deckel auf seine Thermoskanne verstaute sie in seinem Rucksack und warf ihn sich auf den Rücken. Ann beobachtete jede seiner Bewegungen und sie erinnerte sich wieder an das letzte Wochenende, an dem sie zum ersten Mal zusammen am Strand waren. “Hast du nicht Lust mit mir schwimmen zu gehen?” hatte er gefragt und damit die verliebte Ungeduld in Ann zugleich angestachelt und beruhigt. “Sicher”, hatte sie geantwortet, nicht zu schnell und nicht zu laut. Nicht zu langsam und nicht zu betont. “Verliebte sind bekloppt”, dachte sie. “Was man sich einen Kopf macht für nix und wieder nix.” Und dann hatte er sie abgeholt mit dem Rad, sie waren am Rheinufer entlang geradelt, hatten sich an den Händen gehalten und gegenseitig gezogen, wenn der andere müde war. Schließlich waren sie am Strandbad angekommen, hatten ihre Räder zusammen geschlossen, da hüpften ihre Herzen schon so hoch, dass sie lieber nicht sprachen. Armors Pfeil hatte alle Arbeit geleistet und die zwei waren auch nicht untätig gewesen. Beide hatten ihren Anteil dazu beigetragen, dass sich etwas Schönes entwickeln konnte, einander zugetan. Und dann sprangen sie ins kühle Wasser, das Wasser spritzte und sie lachten, spritzten sich voll und schwammen um die Wette. Später lagen sie müde auf ihren Handtüchern, glücklich sahen sie sich an. “Braune Augen”, dachte Ann. “Sind gefährlich, aber in der Liebe ehrlich.” Felix hatte eine Flasche Sekt eingepackt, zwei Gläser sogar und dann hatte er eine Wunderkerze angezündet. “Happy birthday”. Ann war gerührt und lachte vor Verlegenheit, da gab er ihr auch schon den angekündigten Geburtstagskuss. “Anfang”, hatte Felix währenddessen gedacht. “Anfang”. Spät am Abend fuhren sie heim, mit zweitausend Schmetterlingen in ihren Bäuchen und Träumen in ihren Herzen. Anns Mutter wartete schon auf ihre Tochter. “Wo warst du so lange?”, fragte sie streng, aber Ann war heute fröhlich und unbekümmert. “Geburtstag feiern, Mama”, hatte sie geantwortet und war die Treppenstufen zu ihrem Zimmer hochgelaufen. “Gute Nacht”. Schockähnlich war es am nächsten Morgen, als Ann auf dem Frühstückstisch einen handgeschriebenen Zettel ihrer Mutter fand: “Das mit dem Jungen hört sofort auf. Papa ist auch dagegen. Mach erstmal die Schule fertig. Dann kannst du immer noch an Männer denken.” Felix hatte Ann nun doch entdeckt und winkte von weitem. Das Kleinkind neben Ann spielte mit dem Sandspielzeug und warf grüne Förmchen in die Luft und gluckste dabei. “Ich auch”, sagte Ann, als sie das Kind anlachte, dann schrieb sie in die Erde vor sich: A & F. Dann stand sie auf und ging auf Felix zu, der seine Arme ausbreitete.

    © mp

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      1. *hust*, danke. 🙂 In einem kleinen Zeitfenster zu schreiben, einfach so drauflos quasi, ist schon was anderes, ne? 🙂 Sonntagabend kann ich nicht wg. Arbeit, sorry. Viel Spaß Euch aber und vielleicht bin ich dann demnächst mal wieder dabei. Liebe Grüße!

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      2. So ein Quatsch mit Sonntag. Werter Herr Mersmann hat mich schon freundlich auf das Abschlußspiel hingewiesen 🙂

        Und keine Sorge, vor dem Schreiben, wird es eine Einschreibzeit geben von 10 Minuten oder so 🙂

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      3. Hattest Du das vergessen mit dem Finale? Ist doch in Ordnung, es gucken ja nicht alle. 🙂 Ich werde aber nicht dabei sein beim Schreiben, wie ich schon schrieb. Euch aber viel Spaß und dann vielleicht beim nächsten Mal wieder mit einer Kitschalaaarm-Geschichte von mir. 🙂

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