Gute Nachrichten

Seit langem ist die Glotze aus. Der allgegenwärtige Schrecken ist kaum noch zu ertragen.  Welch eine Selbstverständlichkeit für all die negativen Meldungen doch in dieser Zeit herrscht. Positive Nachrichten muss man suchen, sonst findet man sie kaum in der Medienlandschaft. Im Alltag ist es häufig ebenso. Du könntest den lieben langen Tag damit verbringen dich aufzuregen, aufzuregen und nochmal aufzuregen. Nächste Stufe wäre dann eine Resignation und irgendwann bist du dann Tod. Wenn vielleicht noch nicht körperlich, aber dein Herz oder deine Seele schon. Warum ist der Fokus ständig auf all den Dingen die vermeintlich nicht funktionieren, die unschön sind oder die nicht geklappt haben?

Nö. Ich mach das nicht mehr mit. Schon lange nicht, aber manchmal unbemerkt passiert es doch. Da passieren Situationen, da könnt ich mich wieder total aufregen. Und aufregen, und aufregen. Wie letztens.
Ein lauer warmer Sommerabend, draußen vor einem Café. Eigentlich sind wir am Tisch mit den elementaren Dingen beschäftigt, mit der heißen Schnitte, die nicht unweit von uns sitzt. Er ist schon ne Granate und während wir überlegen, warum er wohl alleine dort sitzt und ob es nicht viel netter wäre mit uns zu sitzen, schlendern zwei türkische Frauen an uns vorbei. Eine von ihnen ist mit einem Kopftuch bedeckt, die andere lässt nur einen Blick auf ihre wunderschönen Grünen Augen zu. Sie lachen kopfschüttelnd in Richtung Tisch hinter uns. Automatisch dreht sich mein Blick und ich bekomme am Rande nur noch mit, wie eine alte wiederum deutsche Frau wild den Kopf schüttelt und die rechte Hand vor ihrem Gesicht hin und her schwenkt.
Ich stocke. Mein Herz beschleunigt, ich werde wütend. Solche unvermittelten Situationen ärgern mich maßlos. Und während ich grade anfangen möchte, besagte alte Frau wütend für ihr unmögliches Benehmen zu maßregeln, beginnt ein älteres Pärchen, welches an Omi Unverschämten Tisches sitzt, sie anzusprechen. Weisen sie ruhig und freundlich auf ihr Fehlverhalten hin, es beginnt ein Gespräch unter ihnen. Mein halbes Ohr ist interessiert mit dabei. Das Gespräch endet damit, das Madame Unverschämt zustimmend nickt, die Haltung kleinlauter aber entspannt ist, als der Herr schlußendlich von der Nachkriegszeit berichtet, wo die Menschen hier im Lande, alle gemeinsam angepackt haben. Egal welche Nation und Hautfarbe sie besaßen. Es gab einfach wichtigeres, und zwar den schlichten Zusammenhalt. Ich sah ihren arbeitenden Kopf, ich sah das Umschwenken ihrer Gedanken und ich lächelte.

Mich freute dieses Gespräch ungemein. Vielleicht hat diese doch so abwehrende Frau nun ein wenig dazu gelernt, und das auf einem viel besseren Wege, als eine aufgeregte Schimpftirade es hätte schaffen können. Und es war schön für mich. Es lehrte mich mal wieder, das Aufregen sowohl nichts nützt und positiv niemals gute Effekte erzielt.

Ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber ein doch so wichtiger. Kleinvieh macht auch Mist.
Und darum wird es jetzt ganz oft eine positive minimalistische Nachricht geben, in der Hoffnung, die Welt ein kleines bisschen zu verbessern. Ein Erinnern daran, sich weniger aufzuregen und auch die kleinen Momente besser schätzen zu lernen. Und vielleicht ein Beginn, mehr, viel mehr gute Nachrichten zu bringen, und des Menschen Fokus darauf zu lenken, als auf all das, was böse und bitter in der Welt ist. Die dort draußen oder die eigene dann für sich…

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