Ein Bild von Niemandsland…

Manchmal… ja manchmal läufst du durch die Straßen. Vorbei an den kleinen hübsch dekorierten Einfamilienhäuschen.

Weiter in die unschönen Straßen der Stadt. In die Straßen, an denen du schon allein an der Fassade, grau und leblos, dazu Fenster mit Wolldecke verkleidet, so blind verschmutzt, als würde seit zwei Jahrzehnten dort niemand mehr hausen, erahnen kannst, das der gute Lebenswille schon lange nicht mehr seine Heimat hier fand und sein Feind der Phlegmatismus, nebst verhaßter Schwester, namens Gleichgültigkeit, diesen schmutzigen Flecken behausten.

Alleine das Vorbeischlendern bringt ein ungutes Gefühl mit. Instinktiv willst du nur weg. Raus aus dieser augenscheinlichen Aussichtslosigkeit. Du kannst nur noch erahnen, das diese Häuser mal prachtvoll in Farbe die Straßen säumten. Du kannst nur noch annehmen, daß die Wolldecke vor dem Fenster einst ein schickes Sofa schmückte. Und du kannst dir nur noch vorstellen, das die Menschen die dort leben nicht immer so waren.

Ein zerbrochener Tisch mit abgesplittertem Lack liegt vor dem Eingang auf dem kleinen Rasenstück. Kippen und Hundescheiße verzieren diesen unschön. 

Aus dem halb geöffneten Fenster hörst du ein Schreien und einen Moment später stürmt eine Frau aus dem klapperigem Eingang. Sie hat nicht viel an. Blut rinnt ihr aus einer Wunde an der Stirn. Es vermischt sich mit den Tränen in ihren Augen und langsam sucht sich dieses helle süß salzige Gemisch seinen Weg über ihr Gesicht. Mit der einen Hand versucht sie ihren schwarz weißen kurzen Kimono festzuhalten, mit der anderen streicht sie sich über das tränenverhangende Gesicht. Sie bleibt kurz hinter dem Eingang stehen, lehnt sich an die Hauswand und kramt in der Tasche ihres Morgenkleides. Ihre Brüste sind sichtbar, während sie sich an die Hauswand lehnt und sich eine Kippe mit völlig ruhigen verschmierten Fingern anzündet.

Du machst einen Schritt auf sie zu und zeitgleich kommt eine zweite Frau durch die marode Tür auf die rauchende blutende Frau zu. Du machst einen zweiten Schritt und siehst, wie sanft ein Arm um die Frau gelegt wird, ihr Kopf sich an die Schulter lehnt. Die Kippe auf den Boden geschnippt wird und beide sich wieder zurück in das Haus begeben.

Zurück bleibst du mit einem unverständlichen Blick, ratlos was zu tun ist, bleibst einfach stehen. Du suchst den Resetknopf. Die Zeit dreht zurück. Du siehst den Unrat auf dem Rasen verschwinden, du siehst wie sich die Wolldecken vor den Fenstern gegen hübsche Gardinen tauschen, die Farbe an die Wand zurückkehren, das trostlose Bild verschwindet Fröhlichkeit ist an diesem Ort, Kinderlachen halt durch die Straße, glückliche Menschen zieren diesen Fleck und du fragst dich…. was ist geschehen….

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