Herzklopfen … nicht für zarte Seelen

Über 150.000 Tote seit dem Ausbruch des Bürgerkrieges in Syrien. Millionen Menschen auf der Flucht.

Mehr noch wie damals in Ruanda. Ich lebte zu der Zeit noch Daheim. Gegen kurz nach 19.00 Uhr kam der Weltspiegel. Ich saß auf dem Sofa und aß einen Joghurt. Es ist heute immer noch, als wäre es unlängst geschehen. Der Reporter vor Ort interviewt eine Frau. Sie hat eine relativ frische Narbe am Hals. Er fragt was mit ihrem Hals sei. „Das ist die Stelle wo die Klinge des Schwertes stoppte, nachdem es meinem Kind der Kopf abschlug“, antwortete sie. Ein Bild, ein Wortverlauf der sich so tief eingebrannt hat, als wäre es gestern gewesen und wohl für immer bleiben.

Einen kleinen Moment Denken und Innehalten.

An all diejenigen, die nicht in einem friedlichen Land leben.

An all diejenigen, die nicht in diesem leider häufig vergessenen doch so großem Wohlstand leben.

An all diejenigen, die kein Zuhause mehr haben.

An all diejenigen, die mit den Bildern ihrer Geschichte, tagtäglich zu Bett gehen.

Ein wenig über sich denken. „was kann ich tun, um diese Welt ein klein wenig schöner zu machen.“

17 Kommentare

  1. Ich hatte vor kurzem einen Artikel gelesen, warum die Welt in Ruanda nicht eingegriffen hat. Darin kam eine amerikanische Abgeordnete zu Wort. Die berichtete, dass die Sorgen der Menschen ihres Wahlkreises allein die Berggorillas Ruandas betrafen. Die Menschen schienen egal zu sein.

    Das erschreckende an dem Konflikt in Ruanda war aus meiner Sicht wie dünn die Zivilisationsschicht ist und wie schnell sie durchbrochen ist.

    Liken

    1. Ist sie lieber Alec.. .und zwar erschrecken dünn. Ein wenig Karma, ein wenig ausgefeilte Motivationstaktik, ein fieser Plan und du machst aus einem vermeintlichen zivilisierten Menschen ein nicht mehr kontrollierendes Etwas. Ganz furchtbar. Ich denke da das Buch: „Die Welle“.

      Die Gorillas. Auch ein verherendes Thema. 😦

      Liken

  2. Ich glaube, dass die meisten Menschen sich hier durchaus glücklich schätzen, in einer so friedlichen Ecke der Welt zu leben. Man vergisst es dann eben nur wieder sehr schnell, weil man ständig von anderen Dingen abgelenkt wird, über die man sich dann aufregt, obwohl sie vollkommen irrelevant sind.

    Liken

      1. Ja, das ist auch vollkommen gut so, also sich zu schämen und gleichzeitig ist unsere Lebensrealität eben eine ganz andere, welche jenes Kriegsgeschehen unecht erscheinen lässt. Es gibt dann solche Momente, in denen plötzlich beide Realitäten sich doch überschneiden. Ich hatte das bei meinem letzten Kroatienurlaub, als ich Einschusslöcher in Häusern erblickte und ein zerfallenes UN-Gebäude. Da überkam mich ein kalter Schauer und das mitten im schönsten Sommer. Ein kurzer Bruch meiner alltäglichen Realität und den Fingerzeig auf diese andere, mir doch so ferne.

        Liken

      2. Genau. Das fühlt sich genauso an. Und ist eben ein Mahngedanke daran, nicht alles selbstverständlich zu erachten. Und diese Ferne hin und wieder ein wenig näher zu holen. Zwischen all dem täglichen Wahnsinn.

        Liken

      3. Ja…und jetzt muss ich mal einen Gedanken schreiben. Einer, bei dem man eben nur mit dem Kopf schütteln kann, aber er kam mir, während ich den Kommentar las. Ich las ihn und hörte Wolfgang Pertys „Wahnsinn“ in meinem Kopf. Ich ging den Text durch (soweit ich ihn kenne und das sind nur ein paar Wörter) und dachte mir, wie pervers es ist, dass man womöglich gerade in irgendeiner Disko jenen Song mitgrölt, während an einer anderen Stelle den Menschen tatsächlich durch die Hölle geschickt werden und ihre Seele erfriert…wie kann die Realität einer Welt eigentlich so weit voneinander entfernt liegen?

        Liken

      4. Und beim genau hinschauen, findest du genau diese Frage und diesen Gedanken tagtäglich. Diese Hölle kann auch genau neben dir sein und du erahnst es nicht. Es ist halt die feine Mischung zwischen Wahrnehmung und Handlung, wie auch, sich nicht zu tief in diese Hölle zu begeben. Seinen Schutz zu wahren, denn sonst kann man sich in dieser Hilflosigkeit verlieren.

        Liken

      5. Ich auch. Nur zu dumm, das manchmal, einfach jemand von hinten unbemerkt anschleicht, und diese einfach hämisch grinsend, mit einer spitzen Nadel zerplatzt. Dann passiert genau das, was wir eben beschrieben.

        Ich höre dann zum Beispiel:

        🙂

        Liken

      6. Das wollte der Alec neulich schon 😉 aber komm vorbei, ich hab ein paar Liter auf Vorrat da und hab sogar die eine geheime Zutat, die die Blasen stabiler macht.

        Liken

      7. Ja, den Alec versteh ich da schon 😉

        Und…. hätte ich nicht schon mein rüschenverhangenes Nachtgewand an, wäre ich glatt in diesem Moment losgelaufen 🙂

        Liken

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s