Gedanken… FSK 16

Gedanken sind frei. Ein jeder darf denken was er will, und ein niemand kann und darf diese unterbinden.

Doch manchmal sind Gedanken in der Grauzone. Sie sind düster, sie sind lüstern, sie sind schön und sie sind häufig unerlaubt. Sie sind fernab der Norm und der Realität. Und manchmal durchbrechen sie Grenzen, entwickeln ein Eigenleben und es entsteht der brennende Wunsch, sie in die Realität mitzunehmen.

Sie zu erleben, sie auszuleben.

Jeder trägt welche mit sich herum und ein jeder hadert vielleicht mit sich, unrechte, unerlaubte, freie Gedanken real werden zu lassen.
Und damit können die Probleme beginnen. Es kann etwas ins Rollen kommen, was man gar nicht möchte. Es könnte unerlaubt sein. Es könnte den Normen nicht entsprechen, sondern sie brechen und verletzen.

Was passiert, wenn die kleine, heile Welt ins Wanken gerät, da Mensch es nicht schafft, die Welt in seinem kleinen Kopf zu lassen? Was passiert, wenn der Wunsch, die Gedanken real werden zu lassen, kein Wunsch mehr bleiben will?

Es würde gesellschaftliche Regeln, Konventionen und Werte brechen. Es könnte Menschen verletzen und einen selbst auch. Der kleine eigene Kosmos kann außer Kontrolle geraten und unvorhergesehene Steine ins Rollen bringen. Sie sind eine Waffe. Eine Waffe mit ungeahnter Kraft. Sie können Glück bringen und nehmen. Sie eröffnen Horizonte und ein jeder ist seines eigenen Gedankentums eigener Herr um das beste für sich zusammen zu stellen und seinen Weg zu gehen. Sie umzusetzen oder auch nicht.

Ist es erlaubt, alles frei zu denken? Oder sollte schon allein bei den Gedanken eine kleine Glocke eingebaut werden, die sofort bei drohender Gefahr des kleinen unbescholtenen Lebens reagiert?

Es kann in der Banalität beginnen und im ganz Großen enden. Jeder sieht es sicher anders und jeder lebt seine Gedanken mehr oder weniger aus. Einige holen sie heimlich heraus und denken sie still und heimlich in ihrem Kämmerlein. Andere wiederum fangen an, sie in die Tat um zu setzen.

Darf man beim Sex an andere Menschen denken, als nur an den einen, der gerade beteiligt ist? Darf man dieses womöglich aussprechen? Und jetzt kommt der heikle Punkt: Darf man dieses womöglich ausleben? Ausleben gemeinsam oder alleine im Wissen des anderen?

Man kann ganz sicher ein ganzes Leben lang einen Menschen lieben. Liebe wandelt sich häufig nur mit den Jahren und das körperliche Begehren kann sinken. Achtung, Vertrauen, Sicherheit, tiefe Verbundenheit,- all das macht die Basis aus.

Doch kann es bei dem ewigen Begehren des einzigen Partners an der Seite bleiben für immer bleiben? Und wäre es nicht die optimale Vorstellung, diese Gedanken mit dem vertrauten Partner zu teilen und vielleicht sogar zu leben? Oder bleiben sie im Kämmerlein geheim und intim?…

2012

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21 Kommentare

  1. Ich sehe gerade, dass ich die Karte gar nicht mehr an meiner Pinnwand hängen habe. Nur noch die zweite Karte im selben Stil hängt da. Auf ihr ist ein Tolstoi-Zitat – wahrscheinlich auch falsch 😉 …
    „Ich gab das Leben der konventionellen Welt auf, weil ich einsah, dass es kein Leben war, sondern eine Parodie aufs Leben, deren Überflüssigkeiten uns schlicht daran hindern, es zu begreifen.“ …
    Also wenn ich meinen aktuellen Feldzug gegen das Internet und überhaupt meinen Blog denke, passt diese wirklich besser zu mir, aber ich frage mich trotzdem, warum ich die andere abgenommen habe.
    Dieser Kommentar soll übrigens nur verdeutlichen, dass auch bei mir Denkeffekte durch Deinen Text entstanden sind.

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    1. Das ist ein wunderschönes Zitat.
      Dieses häufig „selbstverständliche “ Leben, mit einer Denke, die einfach nur anerzogen und vorgegeben ist, ohne viel Eigentständigkeit, ist schon eine Tragik an sich. Wer nicht selber denkt und hinterfragt, der latscht den vermeintlich richtigen Weg bis zum bitteren Schluß. Immer mít dem Gefühl, es fehlt doch was, doch den Grund dafür, findet er nicht.
      Dazu gibts eine schöne Einleitung in einem Buch von Lotti Huber. In welchem fällt mir grad nicht ein. Ich schau mal später daheim. Über den schweren Rucksack des Lebens und dem doch eigentlich einfachen Wege, diesen loszuwerden. „einfach absetzen“ 🙂

      Freut mich übrigens, wenn eben solche Denkprozesse entstehen. Danke

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  2. An meiner Pinnwand hängt eine Karte mit folgendem Zitat von Hugo von Hofmannsthal. Musste bei Deinem Text daran denken. Es lautet: „Das Schöne ist ohne Scham nicht denkbar.“

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      1. Habe es gerade gegoogelt und erfahren, dass es im Original tatsächlich den Einschub gibt: … auch in der Kunst … Also auf der Karte fehlt er und gefällt mir auch besser generell.

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    1. Ich schließe mich dem Sir Alec an. Manches darf Fantasie bleiben. ABER gleichzeitig fragst du ja eher nach der Grenze und die stellt sich mir auch. Kann es funktionieren, wenn eine Person eine Sache will, sie aber niemals erhält, weil sie sich nicht traut? Oh und warum ist das FSK16? Da müssen wir doch erst noch ein paar Begriffe fallen lassen 😉

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      1. Ben… das weiß ich auch nicht. Ich weiß nur, das es doch irgendwie tragisch ist, Dinge nicht formulieren zu dürfen, zu können, aus Angst, das sie verletzen könnten. Gemeinsame Phantasie muss ja nicht Umsetzung bedeuten. Aber auch das ist wie schon erwähnt, vom einzelnen Abhängig und von der individuellen Beziehung zwischen zwei Menschn.

        FSK 16 … och… FSK 6 passt irgendwie nicht, und FSK 18 wäre völlig dummes Zeugs 🙂 Aber du kannst gern noch ein paar Begriffe einschmeißen, damit es wirklich passt 🙂

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      2. Hmmm Blowjob ist noch FSK 16 oder? Du hast recht, nur weil zwei Menschen eine Fantasie haben, können sie sie noch nicht teilen. Aber es zeigt, dass man durchaus offen darüber reden können sollte und gleichzeitig eben auch wissen muss, wann man Dinge eben doch nicht sagt. Das ist schon wirklich ne schwierige Frage…ich hatte bisher nur eine Bekannte, bei der ich das Gefühl hatte, dass ich mich in sexueller Hinsicht vollkommen öffnen konnte und es ist schon bezeichnend, dass ich mit jener keine feste Beziehung führte.

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      3. Meinst du das das eine mit dem anderen zu tun hat? Oder gab es nicht doch andere Gründe, warum es eine Beziehung gab? Oder ist doch in den Köpfen noch eine zu große „Sperre“ – wie auch immer ich es formulieren soll, vorhanden um dem anderen dennoch genug Achtung entgegen zu bringen?
        Dieses Thema ist ein äußerst heißes Eisen. Lese dazu mal den letzten Absatz von „Sperrgebiet Rückseite“. Auch das gehört dazu, da vermeintlicher Ehemann besagter Gattin sich nie traute, seinen Wunsch zu äußern.
        Die Grenze alllerdings dazu muss dann wohl doch jeder einzelne für sich ziehen…

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      4. Oh, es gab viele Gründe, die dagegen sprachen, aber ich wollte damit sagen, dass ein gewisses Maß an Heimlichkeit durchaus zu einer Beziehung dazu gehören kann. Es war auch irgendwie zu einfach. Normalerweise erkundet man vorsichtig die Limits und schaut, was die Partnerin mag und was nicht und da war es eher so, als gäbe es gar keine Geheimnisse mehr. De facto war mir zu heftig, was sie brauchte. Das könnte ich ihr niemals geben, aber tiefe Gefühle hatte ich für sie, so ist das eben manchmal.
        In einer langen Beziehung sollte man eben durchaus auch die Möglichkeit finden, über gewisse Wünsche zu reden und sie sogar auszuprobieren. Ich habe bei jener Freundin festgestellt, dass es Dinge gab, die ich zwar im Kopf erregend fand, die ich aber nie umsetzen könnte. Manchmal ist eine Fantasie eben auch nur im Kopf zu gebrauchen. Und was den Po angeht…na da bin ich offen 😛 hat aber durchaus auch mit ihr zu tun…aber das führt jetzt zu weit.

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      5. Genau…. da ist der richtige passende letzte Absatz dazu…
        Aber ich gebe dir auch Recht bei dem Rest. Es gibt Dinge die sollten im Geiste bleiben. Nicht alles wird gut tun auszutesten.

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      6. Mit dem Satz wirst du aber nicht in die An(n)alen eingehen ^^ so, den blöden Wortwitz konnte ich mir nicht verkneifen. Pah! Und ich flog ja bereits über einige deiner Einträge, deswegen dachte ich mir das schon.

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