Der stumme Schrei

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Mord im 3. Stock

Ausdruckslos schaute ich sie an. Sie war gefangen und es gab kein Entrinnen für sie. Mit Genugtuung setzte ich mich hin, zündete mir eine Zigarette an und blies den Rauch in Richtung meiner bald sterbenden Gefangenen.

Es war schon eine Zeit her, das sie zu mir kam. Meine Tür ist stets offen, Gastfreundschaft wird groß geschrieben und so störte sie mich anfangs nicht. nicht. Schließlich brauchte auch sie ein Dach über dem Kopf. Doch das sie sich hier so einnistet, immer in meiner Nähe bleiben wollte, mir keine Ruhe mehr ließ, auch wenn ich Besuch bekam reichte mir allmählich. Alle Versuche auf gutem Wege mit ihr zu kommunizieren scheiterten. Sie machte taube Ohren und nervte einfach weiter.

Das sollte sich nun ändern. Ich musste sie los werden. Egal wie. Wenn sie nicht freiwillig gehen will, dann helfe ich eben nach. Kann ja nicht so schwer sein jemanden um die Ecke zu bringen.

Und eines Nachmittags startete ich endlich mit den Vorbereitungen meines geplanten Mordes. Fein säuberlich begann ich mit den Vorkehrungen. Legte die Falle aus, und sie, mit ihrer ahnungslosen Art, dachte nicht im Traum dran, das ihr nur ein Haar gekrümmt werden könnte. Sie schwirrte um mich herum, so wie sie es immer tat. Gut gelaunt kitzelte sie mich mal hier und mal da, ignorierte völlig meine Bitte sie möge dieses Unterlassen. Ihr Leben sollte bald zu Ende sein. Wie bald, das konnte sie nicht ahnen.

Ich traf lange und präzise Vorkehrungen. Ich erkundigte mich genau, wie ich dieses kecke freche Wesen ohne Spuren zu hinterlassen, abmurkesen konnte. Holte mir Informationen über sie ein, besorgte mir alle, doch erstaunlicher weise, sehr einfach zu bekommende Hilfsmittel und Utensilien. Frei verkäuflich in jedem gut sortierten Supermarkt. Sicher war den großen Märkten nicht klar, wie einfach und schnell doch ein Leben auszulöschen ist, mit ihrem Sortiment. Mir sollte das nur recht sein. Ich hatte einfach keine Lust mehr auf ihre ständigen Quälereien. Auf ihre aufsässige Art und wie sie immer versuchte mich an den Rande des Wahnsinns zu treiben. Ihr machte das Spaß. Sie hatte eine leicht sadistische Art, dass gepaart mit ihrer immer doch so fröhlichen aufgedrehten Art, machte mich echt Wahnsinnig.

Ich befand mich in der Küche. Extra lang an diesem Nachmittag, denn ich wusste, sie würde genau so lange bleiben. Hier in meiner Reichweite. Immer häufiger kam sie in der folgenden Zeit in die Nähe dieser gut getarnten Falle, während ich still wartete und unauffällig das eine oder andere tat. Und dann war es so weit. Sie tappte mitten rein. Der Duft der Falle war einfach zu verlockend. Sie konnte ihm nicht widerstehen, dafür war sie zu sehr ein Genußtyp und zu ahnungslos neugierig. Sie näherte sich und ….. ließ sich nieder. Sie war gefangen. Die klebrige Maße hielt sie ohne Erbarmen fest und ich vernahm, am unnachgiebigem klebrigen Fangband, den stummen Schrei meiner Stubenfliege..

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5 Kommentare

  1. Chapeau! Ich bin in Ihre Schreibfalle getappt und dachte, herrjeymitmineh, wo soll denn das jetzt wieder hinführen…bitte mir keinen Rauch in’s Gesicht blasen, bin doch Nichtraucher. Schönstsonntagsgrüße, Ihre Frau Knobloch, hutziehend.

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    1. Verehrte Frau Knoblauch, danke. 🙂
      So freut es mich doch, Sie an der Nase rum führen zu dürfen. Zumindest am Sonntag Morgen für drei Minuten 🙂
      Einen wundervollen Tag mit inspirativen Gedanken, Hochachtungsvoll
      Frau Ahnungslos 🙂

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    1. Haha…mist. Es stand vorab doch wirklich drüber, löschte es dann, bevor der Ben den Text sonst vielleicht nicht liest 😉
      Und ja…. das Blatt kam auch hier grade gestern bei einem Schuster zum Einsatz 😀

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