Neues aus Vorstadt …. FSK 6

Frau Schmidt…. kürzlich geschieden, zwei Kinder und seit neustem einen Hund. Schließlich ist ein Hund ein guter Weg Menschen, vorzugsweise männlichem Geschlechts, kennen zu lernen. Das riet man ihr. Und da Frau Schmidt auch mal üben möchte Ratschläge anzunehmen, folgt sie eben benanntem.

Nun hat Frau Schmidt einen Hund. Und da sie eine vorbildliche Tierhalterin ist, wandert Frau Schmidt seit dem täglich stundenlang mit vorhandenem pelzigem Vierbeiner durch die unendlichen, mal grünen, mal betonierten Weiten ihrer Stadt.

Kennengelernt hat sie nun viele Menschen. Hat eine Menge über das Markieren und genauste Arsch- und Genitalabschnüffeln von Rüden und Weibchen gelernt. Hat belustigt geschaut, wie dem adretten schick bekleidetem Herren die Röte ins Gesicht schoß, während sein Rüde mit der Nase mindestens eine Minute in Frau Schmidt´s Hündin bestem Teil steckte. Stellt sich zwischendurch gerne vor, wie das wohl bei Mensch aussehen würde, wenn die Kerle ständig den Frauen mit der Nase zwischen den Beinen hängen würden, während Frauen an regelmäßigen Tagen ihren Rock vom Leibe rissen und die Schenkel auseinander spreizen würden, um sich des Mannes Wolllust sofort bereit hinzugeben. Wunderbar.

Hat bemerkt, das es leider auch bei Hundehaltern die Fraktion gibt, der sie seit einigen Jahren erfolgreich aus dem Wege geht. Eltern kennen diese Mütter von den Jan-Ole´s, Finja-Dörte´s und Co, die erfolgreich den Bagger ihrer Kinder gegen potentiell, sicher später straffällig werdenden Kids – derzeit ca 2,5 Jahre alt – verteidigen, da diese schon in der Sandkiste ihre erste Tat begehen in Form von „Baggerdiebstahl“.  Man kennt sie. Diese Puffreisfressenden, Tupperwarebesitzerinnen: „Duuuu, gibst du BITTE Jan-Ole seinen Bagger wieder hin“, während sie ihrem Goldstück bei 15 Grad noch schnell die Pudelmütze zurecht rückt . Schließlich soll ihr Junge keine Ohrenentzündung bekommen. Pfft… da ist Frau Schmidt sie los und schon sind sie wieder da. Jetzt mit vierbeinigem „Behütungs- und Beschützungsobjekt“. Immer in bereiter Kampfstellung ihr Liebstes mit ihrem Leben zu verteidigen… Würg.

Dem einsamen Wolf mit seinem athletischem Körper, ähm, nein Hund, ist sie allerdings noch nicht begegnet. Dafür aber Knochenuschi. Oke. Eigentlich heißt sie anders, aber der Name passt so viel besser zu ihr. Schließlich ist sie eine Präparatorin. Sie sägt, entfleischt, häutet und bleicht nach Wunsch, die stolze Trophäe eines jeden Jägers. Und während andere von ihrem anstrengendem Bürojob berichten, hat sie mal wieder drei Gehirne entkernt und zwei Glasaugen bestellt. Knochenuschi ist schon eine coole Sau. Stylischer gekleidet als die meisten Frauen, in ihren Leopardengummistiefeln, ihrem Totenkopf Shirt und ihrer kleinen Hündin an der Leine. Hört Jonny Cash und ist kein Fleisch. Wen wunderts. Und wäre Frau Schmidt ein Kerl, hätte sie die Knochenbraut sicher bestimmt schon geheiratet.

Uschi´s Mann hat sich vor einigen Jahren das Leben genommen. Warum weiß niemand, Uschi selbst auch nicht. Und so lebt sie alleine und gräbt das Innere der leblosen Schädel in ihrer Werkstatt aus und richtet diese wieder schick her. Psychologie der anderen Art. Die Jäger selber sind meist heiß auf Uschi. Mit ihren grünen Wollpullis, und buntfaltigen Jagdhosen. Doch so einen Kerl will sie auch nicht. Männer vom alten Schlag, die um Punkt eins Essen wollen, die auf der Suche sind, nach der Heimversorgerin. Ne. Das passt nicht. Frau Schmidt drückt weiterhin die Daumen, das passendes Gegenstück mal mit einem Keilerkopf die Werkstatt betritt….

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10 Kommentare

  1. “ Und wäre Frau Schmidt ein Kerl, hätte sie die Knochenbraut sicher bestimmt schon geheiratet.“ – ich auch. ich hab keinen bedarf an ein-uhr-mittagessen. aber an tollen geschichten schon!! mag ich. sehr. danke!

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    1. Danke 😉
      Ebend… um so schwieriger wird es. Vorallem wenn du in einer Generation bist, die genau von solchen Kerlen bevölkert ist 🙂 Und die jüngeren Kerle die passen könnten, wollen lieber noch jüngere Uschi´s. Schwierig schwierig 😀

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      1. Aber Uschi ist nun fast Mitte 60 … da sind dann die jüngeren auch keine Grünschnäbel mehr 😀
        Letzten Sommer am See, da lagen wir so ahnungslos da rum, vor uns etwas weiter entfernt, ein rückseitig liegender Kerl mit rotem Badestring. Knallrot. Da steht der irgendwann auf und schmeißt sich in seine graue Buntfaltenhose inc. Altherrenhemd… Belustigend war das ja schon 😀

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