Neulich am Bahnhof

Neulich am Bahnhof

Eine Stunde am Bahnhof. Alleine. Handy nicht am Start. Ist auch egal. Ich brauch es nicht.

Die Wahrnehmung des Stadtbildes ist ernüchternd und erschreckend. Drei Stunden vorher an der Mühle in den Wallanlagen. Eine riesige bunte Blumenwiese, der Fluss in Mitten der Stadt, fröhliche Kinder, begeisterte Touristen, grün, bunt, schön.

Am Bahnhof ist es anders. Hier treffen die Gegensätze hart aufeinander, wie sonst kaum so geballt.
Hinter mir ein ziemlich neuer Jaguar x irgendwas. Rechts von mir ne lange Limousine mit einer Horde junger Menschen die den Hauch des Luxus, für den Moment, wohl brauchen.

Vor mir der Typ am Mülleimer. Seine Hände sind rot. Angeschwollen. Ein typisches Zeichen für seinen stetigen Versuch mit schlechtem Zeug dem täglichem Wahnsinn, für ein paar Stunden, zu entkommen.
Seine Hände wühlen im Eimer und anschließend in der daneben stehenden Mülltüte. Sortiert sich die leeren Flaschen raus und räumt all den Dreck anderer Menschen mit bloßen Händen wieder fein säuberlich ein.

Mich friert es.
Ich zünd mir ne Kippe an, geb ihm die restliche Packung und das Silbergeld welches ich noch bei mir habe.

Nach ihm folgen noch drei weitere Männer auf der Suche nach ein paar Groschen….

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s